Im Interview - Melanie Börnig kommt als Pfarrerin im Probedienst nach Brühl / Arbeit mit Kindergärten steht oben auf der Liste / Vielfalt des Berufes gefällt ihr besonders Neue Brühler Pfarrerin Melanie Börnig im Interview

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Catharina Zelt
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Brühl. Die evangelische Kirchengemeinde bekommt eine neue Pfarrerin: Melanie Börnig tritt für die letzten sieben Monate ihres Probedienstes in die Fußstapfen von Pfarrerin Almut Hundhausen-Hübsch und freut sich bereits darauf, ab dem 12. März in Brühl zu arbeiten (wir berichteten). Im Interview spricht sie über ihre Verbindung zur Gemeinde, ihre Freude an Gottesdiensten und was für sie das Besondere an ihrem Beruf ist.

Melanie Börnig ist in der Kurpfalz fest verwurzelt. © Börnig
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Warum haben Sie sich dazu entschieden, nach Brühl zu kommen?

Melanie Börnig: Für den Probedienst dürfen wir uns noch nicht selbst auf Stellen bewerben, sondern werden geschickt. Ich wurde zunächst in den Probedienst nach Ittlingen-Richen zwischen Sinsheim und Eppingen gesandt und habe dort meinen Dienst begonnen. Als ich schwanger wurde, war mir klar, dass ich wieder zurück in meine Heimat möchte. Ich bin hier in der Kurpfalz aufgewachsen – und gehöre da auch einfach hin. Mein Mann arbeitet in Mannheim und so bin ich übergangsweise zurück in unsere kleine Wohnung nach Rheinau gezogen. Meine Bitte war dann, dass mich die Landeskirche hier in der Gegend einsetzt. Die südliche Kurpfalz als Kirchenbezirk kannte ich bereits über meine Kollegen, die zusammen mit mir das Vikariat gemacht haben. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, auch in diesem Kirchenbezirk zu arbeiten. So bin ich dann nach Brühl gekommen, was mich sehr gefreut hat.

Was verbinden Sie mit Brühl?

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Börnig: Rheinau-Süd grenzt ja direkt an Rohrhof. Deshalb gehen wir eigentlich nur hier einkaufen. Ich hatte auch viele Schulkameraden, die aus Brühl kamen, und wir sind dort immer ins Freibad gegangen. Unser Tierarzt – wir haben eine Katze – ist außerdem auch in Brühl. Im Privaten habe ich also ziemlich viele Verknüpfungen nach Brühl. Jetzt freue ich mich, die Menschen dort noch mehr kennenzulernen.

Mit der Kirchengemeinde hatten Sie aber im Vorfeld noch nichts zu tun?

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Börnig: Nein, das ist ganz spannend. Dadurch, dass Rheinau-Süd zu Mannheim gehört und auch meine Heimatgemeinde der Stadtkirche Mannheim zugehörig war, hatten wir kirchlich keinen Kontakt zu Rohrhof oder Brühl. Das ist also ein ganz neues Feld für mich.

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Welche Themen sind Ihnen innerhalb der Gemeinde wichtig?

Börnig: Mein Herz schlägt schon immer für Gottesdienste. Ich feiere und gestalte sie sehr gerne, auch mit anderen zusammen. Mein zweites Standbein ist die Arbeit mit Kindern und Familien. Ich freue mich total, dass es in Brühl zwei Kindergärten gibt. In meiner bisherigen Stelle hatten wir zwar einen städtischen Kindergarten, aber keinen konfessionellen. Deswegen bin ich jetzt umso glücklicher, auch inhaltlich in die Kindergartenarbeit einzusteigen und mit den Einrichtungen zusammenzuarbeiten.

Wissen Sie schon, welche Aufgaben auf Sie zukommen?

Börnig: Wir haben bereits grob einen Gottesdienst-Jahresplan aufgestellt. Ansonsten ist der bisherige Stand, dass ich in Eppelheim am Gymnasium erst einmal anfange und einen Kollegen vertrete. Dort werde ich eine fünfte und eine zehnte Klasse übernehmen. Perspektivisch fände ich es schön, vor Ort wieder an einer Grundschule einzusteigen. Das habe ich in Ittlingen als sehr bereichernd empfunden. Über die Schule hatte ich einen tollen Zugang zu den Kindern und Familien. Auch der Konfirmationsunterricht ist ein Teil meiner Aufgaben. Den teilen sich mein Kollege Demal und ich auf.

