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Drachenbootsport

Gottlieb Baumeister aus Brühl bei Drachenboot-EM: Sieben Medaillen zieren seinen Hals

Die Nationalmannschaft mit dem Brühler Gottlieb Baumeister räumt bei der Europameisterschaft ordentlich ab

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Ralf Strauch
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Der Brühler Gottlieb Baumeister freut sich im katalanischen Bañyoles über die erste Goldmedaille, die er mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft erkämpft hat. © baumeister

Brühl. „Hier sind sie“, sagt Gottlieb Baumeister und hält sieben Medaillen stolz in die Höhe – sechs sind golden eine silber. Es ist die persönliche Ausbeute des Brühlers von der Europameisterschaft im Drachenbootfahren im nordspanischen Bañyoles. Der begeisterte Paddler kann bereits auf eine erfolgreiche Karriere in dieser Sportart verweisen.

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Sein erstes internationales Gold im Drachenboot holte der 65-Jährige 2016 bei der Clubweltmeisterschaft. Dann ging es auf internationaler Ebene mit etlichen Medaillen weiter, die Baumeister in einer Vitrine seines Wohnzimmers feinsäuberlich drapiert hat. Nur das Edelmetall aus Spanien liegt noch auf einer Kommode – seit den Siegen vor wenigen Tagen hat Baumeister noch nicht die Zeit gefunden, sie den vielen anderen Trophäen hinzuzugesellen.

Teams aus zehn Ländern treten bei der Europameisterschaft mit ihren Drachenbooten über verschiedene Strecken und in mehreren Altersgruppen gegeneinander an. © Baumeister

Seit einigen Jahren ist der Brühler im Nationalteam des Deutsche Drachenbootverbandes (DDV), das den Sport auf hohem Niveau betreibt und bei internationalen Wettkämpfen vielfach eine Favoritenrolle einnimmt. „Die härteste Konkurrenz kommt aus den USA, Kanada und der Ukraine“, verrät Baumeister. Und das Team aus dem kriegsgebeutelten Land war es auch, dass dem deutschen Drachenboot mit Baumeister in Bañyoles in seiner Altersklasse die einzig fehlende Goldmedaille knapp vor der Nase wegschnappte, „da hat es bei uns nur für Silber gereicht“.

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Drachenbootsport: Brühler Gottlieb Baumeister holt Gold

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Angefangen hat Baumeisters Begeisterung fürs Paddeln 1974. Damals saß er noch im Kanu und nahm darin an vielen Wettkämpfen teil. Doch 2008 entdeckte er seine Liebe zum Drachenboot – sie ließ ihn seitdem nicht mehr los.

Seine sportliche Heimat hat der Brühler bei den Green Dragons, dem Drachenbootteam des KG Neckarau gefunden. Neben dem Gemeinschafts- und Teamspirit fordere dieser Sport jeden Paddler leistungsmäßig, denn es brauche Kraft, Konzentration und Disziplin, um gemeinsam im gleichen Takt alles zu geben, erklärt Baumeister. Um die entsprechende Leistung zu erreichen, muss also regelmäßig trainiert werden – übrigens auch auf dem Otterstädter Altrheinarm. Die monatelange und intensive Vorbereitung Baumeisters hat sich gelohnt – mit seinen Sportkameraden der Nationalmannschaft hat er schließlich auf der alten Olympiastrecke in Bañyoles ordentlich abgeräumt.

Der Brühler Gottlieb Baumeister freut sich im katalanischen Bañyoles über die erste Goldmedaille, die er mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft erkämpft hat. © baumeister

Drachenboot: Über 2000 Jahre alte Tradition

Die Ursprünge des Drachenbootsports liegen so weit zurück wie bei nur ganz wenigen Sportarten. Bereits vor mehr als 2000 Jahren wurden nämlich im Süden Chinas Drachenbootfeste abgehalten, bei denen Teams in den schlanken, mit einem Drachenkopf geschmückten Booten gegeneinander Regatten fuhren. Und die Faszination, die diese Boote ausstrahlen, hat nichts an Kraft verloren. Beim modernen Drachenbootsport handelt es sich immer noch um spektakuläre Wettkämpfe. In den Standardbooten sitzen 20 Paddler jeweils paarweise nebeneinander. Es gibt aber auch Kurzboote für nur zehn Personen. Ein Trommler und ein Steuermann vervollständigen die Mannschaft. Baumeister ist als Steuermann und als Paddler aktiv.

Doch was macht der Trommler – ist er nur für die Show? Baumeister schüttelt den Kopf. „Nein, der ist sogar sehr wichtig“, sagt er, denn der Trommler der im Bug entgegen der Fahrtrichtung sitzt, gibt den Schlag vor, der müsse immer synchron bleiben, wenn man ganz oben in der Spitze mitfahren wolle. Außerdem ist er es, der die Paddler anfeuert und das Tempo steigert.

Die Drachenköpfe sind das traditionsreiche i-Tüpfelchen an den Booten dieser über 2000 Jahren Sportart. Sie geben ihm zudem ein exotisches Flair. © .

Das Ziel der Teams besteht darin, bestimmte Distanzen so schnell wie möglich zurückzulegen – international werden Strecken über 200, 500 und 2000 Meter gefahren. „Bei der Langstrecke weiß man hinterher schon, was man sportlich geleistet hat“, hebt Baumeister hervor und lacht.

Der Drachenbootsport wird in Deutschland immer populärer, bleibt aber dennoch exotisch – in vielen anderen Ländern, insbesondere im Herkunftsland China, ist er aber ein großes sportliches und gesellschaftliches Phänomen. Er gilt derzeit als am schnellsten wachsende Wassersportart der Welt. Zurzeit hat der DDV knapp 50 Mitgliedsvereine mit rund 1700 Mitgliedern über das ganze Bundesgebiet verteilt.

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Bei der Europameisterschaft in Spanien war Baumeister einer von 800 Athleten aus zehn Ländern – neben Teams aus Deutschland und Spanien, gingen auch Boote aus Großbritannien, Ungarn, Italien, Norwegen, der Tschechischen Republik, Schweden, Zypern und der Ukraine an den Start. „Das war wirklich ein tolles Erlebnis“, gerät der Brühler auch wenige Tage nach den Siegen auf den verschiedenen Strecken noch ins Schwärmen.

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