Geschäftsleben - In der Pro-Seniore-Residenz geht man während der Corona-Krise unorthodoxe Wege / Aufruf zu Unterstützung Sicherheit der Marke Eigenbau reduziert das Risiko

Von 
ras
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Brigitte und Benedikt Mayer präsentieren den Tröpfchenschutz. © meyer

Brühl. „Wir haben zum Glück noch kein Corona im Haus“, erklärt Carsten Sauder, Residenzberater in der Pro-Seniore-Residenz in Brühl. Ein Grund dafür ist sicherlich die Kontaktsperre, die seit Ausbruch der Pandemie herrscht. In Italien hat sich in vielen ähnlichen Einrichtungen gezeigt, dass Bewohner der Pflegeeinrichtungen besonders anfällig für das Virus sind. Auf engem Raum leben schließlich viele betagte und immungeschwächte Menschen zusammen.

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Und so ist es wichtig, das Virus nicht von außen über die Mitarbeiter ins Haus zu tragen. Doch die Ressourcen zum Schutz kommen inzwischen an ihre Grenzen. Deshalb richtet sich die Pro-Seniore-Residenz mit einem ungewöhnlichen Aufruf an die Menschen. „Helft uns, indem ihr uns Atemschutzmasken, Schutzkittel und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellt“, wendet er sich explizit an Geschäftsleute, die etwa ein Tattoostudio betreiben und eventuell Desinfektionsmittel übrig haben. Aber auch Maler- oder Industriebetriebe spricht er an, die vielleicht Schutzkitteln abgeben könnten. Natürlich wolle die Residenz diese raren Güter nicht kostenlos gespendet bekommen, „es ist selbstverständlich alles gegen entsprechende Bezahlung“.

In Zeiten von Corona müsse man unorthodoxe Wege gehen, um die Senioren vor Ansteckungen zu bewahren – immerhin sind Hochbetagte die Risikogruppe Nummer eins, wenn es um Infektionen, insbesondere auch akute Atemwegsinfekte, geht.

Kreative Sicherheitsakzente

Wie kreativ die Seniorenresidenz das Thema angeht, zeigen auch zwei weitere Beispiele, die Sauder im Gespräch mit unserer Zeitung nennt. So näht seit einigen Tagen Marion Dann Mundschutzmasken für die Mitarbeiter der Residenz. Die bieten zwar nur einen eingeschränkten Schutz, aber den bieten sie zumindest. „Jetzt suchen wir weitere Näher, die uns aus Baumwollstoff wiederverwendbaren Mundschutz herstellen“.

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Ein weiteres positives Beispiel ist der 30-jährige Benedikt Meyer. Seine Mutter Brigitte ist Mitarbeiterin in der Residenz. Im Gespräch stellte er fest, dass Plastikmasken als Schutz vor Tröpfcheninfektion fehlen. Und so ging er ans Tüfteln. Er nahm Laminierfolie, härtete sie und konstruierte mit seinem Drei-D-Drucker eine brillenähnliche Halterung. Kompliment. ras