Vereinsfeste: Partymeile am Weidweg entfällt an den beiden Feiertagen im Mai / Gruppen bilanzieren schon jetzt Löcher in den Kassen / Fischerfest steht auf der Kippe Das Sommerfest in Rohrhof findet nicht statt

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Ralf Strauch
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In diesem Jahr wird die Ranch „Buffalo’s“ am Maifeiertag – anders als vor einem Jahr – menschenleer sein. © lenhardt

Brühl. Der Mai ist der Monat der großen Freiluftveranstaltungen rechts und links des Weidwegs. Insbesondere am Maifeiertag und dem Vatertag bieten dort normalerweise mehrere Vereine attraktive Ziele für Ausflüge an. Gemäß der Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus können diese Veranstaltungen allerdings nun nicht angeboten werden. Was das bedeutet, erklären betroffene Vereinsvorsitzende.

Brühl Ausflügler zieht es in den Weidweg

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„Es ist schade, dass so viele Vereine wie wir jetzt und in nächster Zeit keine Feste anbieten können“, bedauert der Vorsitzende des Angelsportvereins Rohrhof, Andreas Bühler. Für seinen Verein kommt es sogar doppelt bitter, denn dessen Mitglieder bieten in normalen Jahren an beiden Feiertagen im Mai gesellige Feste an der Fischerhütte an. „Die Absage bedeutet für uns natürlich große finanzielle Einbußen“, erklärt Bühler im Gespräch mit unserer Zeitung, „aber die Gesundheit unserer Mitglieder und der potenziellen Gäste wiegt selbstverständlich schwerer“.

Doch die fehlenden Einnahmen werde man sicher noch einige Monate, eventuell sogar Jahre spüren, ist sich der Vorsitzende sicher, denn verschiede Aufgaben, in die der Verein im laufenden Jahr investieren wollte, müssen nun zunächst zurückgestellt werden. Wo genau gespart werden müsse, sei noch nicht festgelegt, weil sich wegen des Kontaktverbots ja auch der Vorstand derzeit nicht zu Besprechungen treffen konnte, um die Marschrichtung festzulegen, „wir sind da ziemlich lahmgelegt“.

Keine Austrittswelle befürchtet

Doch befürchtet Bühler nun keine Austrittswelle - immerhin ist ja auch das übrige Vereinsleben der Rohrhofer Fischer komplett eingestellt - denn die Mitglieder würden zurückmelden, dass sie Verständnis für die Maßnahmen des Vorstandes hätten und bereit seien, diese auch solidarisch mitzutragen.

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Richtig dick könnte es für die Rohrhofer Fischer allerdings im Spätsommer kommen, denn „mit ziemlicher Sicherheit werden wir auch das Fischerfest absagen müssen“, blickt Bühler schon in die weitere Zukunft.

„Für uns ist der Tag der offenen Tür am 1. Mai immer die Haupteinnahmequelle für Investitionen in unsere Ranch“, sagt Monika Molisse vom „Buffalo’s“ Country-Club. Insofern sei die Absage der Veranstaltung ein Schlag ins Kontor. So hatte der Verein geplant, in diesem Jahr die Bühne zu Füßen der Roten Berge zu sanieren. „Das wird wahrscheinlich doch nicht finanzierbar sein“, sagt Molisse, „wir müssen halt schauen, dass wir unser Geld jetzt zusammenhalten“. Dies auch, weil zudem das Country-Open-Air im Juli abgesagt werden musste und auch die Durchführung des Indian Summer im September alles andere als in trockenen Tüchern sei, „aber wir hoffen noch auf diesen Herbsttermin“.

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Zwar hatte der am Weidweg benachbarte Angelsportverein 1965 Brühl bereits im vergangenen Jahr beschlossen, diesmal kein Vatertagstreffen am Weidweg mehr zu veranstalten, doch auch dieser Verein hat schon Veranstaltungen wie das Fischbacken an Karfreitag absagen müssen. „Das sind finanzielle Einbrüche, die wehtun“, sagt der Vorsitzende der Petrijünger Stefan Schäfer auf Nachfrage unserer Zeitung, „immerhin müssen wir ja weiterhin die laufenden Kosten für unsere Vereinseinrichtungen und Versicherungen bezahlen“. Wie die Ausfälle wegen Corona im Verein kompensiert werden könnten, stehe zurzeit noch nicht fest.

Auswirkung bis in den Herbst

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„Es tut mir natürlich auch für die Bevölkerung leid, die ja immer gern zu unseren Festen kommt“, sagt der Vorsitzende weiter.

Und für die Festgemeinde kommt noch ein heftiger Schlag, denn am Montag wurde auch das Rohrhofer Sommerfest abgesagt. Das beliebte Straßenfest, das Mitte Juli stattfinden sollte, zieht alljährlich tausende Besucher aus der gesamten Region an. „Wir hatten gehofft, das 20. Rohrhofer Sommerfest wie geplant durchführen zu können und gleichzeitig die in Deutschland vorgegebenen Schutzmaßnahmen einzuhalten“, erklärt Jochen Ungerer namens der Interessengemeinschaft Sommerfest und der Gemeindeverwaltung. Diesen Schutz könne man nicht verlässlich gewährleisten. Darüber hinaus stellt die Vielzahl der Kontaktmöglichkeiten die Gefährdung eines Teils des Publikums und der Standbetreiber dar, heißt es in der Absage.

„Das ist bitter, wenn solche zur lieben Tradition gewordenen Feste abgesagt werden müssen“, meint auch Bürgermeister Dr. Ralf Göck, „aber mit den Vorgaben des Bundes sind diese geselligen Veranstaltungen nicht mehr zu halten“..

Bilder von früheren Maifeiertagen am Weideweg gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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