Umweltförderung - Bisheriges Programm einstimmig erweitert / Anschaffung neuer Heizungspumpen und Trolleys wird unterstützt Einkauf per Fahrrad spart viele Tonnen CO2

Von 
Stefan Kern
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Dass die Brühler begeisterte Nutzer ihrer Fahrräder sind, beweist auch die regelmäßig hohe Teilnehmerzahl bei der Aktion Stadt-radeln. Mit der Förderung von Trolleys soll nun deren Einsatz im Alltag weiter vorangetrieben werden. © Widdrat

Brühl. Bürgermeister Dr. Ralf Göck ist sichtlich stolz. In Sachen Umweltförderung sei die Hufeisengemeinde auf einem Niveau, das seinesgleichen suche, erklärte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der Schutz der Umwelt sei im Ort nicht nur eine leere Phrase, sondern gelebte Praxis. Angespielt hat der Bürgermeister damit auf das Instrument „Umweltförderrichtlinien der Gemeinde“, mit dem in den Jahren 2016 bis Mai 2020 Maßnahmen in einem Volumen von knapp 154 000 Euro gefördert wurden.

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Darunter fänden sich unter anderem 40 Heizöltank-Entsorgungen, 19 Photovoltaikanlagen, 23 Stromspeicher für Photovoltaikanlagen, zwölf Wärmepumpen, 60 Fernwärmeanschlüsse und 157 Umwelt-Abos für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Nach dem einstimmigen Beschluss des Rates kommen jetzt auch die Förderung für Wärmepumpen bei Neubauten, Lastenfahrräder für Privatpersonen, Ladestationen für E-Autos und die Förderung thermographischer Untersuchungen für Gebäude hinzu.

Per Abstimmung begrüßt wurde von den Ratsfraktionen darüber hinaus auch die Aktion „Heizungspumpen-Austausch“ und „Brühler Fahrrad-Trolley“ unter dem Schirm des Klimaschutzkonzeptes. Neue Heizungspumpen, die inklusive Montage bei 300 bis 450 Euro liegen, sollen mit 25 Prozent und höchstens 100 Euro und die Fahrradtrolleys, die bei Anschaffungskosten zwischen 100 und 300 Euro liegen, mit 50 Prozent und höchstes 150 Euro gefördert werden.

Gegen Emissionen und Lärm

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Bei beiden Maßnahmen verspricht sich die Verwaltung durchaus erhebliche Einsparungen bei den Emissionen von Kohlendioxid (CO2). Und mit den Fahrrad-Trolleys, im Grunde nichts anders als Fahrradanhänger, könnte im Nahbereich auch eine Menge Verkehr mit allen seinen Folgen wie Lärm, Stress im Ort und lokale Luftverschmutzung vermieden werden.

In der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat macht die Verwaltung die Rechnung auf, dass ein wöchentlicher Einkauf in einem ein Kilometer entfernten Geschäft auf das Jahr gesehen CO2-Emissionen von 14 bis 32 Kilogramm vermeiden hilft. Macht schon bei 7000, der Hälfte der Einwohnerzahl Brühls von 14 000 Einwohner, im Jahr 98 bis 224 Tonnen CO2 für die Gesamtgemeinde.

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Viele kleine Schritte, so der FW-Gemeinderat Klaus Pietsch, ergeben manchmal doch einen großen Schritt. Eine Sicht, die von Thomas Gaisbauer (CDU), Gabriele Rösch (SPD) und Ulrike Grüning (GLB) einmütig geteilt wurde.

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Es war nicht zu übersehen, dass alle am Ratstisch sichtlich stolz auf die Förderpolitik der Gemeinde waren. Gaisbauer nutzte dabei die Gelegenheit zu betonen, dass die Förderrichtlinien und das Klimaschutzkonzept Belege dafür seien, dass man den Klimaschutz auch neben der umstrittenen Geothermie ernst nehmen könne.

Freie Autorenschaft Stefan Kern ist ein freier Mitarbeiter der Schwetzinger Zeitung.