Investitionen - In allen Bildungsstätten wird in den Ferien eifrig geschafft / Großes Stühlerücken rund um die Schillerschule / Außenstelle in Rohrhof wird gestrichen Es fließt ständig viel Geld in die Schulgebäude

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Ralf Strauch
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Die Fassade der Rohrhofschule wird derzeit gestrichen und soll bis Ferienende komplett im neuen Glanz erstrahlen. © Strauch

Brühl. Bildung ist ein öffentliches Gut und laut Grundgesetz Sache des Staates, unter dessen Aufsicht das Bildungswesen steht. Die konkrete Ausgestaltung übernehmen im föderalen System die Bundesländer. Das bedeutet, dass das Kultusministerium in Stuttgart die Standards in Form von Bildungsplänen festlegt, die Unterrichtsorganisation in der Hand hat und die Lehrer beschäftigt. Die Gemeinde als Träger der Schulen ist für die Bereitstellung der „Hardware“ zuständig – sie investiert in die Gebäude und deren Ausstattung, um ein reibungsloses Unterrichtsangebot zu gewährleisten.

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Und so ist Brühl für die Schiller-Grundschule mit der Außenstelle in Rohrhof und die Jahngrundschule zuständig. Zudem ist die Kommune zusammen mit der Gemeinde Ketsch Träger der Marion-Dönhoff-Realschule. „Diese Schulen sind insgesamt in einem guten Zustand“, bilanziert Bürgermeister Dr. Ralf Göck und verweist auf die hohen Investitionen, die in den vergangenen Jahren immer wieder in die Gebäude gesteckt wurden.

So erhielt die Jahnschule in diesem Jahr für 250 000 Euro neue Fenster. Bei der Schillerschule laufen – nach einer planungsbedingten Pause – die Arbeiten der Fassadensanierung wieder an und auch die Realschule stehe aktuell gut da. Dazu seien in diesem Jahr noch die Erneuerungen der Pausenhöfe in den beiden Grundschulen gekommen. „Aber wir ruhen uns nicht aus, sondern arbeiten stetig daran, dass der gute Stand gehalten wird“, so das Gemeindeoberhaupt.

Was das für die Sommerferien bedeutet, erläutert sein Bauamtsmitarbeiter Chris Oelsner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das ist schon eine Menge“, sagt er und beginnt bei seiner Umschau in der Schillerschule. Dort läuft derzeit das große Stühlerücken zwischen Grundschule, Hort und Kindergarten. So entsteht zurzeit ein zweiter Hortraum in einem früheren Klassenzimmer des Hauptgebäudes.

Neue Räume für die Einrichtungen

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Wenn die Kinder nach den Ferien umziehen können („Das sollte zeitlich zu machen sein.“), soll der dadurch freiwerdende Raum im Pavillon der Schillerschule zu einem weiteren Gruppenraum für den Sonnenschein-Kindergarten werden. „Der wird dann im laufenden Betrieb umgebaut“, sagt Oelsner. Dazu kommt übrigens später beim Kindergarten noch ein zusätzlicher Raum, der durch die Umgestaltung der Hausmeisterwohnung gewonnen wird, ergänzt Bürgermeister Göck im Gespräch.

Doch zurück zur Schillerschule. Dort wird im Bereich der Sanitäranlagen ein weiterer Fassadenabschnitt saniert, was wärmetechnisch eine Verbesserung darstellt. Auch diese Arbeiten würden wohl fristgerecht zum neuen Schuljahr fertig, prognostiziert Oelsner, „kleinere Arbeiten, die dann im schlimmsten Fall noch zu machen sind, werden in den Nachmittagsstunden erledigt, damit der Unterricht nicht gestört wird“.

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Die Fassade der Außenstelle in Rohrhof wird während der Ferien komplett gestrichen. Noch ist der Malerbetrieb nicht ganz um das über 100 Jahre alte Gebäude herumgekommen, doch – wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht – wird das Haus zum Unterrichtsstart auch zur Straße hin in frischem Glanz erstrahlen. „Ich bin da zuversichtlich“, so der zuständige Bauamtsmitarbeiter.

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In der Jahnschule wurden und werden in der Ferienzeit aufwendigere technische Arbeiten erledigt, so gab es dort eine neue Lautsprecheranlage – was unbedeutend klingt, bringt der Schule ein deutliches Plus an Sicherheit. Außerdem muss ein Serverschrank umziehen, damit der Raum, in dem er bislang untergebracht war, für andere Zwecke genutzt werden kann. Mit dem Ziehen neuer Kabel sind die beauftragten Firmen da mit Arbeit gut eingedeckt.

Toilettenanlagen sind saniert

Fertig wird wohl auch in den nächsten beiden Wochen die Komplettsanierung der Toilettenanlage des Horts an der Jahnschule. „Das ist mit sechs Wochen Bauzeit sicherlich das ambitionierteste Projekt der Ferien“, so Oelsner.

In der Marion-Dönhoff-Schule wird derzeit die Schrägverglasung bei den Umkleiden der Sporthalle ersetzt. Die bisherigen Fenster waren so marode, dass sie bereits undicht wurden. Die Arbeiten sollten eigentlich schon im vergangenen Jahr erledigt sein, doch da kapitulierte das beauftragte Unternehmen. Außerdem werden im Schulgebäude alle Vorarbeiten geleistet, dass in den Herbstferien die Anlage für die Fernwärme angeschlossen werden kann.

Es fließt also laufend viel Geld in die Schulen, doch die Zahlen zeigen, dass funktionstüchtige Schulen eine Herausforderung bleiben. Knapp acht Prozent der Einwohner der Gemeinde sind nach den Zahlen des statischen Landesamtes im schulpflichtigen Alter von sechs bis 16 Jahren, damit liegt Brühl knapp eineinhalb Prozentpunkte unter dem Kreis- und Landesschnitt.

Doch die Statistiken weisen auch aus, dass bis 2035 wohl mit einer Angleichung der Zahlen zu rechnen sei, dann leben auch in der Hufeisengemeinde im Vergleich zur Gesamtbevölkerung knapp zehn Prozent Kinder und Jugendliche, die eine Schule besuchen.

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