Pfarrerin im Probedienst - Melanie Börnig (32) hofft auf eine Übernahme „Ich freue mich sehr auf Brühl“

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Catharina Zelt
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Brühl. Charmantes Lächeln, heimatverbunden, engagiert – das beschreibt Melanie Börnig, die als evangelische Pfarrerin im Probedienst in die Hufeisengemeinde kommen wird, ziemlich gut. Bereits Mitte Februar wird bekanntlich Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch eine neue Stelle in Pforzheim angehen. Melanie Börnig tritt nun für die letzten sieben Monate ihres Probedienstes in die Fußstapfen der beliebten Seelsorgerin und freut sich bereits darauf, ab dem 12. März in Brühl zu arbeiten.

Die Pfarrerin im Probedienst, Melanie Börnig, lächelt bei einem Spaziergang im Schwetzinger Schlossgarten in die Kamera. © Börnig
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„Nach dem zweiten theologischen Examen werden wir für die ersten zwei Berufsjahre als Pfarrerinen im Probedienst von unserem Arbeitgeber, der badischen Landeskirche, in eine Kirchengemeinde entsandt“, erklärt Börnig im Gespräch mit unserer Zeitung. Von bestimmten Aufgaben wie zum Beispiel der Geschäftsführung seien die Pfarrer im Probedienst in den ersten Jahren aber noch befreit. Die Zeit des Probedienstes solle dazu dienen, Stück für Stück in die Rolle der Pfarrerin hineinzuwachsen.

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

„Ich wurde von der badischen Landeskirche zunächst in den Kraichgau in die Kirchengemeinde Ittlingen-Richen entsandt. Dort habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen, aber ich habe auch mit der Zeit gemerkt, dass es mich auf Dauer wieder in meine Heimat zieht. Mein Mann arbeitet beruflich in Mannheim und ich selbst bin in Rheinau-Süd aufgewachsen. Als ich dann schwanger wurde, bin ich während des Mutterschutzes wieder zurück nach Rheinau-Süd gezogen, wo mein Mann und ich nun in einer kleinen Wohnung zur Miete wohnen“, erzählt die Mannheimerin.

Sie habe sich gewünscht, dass die Evangelische Landeskirche in Baden sie für die letzten sieben Monate des Probedienstes in eine Gemeinde schickt, die geografisch möglichst nah an ihrem Wohnort gelegen ist und „in der ich die Chance habe, mit meiner Familie anzuwachsen und dann hoffentlich nach den sieben Monaten auch dort bleiben zu können“. Da kam ihr die Nachbargemeinde Brühl natürlich gelegen.

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An der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg machte sie ihren Magister in Theologie, bevor sie anschließend ihr zweijähriges Vikariat, die praktische Vorbereitung auf den Beruf des evangelischen Pfarrers, bei der evangelischen Kirchengemeinde in Heddesheim absolvierte.

Für die Arbeit in der Kirche interessierte sie sich schon früh. „Ein Pfarrwechsel im Jahr 1998 ließ die Kinder- und Jugendarbeit meiner Heimatgemeinde, der Martinsgemeinde in Rheinau-Süd, neu aufleben“, meint Börnig. Mit etwa zehn Jahren gestaltete sie die ersten Mitmach-Gottesdienste musikalisch mit. Während ihrer Konfizeit und auch danach noch arbeitete sie viel im Bereich Kinder- und Jugendarbeit, war bei Mitmach- und Kindergottesdiensten sowie den ökumenischen Kinderbibeltage dabei. Darauf aufbauend wirkte sie später auch im Liturgiekreis mit.

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2007 ist die heutige Mutter einer Tochter dann in den Ältestenkreis gewählt worden. Dort war sie Ansprechpartnerin für „Kinder- und Jugendarbeit“. Sie hat die Leitung eines Kindergottesdienst-Teams übernommen und war später auch für die Mädchenarbeit, einem Kreis aus jungen Frauen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, zuständig. In der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Gemeinde half sie ebenso mit wie bei der Gestaltung verschiedener Gottesdienste. Nachdem Miriam Jakob, Pfarrerin auf Probe, die Gemeinde verließ, übernahm Börnig die Planung der „Stillen Stunde“ im Kindergarten, einer kleinen Andacht als Angebot für die rund 50 Kinder der evangelischen Kindertagesstätte der Martinsgemeinde.

Netzwerke sind wichtig

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Bis Januar 2020 war die angehende Pfarrerin im Probedienst in Ittlingen-Richen. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit dort waren die Netzwerkbildung, die Stärkung des Ältestenkreises als Leitungsgremium der Gemeinde und die Gottesdienstarbeit. Auch Unterricht in der Grund- und Realschule gehörte zu den Aufgaben. „Ich war sehr erleichtert, dass mein Arbeitgeber meinem Wunsch nachkam und in Absprache mit Dekanin Annemarie Steinebrunner die Kirchengemeinde Brühl für mich ausgewählt hat. Ich freue mich, dort am 12. März meinen Dienst antreten zu dürfen“, sagt die 32-Jährige abschließend in unserem Gespräch.

Volontariat Volontärin der Schwetzinger Zeitung