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Im Interview - Der Buchautor Erik Hauser stellt seinen Roman „Das Erbe der Wölfe“ vor

Der Brühler Autor Erik Hauser stellt seinen Roman „Das Erbe der Wölfe“ vor

Von 
Ralf Strauch
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Brühl. Der in Brühl lebende Autor Erik Hauser (Bild: Roth) hat mit „Das Erbe der Wölfe“ seinen ersten Roman veröffentlicht. Am Dienstag, 5. Juli, will er ab 18.30 Uhr in der Brühler „Bücher Insel“ daraus lesen. Wir sprachen im Vorfeld mit dem Autor über die Entstehung dieses Buches, den historischen Hintergrund der Geschichte und das Genre der Fantastik.

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Der Brühler Buchautor Erik Hauser präsentiert stolz seinen neuen Roman. © Roth

Wie würden Sie Ihren Roman kurz zusammenfassen?

Erik Hauser: Es geht vordergründig um Werwölfe und Horror. Tatsächlich ist es eine Geschichte, wie eine Dorfgemeinschaft in eine Art Diktatur schlittert und wie Menschen auf eine echte beziehungsweise vorgebliche Bedrohung reagieren.

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Ihre Texte spielten bislang vielfach in der Region rechts und links des Rheins – nun reisen sie ins Russland in der Mitte des 19. Jahrhunderts – warum?

Hauser: Ich möchte nicht sich immer wiederholende Geschichten schreiben und dann in die Schublade der Autoren von regionaler Fantastik gesteckt werden. Es geht in diesem Roman schließlich um grundlegende Themen des Miteinanders.

Wieso steht der Werwolf da an so prominenter Stelle?

Hauser: Meine Agentin fragte mich vor sechs Jahren an, ob ich mir vorstellen könnte, etwas mit Werwölfen zu schreiben. Ich hatte bereits eine Novelle dazu veröffentlicht und die kam gut an. So war die Idee entstanden daraus einen Roman zu machen. Was wie eine schnelle Sache klingt, hat letztlich lange gedauert.

Wie lange haben Sie denn dafür gebraucht?

Hauser: 2016 habe ich „Jenseits des Rheins“ auf den Markt gebracht – kurz danach kam dieses Projekt, dass mich dann vier, fünf Jahre neben anderen Projekten und meiner Arbeit beschäftigen sollte. Vor zwei Jahren übergab ich den Text an den Verlag und der meinte dann, er sei zu lang und müsste gekürzt werden. Das dauerte auch noch einmal einige Zeit, denn Kürzen ist gar nicht so einfach. Da nimmt man nicht einfach einzelne Kapitel komplett raus, weil dann eventuell wichtige Informationen für den Handlungsstrang verloren gehen. Nur ein Kapitel konnte ich ganz streichen – eine romantische Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten, aber die hatte mit dem eigentlichen Plott so gut wie nichts zu tun. Deshalb konnte ich ich sie gut weglassen. So wurde das Buch dünner. Doch kurz vor Drucklegung kam dann noch einmal die Vorgabe des Verlags, weiter zu kürzen.

Tat das dem Autoren nicht weh?

Hauser: Natürlich. Aber: Autoren schreiben gern und viel. Da ist es ganz gut, wenn dann jemand Einhalt gebietet – das hätte so manch anderem dicken Buch auch gutgetan. Dadurch, dass ich kürzen und einiges umschreiben musste, ist die Erzählung in manchen Bereichen sogar noch besser geworden und liest sich jetzt wirklich flüssiger.

Wie haben Sie das Leben in Russland zu dieser Zeit recherchiert?

Hauser: Viel geschah da durch meine Liebe für russische Klassiker: Tolstoi, Tschechow, Turgenew, Dostojewski und all die anderen. Deswegen habe ich auch versucht, „Das Erbe der Wölfe“ wie in einem klassischen Roman zu schreiben. Zudem habe ich natürlich viel im Internet recherchiert. Und schließlich entstammt meine Frau einer russlanddeutschen Familie und verriet mir beispielsweise ihr Rezept für Borschtsch.

Was hat Sie an der Bewegung der Narodniki so fasziniert, dass sie ins Buch aufgenommen wurde?

Hauser: Die Narodniki waren Studenten, die mit viel Idealismus das Ziel einer besseren Welt verfolgten. Dabei zeigten sie sich aber sehr naiv, sodass ihre Bewegung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Für den Roman sind sie aber besonders wichtig, weil sie als Fremde in den Ort kommen und dadurch Unordnung in die geschlossene Dorfgesellschaft entsteht. So können Konflikte aufflammen.

Trotz des historischen Hintergrundes haben Sie ein Buch der Fantastik geschrieben – wie erklären Sie sich den Boom dieses Genres?

Hauser: Ich sehe es eher so, dass der Boom, den Peter Jackson mit den „Herr der Ringe“-Filmen vor gut 20 Jahren der Fantasie- und Fantastikliteratur gebracht hat, langsam wieder abflacht. Doch scheinbar ist es tatsächlich so, dass in Krisenzeiten die sogenannte Fluchtliteratur Konjunktur hat. Die literarische Welt relativiert die Krise der Wirklichkeit ein wenig. Dieser Sichtweise haftet oft etwas Negatives an, aber das muss nicht so sein. Mein Roman zählt zur Fantastik. Es beschäftigt sich also mit ernsthaften, realistischen Problemen im Gewand des Horrors.

Info: Am Dienstag, 5. Juli, liest Erik Hauser ab 18.30 Uhr in der „Bücher Insel“ aus dem Buch „Das Erbe der Wölfe“. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind unter Telefon 06202/9 47 95 55, möglich.

Zur Person

Der Autor Erik Hauser ist 59 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Brühl.

Er unterrichtet am Geschwister-Scholl-Gymnasium die Fächer Englisch und Deutsch.

Seit 1999 veröffentlicht er in Anthologien seine Novellen und Essays.

Er schrieb zunächst in Englisch, sein erste bedeutendere Veröffentlichung auf Deutsch war 2009 die NovelleRosenblut“ im Band „Sad Roses“.

2016 veröffentlichte er die Textsammlung „Jenseits des Rheins“.

Sein erster Roman heißt „Das Erbe der Wölfe“ und ist unter der ISBN 978-3-946773-40-5 beim Fabylon Verlag erschienen. Die 234 Seiten kosten 16 Euro. ras

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