Energiewende - Grünes Landtagsmitglied sieht Technik als sicher an Kern: Beben durch Geothermie ist reine Angstmache der BI

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zg/ras
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Brühl. Erdbeben durch Geothermie seien „reine Angstmache“, kommentiert der Landtagsabgeordnete Manfred Kern von Bündnis 90/Die Grünen die Äußerungen der Brühl-Ketscher Bürgerinitiative. Das Verfahren, wie es in Baden-Württemberg zulässig sei, wäre sicher und für eine erfolgreiche Energiewende unverzichtbar. Die Bürgerinitiative gegen Geothermie hatte ihre Bedenken in einer Stellungnahme bekräftigt (SZ von Freitag, 29. Januar). „Diesmal steht das Menetekel nicht mehr in Landau oder Staufen – neuerdings äußert man sich zu gemessenen Erdbeben in Straßburg“, stellt Kern dazu in einer Pressemitteilung fest.

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Die Ereignisse dort sehe die Bürgerinitiative als Konsequenz der im Elsass betriebenen Geothermie-Anlage und warne deshalb vor ähnlichen Beben, die auch die Kurpfalz heimsuchen würden, wenn in der Region ebenfalls die Erdwärme genutzt werden sollte, so Kern.

„Wäre hier nicht erlaubt“

„Geothermie ist nicht gleich Geothermie und Tiefe Geothermie ist nicht gleich Tiefe Geothermie. Das Verfahren, das vor den Toren Straßburgs angewandt wurde, wäre in Baden-Württemberg nicht erlaubt“, erklärt Kern als Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwetzingen-Hockenheim. „Obwohl unter anderem der seit Jahren völlig problemfreie Probebetrieb in Bruchsal beweist, dass Geothermie auch zur Stromgewinnung hier in der Gegend gefahrlos geht, haben wir uns entschlossen, die Geothermie in unserer Region nur noch zur reinen Wärmegewinnung einzusetzen, weswegen mit deutlich niedrigerem Druck gearbeitet werden kann“, so Kern weiter. Bei den Geothermie-Projekten bei Straßburg sei mit viel höheren Drücken gearbeitet worden. Man könne daher die Situation nicht auf die Vorhaben in der Region übertragen, nimmt der Parlamentarier zu den Äußerungen der BI Stellung.

„Es ist reine Angstmache und gehört meiner Meinung nach schon in den Bereich der Fake News, Erdbeben als grundsätzliche Konsequenz jeglicher Geothermie-Gewinnung an die Wand zu malen,“ so Kern, der die Technologie, wie er nachdrücklich betont, als sicher und unverzichtbar ansieht.

Für Energiewende essenziell

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Kern stellt in seiner Pressemittelung weiter fest„Die Wärmeversorgung stellt rund 40 Prozent unseres Energieverbrauchs dar. Für eine erfolgreiche Energiewende ist es essenziell, dass unsere Energieversorgung zu 100 Prozent erneuerbar wird. Daher muss auch Wärme nachhaltig erzeugt werden. Woher soll die Energie kommen, die in den Fernwärmeleitungen des Großkraftwerks Mannheims transportiert wird, wenn das Kohlekraftwerk aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes stillgelegt ist? Hier bleibt die Bürgerinitiative sämtliche Antworten schuldig.“

Selbstverständlich dürften dabei keinerlei Risiken für Menschen oder Umwelt eingegangen werden, stellt Kern abschließend fest. Daher sei es wichtig, geeignete Standorte zu definieren, so der Abgeordnete, wie sie gerade im Rhein-Neckar-Raum anzutreffen seien. zg/ras

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