Schulverband - Marion-Dönhoff-Realschule wird zweite Konrektorin erhalten / Corona-Maßnahmen kosten die Trägergemeinden rund 30 000 Euro zusätzlich Mensa in Brühl soll im laufenden Jahr gebaut werden

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Volker Widdrat
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Das Leitungsteam der Marion-Dönhoff-Realschule – Rektor Martin Jendritzki (r.) und sein Stellvertreter Daniel Gérard – hofft, die zurzeit menschenleeren Klassenzimmer unter Corona-Vorgaben bald wieder mit Leben füllen zu können. © mdrs

Brühl/Ketsch. Die öffentliche Sitzung des Schulverbandes Bildungszentrum Brühl/Ketsch wurde wegen der Corona-Pandemie erneut in der Aula der Marion-Dönhoff-Realschule abgehalten. Der Verbandsvorsitzende, der Ketscher Bürgermeister Jürgen Kappenstein, begrüßte dazu neben den Vertretern der beiden Gemeinden seinen Brühler Amtskollegen Dr. Ralf Göck und den Schulleiter Martin Jendritzki.

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Die beiden Rheingemeinden arbeiten im Verband als Schulträger bei der Realschule zusammen. Sie sind also gemeinsam verantwortlich die sächlichen Bedingungen für eine Schuleinrichtung bereitzustellen und zu unterhalten, sie sind also für die räumlich-technischen Voraussetzungen sowie alle Bedingungen zur Sicherung von Unterricht und Erziehung zuständig – dazu gehören auch die Schulsekretärin und die Hausmeister. Dieses „gemachte Nest“ füllt dann das Land durch seine Lehrkräfte mit Leben.

Diese Rahmenbedingungen kosten Geld – Geld, über deren Verwendung Ratsmitglieder aus beiden Kommunen im Verband beschließen. Schulverbandskämmerer Andreas Willemsen stellte deshalb in der jüngsten Sitzung den Wirtschaftsplan für das noch junge Jahr vor. Es gebe nicht viele Veränderungen zum Vorjahr, bilanzierte er. Die Corona-Pandemie sei bei den Planungsansätzen soweit wie möglich berücksichtigt worden: „Es entstanden bislang wegen Corona Mehrkosten von über 30 000 Euro.“

Landeszuschuss steigt

Der Sachkostenbeitrag pro Schüler – ihn steuert das Land als finanzielle Förderung bei – stieg zwar erneut an, von 938 auf 966 Euro, die Schülerzahl ist jedoch von 621 auf 604 gesunken, weshalb der positive Effekt relativiert wird. Bei der Schulkostenumlage, also dem Geld, das die Gemeinden Ketsch und Brühl noch zusätzlich in die Dönhoff-Realschule stecken, bleibt der Abwärtstrend bestehen. Die Umlage sinkt von 638 000 auf 570 000 Euro. Aus dem „Digitalpakt Schule“ gibt es etwa 250 000 Euro vom Land dazu, wovon im laufenden Jahr 78 000 Euro abgerufen werden sollen.

Geordnete Finanzlage

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Was die Aufwendungen betrifft, hatte Willemsen eine erfreuliche Nachricht: Die drei bestehenden Darlehen konnten nach Ablauf der Zinsbindungsfrist unter deutlich verbesserten Konditionen verlängert werden. Dadurch sinken die Zinsaufwendungen um 96 Prozent von 29 000 auf 1000 Euro.

Leicht gestiegen sind die Personalkosten der kommunalen Mitarbeiter im Schulalltag und der Ansatz für die Gebäudeunterhaltung. Geplante Maßnahmen für die kommenden Monate sind neue Trennwände, Erneuerungen im Vorbereitungsraum für Physik und Chemie, Brandschutzauflagen und die Installation des Lichtbandes in der Sporthalle.

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Neue Ansätze gibt es für die Beschaffung von digitalen Geräten (8000 Euro) und allgemein für Digitalisierungsmaßnahmen (90 000 Euro). Dieses Jahr steht vor allem der WLAN-Ausbau im Vordergrund.

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Die Erträge und die Aufwendungen des Erfolgsplanes werden auf knapp 1,3 Millionen Euro festgesetzt. Die Ausgabenseite des Vermögensplans sinkt leicht von 651 000 auf 636 000 Euro. Dabei nimmt der Neubau der Mensa mit 350 000 Euro abermals den größten Posten ein. Wegen der Corona-Pandemie hatte das Projekt vergangenes Jahr nicht realisiert werden können. Deshalb hatte der Ansatz in den neuen Wirtschaftsplan übernommen werden müssen.

Das Anlagevermögen werde sich 2021 aufgrund der höheren Neuinvestitionen gegenüber den Abschreibungen erhöhen, führte der Kämmerer aus. Die Vermögensumlage könne ausgesetzt werden, da noch Liquidität aus dem Grundstücksgeschäft mit der Gemeinde Brühl für den Kunstrasenplatz zur Verfügung steht. Wenn die Mensa wie geplant gebaut werden kann, seien die Reserven aber aufgebraucht. Für 2022 müsste dann voraussichtlich wieder eine Vermögensumlage erhoben werden, so Willemsen.

Ende dieses Jahres betragen die Restschulden des Schulverbands rund 1,4 Millionen Euro. „Die Veränderungen sind zumeist positiv und insgesamt steht die Schule finanziell weiterhin sehr gut da“, lobte der Kämmerer. Das kam bei der Versammlung gut an. Der neue Wirtschaftsplan wurde einstimmig angenommen.

Rektor Martin Jendritzki hofft, die Schule bald wieder mit Leben füllen zu können. Zurzeit sind 20 Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben in der Notbetreuung. Sie werden von drei Lehrkräften beaufsichtigt. Mehr finde derzeit eigentlich im Schulgebäude selbst nicht statt, so Jendritzki: „Ein Zustand, den man nicht länger haben möchte.“ Auch der Sportunterricht bleibt weiterhin ausgesetzt.

Abschlussprüfungen im März

Die Abschlussklassen sind in der dritten Woche im Präsenzunterricht. Im März stehen die Prüfungen an. Alle anderen Klassen erhalten Fernlernunterricht. Eltern, Lehrer und Schüler hätten schon einige Optimierungen geschafft, lobte der Schulleiter. So seien kaum noch Kritikpunkte zu erkennen. Für das Lehrerkollegium gebe es zahlreiche schulinterne Fortbildungen. Ein Lob ging auch nach Stuttgart an die Landespolitik: „Es sind viele verschiedene Fördertöpfe aufgemacht worden.“

Der nächste Elternsprechabend wird online stattfinden. Auch der beliebte Tag der offenen Tür an der Marion-Dönhoff-Realschule muss wegen der Pandemie-Bedingungen virtuell über die Bühne gehen. Am Montag, 22. Februar, erfahren Interessierte viel über das Schulprofil und die Fachbereiche. Dazu gibt es Videofahrten und Interviews.

Zum neuen Schuljahr soll im Spätsommer noch eine zweite Konrektorenstelle eingerichtet werden. Das sei bei der derzeitigen Schülerzahl möglich, meinte Jendritzki. Der Verwaltungsaufwand werde immer größer, die Arbeit sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Der Schulleiter würde gern für den zweiten Stellvertreterposten neben Realschulkonrektor Daniel Gérard eine Frau auf dem neuen Posten sehen. Die Bewerbungen von zwei Lehrerinnen von außerhalb lägen mittlerweile vor. Die Entscheidung über die Besetzung fällt allerdings beim Schulamt in Mannheim.

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