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Neubaugebiet

Richtfest in Brühl: Holzhäuser wachsen weiter in die Höhe

Viel Lob gab es beim Richtfest der vier Mehrfamilienhäuser zwischen Fichtestraße und dem Neubaugebiet Bäumelweg-Nord in Brühl.

Von 
Ralf Strauch
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Die vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 39 Mietwohnungen in nachhaltiger Holzbauweise der Stiftung Schönau aus luftiger Höhe. © Stiftung Schönau

Brühl. „Es gehörte viel Mut dazu, dieses Projekt umzusetzen“, zeigt sich Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau, überzeugt. Umso mehr freue ihn, dass die vier Mehrfamilienhäuser in der Albert-Einstein-Straße nun Richtfest feiern konnten. Und nicht genug damit, er forderte mehrfach die Gemeinde auf, das fünfte Wohnhaus der Kommune, das nördlichste in der Reihe, ebenfalls als komplettes Holzgebäude zu errichten.

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Doch da schüttelten die obersten Vertreter der Kommunalverwaltung beim Festakt am Dienstagmittag den Kopf, denn nicht nur, dass die Steinbauweise inzwischen günstiger ausfalle als ein Holzbau, seien die laut Gesetzgebung vorgeschriebenen Ausschreibungen für einen Steinbau bereits ganz klar erfolgt.

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Gleichwohl waren sich alle Beteiligten einig, dass die vier von verschiedenen Architekturbüros geplanten Holzgebäude der Stiftung zukunftsorientiert seien. Die insgesamt 39 Wohnungen in den vier Mehrfamilienhäuser seien mit Holz aus dem stiftungseigenen Forst gebaut worden und hätten jeweils einen ganz eigenen Charakter.

Richtfest für Holzhäuser in Brühl: Ein nachwachsender Baustoff

Das verwundert wenig, denn die Stiftung Schönau , die frühere evangelische Pflege, möchte in Brühl erproben, wie diese Technik umgesetzt werden kann. „Das hier ist also ein Pilotprojekt, bei dem mein Herzenswunsch erfüllt wird, das Holz aus dem eigenen Forst als Baustoff für unsere Neubauten zu verwenden“, so Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstands der Stiftung.

Die Fertigstellung der vier Häuser in der Albert-Einstein-Straße ist für den Sommer 2023 geplant. Bis dahin möchte auch die Gemeinde das fünfte Gebäude in der Häuserflucht aus traditionellen Bauweise errichten.

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„Die Verwendung von Holz aus unseren Stiftungswäldern und dessen regionale Verarbeitung reduzieren bei unseren vier Häusern den ökologischen Fußabdruck deutlich. Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen seien zudem klimafreundliche Aspekte und bescherten den Mietern eine weitgehende Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen“, so die Stiftungsspitze.

Zudem entlaste man mit der zeitnahen Bereitstellung von Mietwohnungen den angespannten, regionalen Wohnungsmarkt, denn „jede Wohnung zählt“. Eine besondere Herausforderung sei das Einhalten des Zeitplans. „Die Holzkonstruktionen stehen, der nächste Schritt ist der Innenausbau. Wir kämpfen mit Lieferengpässen bei banalsten Baumaterialien wie dem Dämmmaterial, sind aber guter Dinge, dass wir den anvisierten Fertigstellungstermin im Sommer 2023 halten können“, beschreibt Strugalla den Stand der Dinge bei seiner Ansprache.

Die Vertreter ihrer Zunft Jürgen Kubacek (r.) und Burkhardt Spitzenmüller lassen bei traditionellen Teil den Bau hochleben. © Dorothea Lenhardt

Richtfest für Holzhäuser in Brühl: Leistungsfähigkeit im Test

Durch die Berücksichtigung mehrerer Entwürfe werde bei diesem Bauprojekt in Brühl von der Stiftung Schönau die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Holzbausysteme erprobt. So wird ein Mehrfamilienhaus ab Oberkante Keller komplett in Massivholzbauweise ohne den Einsatz von Leim errichtet. Ein anderer Entwurf sieht einen Holzbau in Leichtbauweise mit einer Dämmung aus Holzwolle vor, die mit umweltfreundlicher Molke und Soda getränkt ist. Das von der Stiftung beauftragte Ingenieurbüro Transsolar Energietechnik führte für alle Entwürfe Simulationen zur Minimierung der Dämmstärken durch, was Baukosten spart und zusätzliche Wohnfläche schafft.

Das Planungskonzept der Stiftung berücksichtige Nachhaltigkeit, Wohnkomfort und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen. Alle vier Häuser werden in ökologisch nachhaltiger Holzbauweise errichtet. Die Stiftung Schönau setzt dabei eigenes Holz aus den nachhaltig bewirtschafteten Stiftungswäldern ein, das von regionalen Sägewerken verarbeitet wird.

Die am Bau Beteiligten (v. l.) Bagi Bayar, Frank Philipp, Silvia Grossinger, Christoph Dünser, Ingo Strugalla, Walter Ettmüller, Hans-Georg Stotz, Alfons Rieg, Burkhard Spitzmüller, Jürgen Kubasek und Kirsten Staemmler freuen sich erkennbar beim Richtfest. © Lenhardt

Während der Planungszeit wurden unterschiedliche Massivholzbauweisen und verschiedene energetische Varianten auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass auch bei den zurzeit noch höheren Kosten für Holzbau trotz des angestrebten moderaten Mietniveaus eine wirtschaftliche Realisierung möglich ist. Voraussetzung dafür sei eine frühzeitige und mit allen Beteiligten eng abgestimmte Planung.

Die Wärmeerzeugung für Heizung und Trinkwasser wird mit Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern und mit Sole-Wasser-Wärmepumpen realisiert. „Der Abschlussbericht bestätigt unsere Auffassung, dass sich Klimaschutz und Wohnqualität hervorragend mit der Wirtschaftlichkeit verbinden lassen“, meint Strugalla. Für die künftigen Mieter seien die hohe Wohnqualität und die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen unschlagbare Argumente.

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