Hochwasser Tiefer Krater am alten Leinpfad

Von 
Ralf Strauch
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Das Winterhochwasser hat am Leinpfad beim Rhein ein Bild der Verwüstung hinterlassen. An einer Stelle hat das Wasser einen tiefen Trichter in den Weg gespült, so dass an ein Passieren nicht zu denken ist. © ungerer

Brühl. Die Schäden an den Wegen in den Rheinauen sind gravierend, wissen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und die Feuerwehrleute nach Kontrollgängen in den noch immer gesperrten Bereichen zu berichten. Besonders schwer hat es den Leinpfad direkt am Rhein getroffen. Dort hat die Überflutung einen tiefen Trichter in den Weg gerissen, an dem man nicht problemlos vorbeikomme, erklärt Ordnungsamtsleiter Jochen Ungerer anhand von entsprechenden Bildern dieses Bereichs.

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Doch nicht nur am Leinpfad hat das Hochwasser Schäden angerichtet, auch an weiter landeinwärts gelegenen Wegen hat die Strömung der Flut Teile unterspült und weggerissen – vom gewaltigen Riss im Sommerdamm nahe dem Rohrhofer Friedhof (wir berichteten) einmal ganz abgesehen.

Die Reparatur des Leinpfads könnte Wochen, eventuell sogar Monate dauern, denn er liegt nicht nur auf der Gemarkung von Edingen-Neckarhausen, sondern fällt in den Zuständigkeitsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. „Und die haben derzeit mit ganz anderen Zerstörungen zu kämpfen, als dass sie den Fuß- und Radweg am Rhein mit einer Priorisierung versehen können“, meint Bürgermeister Dr. Ralf Göck auf Nachfrage. Deshalb sei mit einer sehr langen Zeitspanne zu rechnen, in der dieser Bereich für den Publikumsverkehr gesperrt bleibt.

Und auch bei den übrigen Wegen durch die Schwetzinger Wiesen und den Auwald werden die Sperrungen nur sukzessive aufgehoben werden, prognostiziert Ungerer, „denn nach wie vor – auch wenn sich die Überflutungen nach und nach zurückziehen – ist es zu gefährlich, dort zu gehen oder zu fahren“. Außerdem zeigten die Erfahrungen des Wochenendes, dass auch für die Wildtiere eine längere Sperrung lebensrettend sein kann. Denn kaum hatte die Gemeindeverwaltung einzelne Wege freigegeben, hielt viele Schaulustige nichts mehr zurück. Rehe und Hasen wurden vielfach ins Eis getrieben, so dass die Wege schon nach kurzer Zeit wieder geschlossen wurden. „Die Unvernunft vieler Menschen ist gewaltig“, bilanziert Ungerer. Übrigens stellt die Feuerwehr dem Jugendlichen, der am Wochenende dort ins Eis eingebrochen ist (wir berichteten), beziehungsweise seinen Eltern aktuell eine Rechnung über fast 900 Euro für die Rettungsaktion.

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Am Dienstag wurden die Wiesen und der Wald von den Jägern erkundet, die nun ihre Einschätzung mitteilen, wo Öffnungen bereits in Kürze erfolgen könnten. Im Gespräch sind derzeit die Landesstraße 630 bis kurz hinter dem Fähranleger und der Bereich Im Rheinfeld, also zwischen Rohrhof und dem Damm. „Aber bis dahin müssen wir alles erst noch aufgeräumt und gereinigt haben“, so der Ordnungsamtschef.

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