Gedanken zur Corona-Zeit von Hilde Nagy

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Wenn etwas nicht mehr möglich ist, verändere es, so dass es anders möglich wird!? Küsse zuwerfen – zwei Hände – randvoll. Liebevolle Blicke – nur auf Abstand zu sehen. Intensive Gespräche – auf Abstand. Trotzdem von Angesicht zu Angesicht. Reden statt berühren. Achtsamkeit der Sprache, achten auf die Zwischentöne. Nie mehr an einem Menschen schnuppern? Nie mehr: „Ich kann dich so gut riechen.“ Welch ein Verlust! Traurig! Abstand! Furcht! Nie mehr berühren! Schreiende Sehnsucht! Unüberwindliche Leere! Ausgestreckte Hände – greifen wollen, nicht fassbar. „Du bist nicht greifbar? – Macht unsere Trennung bewusst. Abstand. Bilder verschwommen, Farben verändert, Realität ist relativ. „Ich habe ein Gegenüber.“ Dankbarkeit. Freude. Grüne Bäume, Herbstlaub, singende Amseln, Eichhörnchen – ohne Abstand! Ganz nah! Angst – hält die Liebe aus? Erfahrung – Liebe kann fliegen!

Hilde Nagy malt und dichtet gern. © Nagy