Bauarbeiten - Bagger beendet die 120-jährige Geschichte des Wohnhauses in der Rohrhöfer Straße Ein Kreisel ist nur eine Idee

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ras
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Durch den Abbruch des Eckhauses könnte die Verkehrssituation an der Einmündung der Rohrhöfer in die Ketscher Straße deutlich verbessert werden. Doch noch gibt es keine eindeutigen Lösungsansätze, sondern nur Gedankenspiele. © strauch

Brühl. Mit schwerem Gerät wurde am Mittwoch, 20. Januar, die 120-jährige Geschichte des Wohnhauses an der Ecke Ketscher und Rohrhöfer Straße besiegelt. Die Kommune hatte das inzwischen baufällige Haus, das zuletzt über mehrere Jahre leer gestanden hatte, vor einigen Monaten von einer Erbengemeinschaft erworben und im Technischen Ausschuss in der Oktobersitzung den Abriss beschlossen.

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Durch die dann frei werdende Fläche soll, so wurde bereits damals erklärt, die Verkehrssituation der Rohrhöfer Straße in die Landesstraße entschärft werden. Wie das aussehen könnte, darüber kann die Gemeindeverwaltung noch keine Aussagen machen, wie unsere Zeitung auf Anfrage erfuhr. Zwar laufe die Planung für die Zukunft dort bereits an, doch sei noch nichts spruchreif. Dazu kommt, dass die Ketscher Straße eine Landesstraße ist, damit liegt die Entscheidungshoheit über die Gestaltung dieses Knotenpunktes – er gehört laut Lärmaktionsplan zu den meistbefahrenen und damit lautesten in der gesamten Gemeinde – nicht allein in den Händen des Rathauses. Jede Planung dort müsse auch mit dem Land Baden-Württemberg abgeklärt werden, das ja letztlich dann auch Anteile der Finanzierung einer neuen Verkehrsführung mittragen müsste.

Planung ist bereits angestoßen

Die Planung sei zwar inzwischen angestoßen, zuständige Behörden würden um Stellungnahmen gebeten, und damit die Möglichkeit gegeben, dass noch im laufenden Jahr über eine Neugestaltung entschieden werden könnte. Doch dass mit Arbeiten begonnen wird, ist für 2021 unwahrscheinlich. Der Termin für den Baustart liegt demnach noch in den Sternen.

Eine oft vorgetragene Idee ist der Bau eines Kreisverkehrsplatzes, um nicht nur für mehr Sicherheit beim Einfahren in die Landesstraße zu schaffen, sondern auch, um die Tempo-30-Beschränkung auch für den letzten Raser dort zu verdeutlichen. Der Platz für einen Kreisel würde mit dem Abriss des Wohnhauses auf der – von Rohrhof kommend – rechten Seite und dem Parkplatz auf der linken Seite der Straße vorhanden sein. Allerdings könnten sich Konflikte mit der Fußgängerampel auf Höhe der Hauptstraße ergeben. In Stoßzeiten könnte sich dann ein Rückstau bilden, der bis in den Kreisel hinein für Verkehrsbehinderungen sorgt.

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Weitere Alternativen könnten eine Verbreiterung des „Trichters“ bei der Einmündung der Rohrhöfer Straße oder eine Verlegung der Fahrbahn in die eine oder andere Richtung sein. Bei der letztgenannten Variante wäre dann sogar noch Platz für den eventuellen Bau eines Wohngebäudes vorhanden.

Es zeigt sich also, dass es nicht nur eine Idee gibt, wie die Verkehrssituation sich künftig darstellen könnte. In den kommenden Monaten wird es nun darum gehen, Vor- und Nachteile abzuwägen und die Meinungen aller beteiligten Behörden und Anwohner unter einen Hut zu bringen. ras