Kunstförderverein „Friends of Art“ - Mitglieder präsentieren in Schaufenstern am Lindenplatz Bilder und Figuren / Spaziergänger betrachten häufig die Werke Leer stehender Laden in Brühl wird zu buntem Atelier

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Zelt
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Viele bunte Bilder und Porträts hängen an den Wänden gegenüber des Lindenplatzes. Auf dem Boden stehen Skulpturen und Farbtuben liegen auf einem Haufen. © Zelt

Brühl. Die Wände hängen voll bunter Bilder, Porträts schauen auf ihre Betrachter hinab und auf dem Boden stehen weiße Skulpturen. Farbtuben liegen neben Pinseln, kunstvoll gearbeitete Tonfigurinen glänzen im Licht der Deckenlampe. Inmitten all der Kunst sitzt Margot Markmann auf einem Stuhl und arbeitet an einem ihrer Bilder. Konzentriert taucht sie den Pinsel kurz in Farbe, bevor sie sich dem leuchtenden Mond auf dem Gemälde widmet. Etwas weiter hinten arbeitet Michael Fuchs an einer Reihe von Skulpturen, die ähnlich wie die bekannten Nana-Plastiken aussehen. Jede von ihnen ist einzigartig und in stundenlanger Arbeit handgefertigt worden. Jetzt stehen sie im Atelier des Kunstfördervereins „Friends of Art“ und warten darauf, bemalt zu werden.

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Vor wenigen Wochen konnten Besucher hier noch im Geschäft „Blütenzauber“ Blumensträuße kaufen, jetzt sind gegenüber des Lindenplatzes bunte Kunstwerke in den Schaufenstern zu sehen. „Der Vermieter hat uns dieses Gebäude kostenlos für einige Wochen zur Verfügung gestellt“, erklärt Michael Fuchs, Stellvertretender Vorsitzender des Kunstfördervereins, der seit vergangenem Jahr ein in Brühl eingetragener Verein ist. Durch das Kinderferienprogramm im Freibad sei der Verein ins Rollen gekommen. Jetzt präsentieren die Mitglieder ihre Kunst im privaten, temporären Atelier des Vereins und arbeiten an Bildern und Skulpturen weiter.

Michael Fuchs ist fast jeden Tag im Atelier zugange, ab und an kommen aber auch andere Künstler wie Margot Markmann in das ehemalige Blumengeschäft. Abends sind die Schaufenster bis 8 Uhr beleuchtet und auch tagsüber können Besucher von außen die Werke und deren Entstehung beobachten. Nur in das Atelier reinkommen dürfen Interessierte wegen der akutellen Corona-Lage nicht. Tonfiguren und Bilder von Margot Markmann, moderne Malerei von Patrick Berndt, Glaskunst von Katja Stade, ausgefallene Glaslampen von Petra Ditter und Kunst von Brigid Staub und Annette Hausmann sind in der Kreativwerkstatt zu finden.

Ferienprogramm in Planung

„Natürlich herrscht hier das ganz normale Atelier-Chaos, aber die Leute sind trotzdem begeistert. Autofahrer halten neugierig an und Spaziergänger sehen sich die Schaufenster an – das ist klasse“, meint Michael Fuchs. Einige Kunstwerke seien so bereits verkauft worden, denn wer Interesse an einem der Bilder oder einer Figur habe, könne sich gerne beim Verein melden. „Friends of Art“ wachse momentan rasant, auch viele passive Mitglieder hätten sich bereits angemeldet. „Wir sind für alle offen. Momentan bereiten wir gerade das Kinderferienprogramm vor und auch Kunst in Brühler Läden auszustellen, ist eine Idee“, erklärt der Künstler. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fehle ihm ganz besonders. Normalerweise sei er viel in Schulen unterwegs, leite AGs und baue Bühnenbilder. All das falle jetzt weg.

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Michael Fuchs taucht seinen Pinsel in orange Farbe, eine der 20 Skulpturen, an denen er gemeinsam mit Patrick Berndt arbeitet, auf dem Schoß. Draußen beobachtet eine Spaziergängerin neugierig das Spektakel. Über 60 Kunstwerke sind im Atelier aktuell ausgestellt – kein Wunder also, dass nun eine weitere Seniorin stehen bleibt, um die schönen Engel aus Ton von Margot Markmann zu betrachten. „An so einem Engel sitze ich insgesamt bestimmt drei Wochen“, erklärt die Künstlerin. Die meisten ihrer Tonfiguren formt sie von Hand. In mehreren Schritten verwandelt sie die klebrige Masse in eine schwarze Katze, einen süßen Engel oder einen zotteligen Hund. Bemalt werden die Figurinen ebenfalls in Handarbeit.

Weltweit schon lange ein Trend

In leer stehenden Geschäften bis zur Neuvermietung Kunst auszustellen, ist übrigens keine brandneue Idee. „In großen Städten gibt es das weltweit schon lange“, sagt Michael Fuchs und freut sich, dass Spaziergänger in den kommenden drei Wochen auch in Brühl in den Genuss von Kunst kommen können.

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