Coronavirus im Rhein-Neckar-Kreis Skigruppe aus Brühl in Quarantäne

Der Patient, der positiv auf den Coronavirus getestet wurde, war mit einer Skigruppe aus Brühl unterwegs. Mit sechs anderen Männern kam er am Mittwochabend aus Wolkenstein (Südtirol) zurück nach Deutschland. Jetzt befindet er sich in der Universitätsklinik Heidelberg in Quarantäne, die Mitreisenden sind zu Hause in häuslicher Quarantäne und mit dem Gesundheitsamt in Kontakt.

Von 
Janina Hardung
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Das Universitätsklinikum in Heidelberg. © Rene Priebe

Brühl/Wolkenstein. Jetzt hat die Pandemie den Rhein-Neckar-Kreis erreicht. Ein Mann, der nach Informationen unserer Zeitung im Bereich Schwetzingen/Oftersheim wohnt, hat sich mit dem Coronavirus infiziert und befindet sich in einer entsprechend dafür eingerichteten Quarantänestation in der Uniklinik Heidelberg. Das bestätigt das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises und beruft sich dabei auf Informationen des Landesministerium für Soziales in Stuttgart. Nach den Angaben eines Bekannten des Betroffenen war der etwa 50 Jahre alte Mann mit einer Reisegruppe aus Brühl unterwegs. Wie das Landratsamt mitteilte, habe sich der betroffene Patient bereits am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Skiurlaub in Südtirol mit leichten Symptomen in der Notfallambulanz des Heidelberger Universitätsklinikums vorgestellt. Ein durchgeführter Test fiel am späten Donnerstagabend laut Informationen des Ministeriums positiv aus. Der Urlaubsort der Gruppe, die Ortschaft Wolkenstein, ist eine Autostunde vom italienischen Terlan entfernt. Dort wurde nach Angaben der deutschsprachigen Tageszeitung in Südtirol "Dolomiten" vor wenigen Tagen der erste bestätigte Coronavirus-Fall bekannt.

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Die Pressesprecherin des Landratsamtes Rhein-Neckar Kreis, Silke Hartmann, teilte mit, dass nach dem positiven Fund alles weitere in die Wege geleitet wurde. "Die Kontaktpersonen sind bereits ermittelt, momentan wird der strukturierte Plan abgearbeitet", erklärt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Das bedeutet: Die Personen werden regelmäßig vom Gesundheitsamt kontaktiert und bei möglichen Symptomen auch getestet. Den Männern wurde außerdem geraten, sich häuslich abzusondern - und zwar für 14 Tage, denn so lange dauere die Inkubationszeit bis erste Symptome auftreten können. Zu den Kontaktpersonen gehören sechs Männer aus Brühl und der Umgebung. Sie waren mit dem Betroffenen gemeinsam in Südtirol, wollen sich aber zum Vorfall und der jetzigen Situation der Zeitung gegenüber nicht äußern: "Es ist alles schon schlimm genug, deshalb will ich dazu auch nichts mehr sagen", erklärt einer der Männer am Telefon.

Das Infotelefon für Fragen rund um das Coronavirus, welches das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für den Stadtkreis Heidelberg zuständig ist, seit einem Monat geschaltet hat, ist nun bis in den späten Abend besetzt, heißt es in einer weiteren Pressemitteilung. Aufgrund der aktuellen Entwicklung eines bestätigten Coronavirus-Falls im Rhein-Neckar-Kreis erwartet das Gesundheitsamt insbesondere für dieses Wochenende ein stark erhöhtes Aufkommen an Anrufen bei den Infotelefonen. Ab sofort erreichen Bürger des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg unter der Telefonnummer 06221/5221881 montags bis sonntags von 7.30 bis 21 Uhr die Experten des Gesundheitsamtes. Unter der genannten Servicenummer gibt es Antworten und Hinweise zu Themen wie Symptome und Inkubationszeit oder der Frage, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Zusätzlich wird dort auch beraten, für wen und wann eine Testung auf das Virus sinnvoll ist. Weitere Informationen gibt es auch bei der Info-Hotline des Landesgesundheitsamtes unter der Telefonnummer 0711/904 39555 (montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr).


 

Redaktion Redakteurin für Print und Online in Schwetzingen.