Haben Sie schon konkrete Ideen oder Projekte, die Sie gerne angehen würden?

Börnig: Mein erstes Augenmerk wird wahrscheinlich auf den Kindergärten liegen. Vielleicht lässt sich dort ja das ein oder andere Projekt realisieren – eine stille Stunde mit biblischer Geschichte wäre zum Beispiel denkbar. Das fände ich schön. Ich glaube, dass ich in den ersten Monaten vor allem ankommen und mich einarbeiten muss. Es geht auch darum zu schauen, welche Felder bereits bestellt sind und blühen und welche brach liegen und neu bepflanzt werden können. Da bin ich auch sehr für die Wünsche und Erwartungen der Gemeinde offen. Im März werde ich den Ältestenkreis kennenlernen –mit meinem Kollegen Marcel Demal habe ich mich bereits getroffen.

Könnten Sie sich generell vorstellen nach Ihrem Probedienst in Brühl zu bleiben?

Börnig: Ja. Natürlich muss die Gemeinde erst mich kennenlernen und umgekehrt, aber wenn alles stimmt und wir ein gutes Gefühl haben, dann würde ich auf jeden Fall sehr gerne bleiben. Es ist natürlich eine Herausforderung unter Pandemiebedingungen in einem Arbeitsfeld anzufangen, wo man so viel mit Menschen zu tun hat. Ich möchte gern direkt Kontakte aufbauen, aber das ist aus verständlichen Gründen nicht immer möglich. Das macht es schon herausfordernd, aber ich bin guter Dinge.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Pfarrerin zu werden?

Börnig: Das hat ganz viel mit meiner Heimatgemeinde in Rheinau-Süd zu tun. Dort gab es ein junges, engagiertes Pfarrehepaar, das viele Angebote für Kinder und Jugendliche aus dem Boden gestampft hat. Damals war ich ungefähr zehn Jahre alt und habe alles mitgenommen, was ging – von Gottesdienstbeteiligung bis hin zur Leitung von kleineren Teams. Als Kind habe ich die Veranstaltungen besucht und als Jugendliche habe ich dann selbst immer mehr Verantwortung übernehmen dürfen. Ich bin da also hineingewachsen. In der neunten Klasse habe ich dann zu meiner Pfarrerin gesagt, dass ich später genau dasselbe machen möchte, wie sie. Sie hat mir vom Theologiestudium erzählt. Ich habe mich dann informiert und festgestellt, dass man für dieses Studium drei alte Sprachen können muss – Latein, Hebräisch und Griechisch. Sprachen waren damals allerdings nicht so meins. Das hat mich im ersten Moment abgeschreckt, aber meine Religionslehrerin am Gymnasium hat an einer anderen Schule Hebräisch unterrichtet und mich schließlich von der zehnten bis zur 13. Klasse zum Unterricht mit in das andere Gymnasium genommen. So habe ich schon in der Schulzeit Hebräisch gelernt, genau wie Latein. Da fehlte also nur noch Altgriechisch und es hat mir dann auch Spaß gemacht, die alten Sprachen zu lernen.

Was ist für Sie das Besondere an Ihrem Beruf?

Börnig: Die Vielfalt. Es ist kein Tag wie der andere. Und die Menschen. Ich mag es, Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen und gemeinsam Visionen aufzubauen und zu verfolgen. Deswegen bin ich so begeistert von dem Beruf.

Wann werden Sie der Gemeinde vorgestellt?

Börnig: Am Freitag, 12. März, beginnt mein Dienst. Wenn alles gut geht, werde ich dann das erste Mal einen Gottesdienst gestalten. Entweder in Präsenz vor Ort oder digital – je nachdem, wie die aktuelle Corona-Lage es zulässt. Ort und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben. Mein Kollege gestaltet den Gottesdienst am 14. März und wird mich dort vorstellen.

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