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Handeln statt jammern

Ralf Strauch sieht bei der Straßenkerwe die Vereine in der Plicht

Von 
Ralf Strauch
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Die wechselnden Organisatoren waren in den vergangenen mehr als drei Jahrzehnten immer stolz, dass die Straßenkerwe ein Stück gelebte Brauchtumspflege und ein Fenster der Vereinsarbeit ist. Sie ist ein Treffpunkt der Menschen der Hufeisengemeinde und auch für Gäste aus der Region. Die Vereine nutzten dieses Fest, um sich vorzustellen und für sich in geselliger Runde Werbung zu machen. Das war ein erklärtes Ziel der Gründerväter Werner Fuchs und Günther Reffert.

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Dann kam Corona. Und damit die oft zitierte Zeitenwende im Festbetrieb. Zweimal war am ersten Oktoberwochenende rund um den Messplatz Ruhe. Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Altgediente Haudegen der Vereine sind in diesen Monaten auch nicht jünger geworden und haben eventuell erkannt, was Quality time ohne Vereinsarbeit sein kann. Nachrücker im Engagement konnten nicht in die Aufgabe hineinwachsen, weil es eben zwei Jahre lang die Aufgabe gar nicht gab.

Mal ganz abgesehen davon, dass die Mitgliederzahlen der Vereine bei einer über den Selbstzweck hinausgehend engagierten Jugend nicht unbedingt optimistisch stimmen. Aber woher sollen die Nachrückenden nach der Zwangspause auch wissen, wie bereichernd solch ein Engagement am Vereinsstand sein kann.

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Ralf Strauch
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Es gibt aber auch Silberstreifen am Horizont. Die Chorgemeinschaft – ein Verein mit hohem Durchschnittsalter – bleibt bei der Kerwe aktiv, der Musikverein sorgt für Akzente mit Geselligkeit und handgemachter Musik, der FVB ist dabei und die „ Rhoischnooke“ wie eh und je. Nach längerer Pause werden auch die „Kollerkrotten“ ein Stand betreiben.

Vielleicht ist es also keine Frage des nicht Könnens, sondern des nicht Wollens. Denn selbst der Vorschlag der Verwaltung, dass sich Vereine zusammenschließen können, um mehr Helfer zu generieren, lief ins Leere. Dabei sollte den Vereinen doch klar sein, dass sie, um Bedeutung im Gemeindeleben zu haben und dafür auch gefördert zu werden, mehr leisten sollten, als nur ihrem ganz individuellen Vereinszweck zu dienen.

So jedenfalls besteht die Gefahr, dass das oft beschworene gesellige Brauchtum ausstirbt. Zumal auch ein wichtiger Repräsentant kalte Füße bekommen zu haben scheint. Und das führt dann auch zur geballten Ladung an Kritik gegen die Organisatoren der Kerwe, die aber doch letztlich auf Unterstützung von den Menschen im Ort angewiesen bleiben. Also: Nicht jammern, sondern machen. Die Kerwe kann nur funktionieren, wenn auf beiden Seiten der Theken möglichst viele Menschen präsent sind.

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