Schwetzinger Wiesen - Minister Peter Hauk und CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm informieren sich vor Ort / Dort tätige Bauern fürchten Verlust von Äckern Landwirtschaft im Einklang mit Umweltschutz

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ras/zg
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Der Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk (r.) und CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm besuchen Schwetzinger Wiesen. Auf einer Karte zeigen ihnen die Landwirte den Verlauf des alten Sommerdamms (gelbe Linie) und des neuen (rote Linie), der beim jüngsten Hochwasser gebrochen ist. © Sturm

Brühl. Ein Bild vor Ort wollten sich der baden-württembergische Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk (CDU) und der CDU-Landkreiskandidat Andreas Sturm bei einem Besuch der Schwetzinger Wiesen bei Brühl machen. Dabei suchten sie das Gespräch mit den im dortigen Landschafts- und Naturschutzgebiet tätigen Landwirten.

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Da das Hochwasser die Schwetzinger Wiesen überflutet hat, traf sich die Abordnung von Landwirten mit dem Minister auf dem Grundstück vom Wiesenschütz Fritz Fichtner. Das Anwesen liegt direkt neben dem Hochwasserdamm in der Mühlgasse und bot nicht nur den direkten Blick auf die Wiesen – als Gesprächsgrundlage war auch eine Übersichtskarte des Gebiets aufgebaut worden.

Wichtige Existenzgrundlage

„Dies ist der alte Sommerdamm, den wir 1980 aufgegeben haben, damit ein Naturschutzgebiet entstehen kann. Uns wurde versprochen, dass wir die Fläche vor dem neuen Sommerdamm dauerhaft bewirtschaften können, nun will man uns vertreiben“, berichtet Landwirtin Elfriede Fackel-Kretz-Keller und zeigte auf der Karte den Deich, der etwa auf halber Strecke zwischen Fluss und dem heutigen Sommerdamm parallel zum Rhein verlief. Die oftmals zitierte aktuell laufende Machbarkeitsstudie, die klären soll, was in den Schwetzinger Wiesen alles möglich ist, könne, wie so viele Machbarkeitsstudien, politisch motiviert sein, wurde von ihr kritisiert.

So sollen die restlichen 25 Prozent der Schwetzinger Wiesen, die zurzeit landwirtschaftlich genutzt werden, künftig auch zum Naturschutzgebiet werden, erklärten die Bauern. Die Grünen forderten, wie sie unterstrichen, den Abbruch des neuen Sommerdamms, damit auf den Schwetzinger Wiesen eine Moorlandschaft entstehen könne. Dies würde einigen der dort tätigen Bauern die Existenzgrundlage rauben und zudem den Bürgern der umliegenden Gemeinden ein beliebtes Naherholungsgebiet nehmen. Darüber hinaus würde die Wegnahme des Sommerdammes dazu führen, dass die Schwetzinger Wiesen „bei jedem kleinen Hochwasser bis zur Bebauungsgrenze Brühl überschwemmt werden“, prognostizierten die Landwirte.

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Landwirtschaftsminister Peter Hauk ließ sich die Vorteile einer landwirtschaftlichen Bewirtung der Schwetzinger Wiesen näher erklären. Bauer Ulli Renkert stellte dar, dass auf den Schwetzinger Wiesen regionale Produkte erzeugt werden, die ohne Bewässerung angebaut werden können.

„Einerseits möchten grüne Politiker den Wasserverbrauch der Landwirtschaft noch weiter senken, der übrigens bei nur 1,2 Prozent liegt, und dann sollen Landwirte von den Gebieten vertrieben werden, die ohne Bewässerung bewirtschaftet werden können“, so Landtagskandidat Andreas Sturm.

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Die Nutzung des Wassers sei ohnehin ein großer Streitpunkt zwischen Landwirten und Umweltschützern, so möchten die Landwirte den Schneckengraben bei Rohrhof säubern, da durch Schlammablagerungen in diesem Graben tatsächlich kein Wasser mehr abfließen könne.

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„Entgegen der Behauptung, wir würden die Wiesen trockenlegen, wollen wir nur, dass das Oberflächenwasser abfließt“, sagte Fritz Fichtner, der als Wiesenschütz für die Pflege und den Erhalt des Gebiets verantwortlich ist. Peter Hauk versprach den Bauern und Fichtner, sich erneut für eine Reinigung des Grabens einzusetzen, um seinen ursprünglichen Zweck wiederherzustellen, wie er in dem Gespräch bekräftigte.

Im Einklang mit der Natur

„Es ist die Frage, welche Art von Landwirtschaft wir haben wollen“, meinte der CDU-Landtagskandidat Sturm zum Abschluss des Gesprächs, „wenn die Familienhöfe vertrieben werden, gibt es nur noch Großlandwirte oder die Produktion wird ins Ausland verschoben, wo die Standards weitaus schlechter sind. Ohne regionale Landwirtschaft, keine regionalen Produkte.“

Den Landwirten sei es wichtig, dass ihre Arbeit im Einklang mit der Natur stattfinde, dies beträfe sowohl den Anbau von regionalen Lebensmitteln, als auch die Landschaftspflege, hieß es weiter. Sturm und Hauk würdigten das Engagement der Landwirte, die einen großen Beitrag für die Menschen und die Umwelt in der Region leisteten. „Landwirtschaft und Umweltschutz sind kein Widerspruch, sondern sie gehören zusammen“, so die beiden CDU-Politiker abschließend. ras/zg

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