Da ist die Luft raus

Ralf Strauch ärgert sich über das närrische Scherbengericht

Von 
Ralf Strauch
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Da war ich dann mal wieder platt. Aber überhaupt nicht überrascht. Denn alljährlich nach dem Fasnachtszug darf ich platte Fahrradreifen reparieren. Der Grund: Zwischen den Narrenparaden in Brühl und Schwetzingen ist der kombinierte Fuß- und Radweg der fasnachtliche Korridor. Und offensichtlich brauchen viele Karnevalisten dort eine Wegzehrung in flüssiger Form. Gleichzeitig sind leere Flaschen für nicht wenige von ihnen unnötiger Ballast. Wohin also damit? Tatsächliche Narren zerschmeißen sie auf dem Weg und schaffen so eine Glitzerstrecke.

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Doch das Interessante in diesem Jahr war, das dieses Scherbengericht am Aschermittwoch nicht beendet war – offensichtlich hatte mancher auch in der Fastenzeit noch den einen oder anderen Flachmann zu entsorgen. Und so vermehrten sich die Scherben noch einmal.

Da reichten meine Slalomkünste dann nicht mehr aus. Meine Reifen – selbst die angeblich unkaputtbaren – passten sich dem Umgebungsluftdruck an. Und wie ich gehört habe, ging es – natürlich – nicht nur mir so. Der Start in die Schule nach den tollen Tagen verlief auch für manchen Schüler nicht nur lust-, sondern auch luftlos.

Das einzig Positive: Zuständig für die Reinigung dieses Weges ist eigentlich die Straßenmeisterei der Regierungspräsidiums. Doch auf das Problem angesprochen, schickte der Schwetzinger Bauhofleiter umgehend eine Kehrmaschine los. Danke dafür!

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