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Villa Meixner

Trommel- und Rasselklänge reißen mit – bei den Afrika-Tagen in Brühl

Kinder des Sonnenscheinhorts oder „Gambia One Family Band“ bereichern die Afrika-Tage – Verkaufsstände und Fotoausstellung zu den Dourtenga-Projekten

Von 
Sabine Zeuner
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Trommeln was das Zeug hält – die „Gambia One Family Band“ versteht es, als einer der Höhepunkte des Bühnenprogramms in den Bann zu ziehen. © Norbert Lenhardt

Brühl. Trommelklänge und Korianderduft zogen förmlich in den Garten der Villa Meixner hinein. Dort fanden wieder Afrika-Tage statt – mit buntem Programm in diesem Jahr mit dem Fokus auf das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Brühl und Dourtenga in Burkina Faso.

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Kultur

Brühl: Afrikatage bei der Villa Meixner locken Besucher an

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Bestechende Farbenpracht zierten die Verkaufsstände des Marktes im Garten der Jugendstilvilla, wo Waren, die in Afrika hergestellt werden, ausgestellt und zu erwerben waren. Textiles und hölzerne Dosen, Dekoratives, Körbe und Taschen, Rucksäcke, aber auch Möbel aus recycelten Materialien lockten einige Interessenten an. Eine große Zahl unterschiedlicher Sachen hatten die Aktiven des Eine-Welt-Ladens aus Schwetzingen mitgebracht, wo derzeit eine Umstrukturierung stattfindet. Deshalb gab es viele kleine Taschen aus typisch gemustert bedruckten Stoffen, Filzpantinen und Vasen zu kaufen.

Bei der Eröffnung der Afrika-Tage in und um die Villa Meixner sorgt der Hort der Jahnschule für Frohsinn sowie gezückte Smartphones beim Anhang und den Gästen – kein Wunder, die Kinder hatten ihr Rhythmusgefühl mit Gebasteltem verknüpft. © Norbert Lenhardt

Erstaunte Gesichter machten nicht nur Kinder, die ihren „magischen“ Finger den fein auskalibrierten Blechlibellen als Landeplatz liehen, auch Erwachsene konnten sich für die fliegenden Insektennachbauten begeistern, die lediglich einen Punktkontakt benötigen, um scheinbar frei zu schweben. Interessant am Stand mit dem vielen Blech war, dass alle Sachen – Schlüsselanhänger, Kühlschrankmagnete oder Schirmmützen – komplett aus Altblech auf Madagaskar hergestellt werden.

„Schön, dass ihr da seid“ – die Mädchen und Jungen des Sonnenscheinhorts haben ihre frohe Botschaft singend und tanzend verpackt und wussten damit freilich sehr zu gefallen. © Lenhardt

Hatte man den Eingangsmarkt hinter sich gelassen, war man bis zum Zelt mit dem kulinarischen Angebot vorgedrungen. Der Förderkreis Dourtenga lud zu Kaffee und hausgemachten Kuchen ein, während sich Hans-Peter Ertl und Michael Langloh um wärmende Speisen kümmerten. Ein afrikanisches Rindfleischragout mit Okraschoten sowie eine vegetarische Bohneneintopfvariation stillten aromatisch den größeren Hunger. Dazu gab es eine Menge an Informationen zum Förderkreis und einen Bildervortrag von dessen Vorsitzender Renate Dvorak in der guten Stube der Villa Meixner.

Brunnen, Schulen, Bibliothek

„Parallel zu den ersten Gesprächen zur Klimapartnerschaft zwischen Brühl und Dourtenga bin ich noch einmal dort gewesen“, erzählte sie, dass das wenig später aufgrund der politischen Umstände und des Gefährdungspotenzials in Dourtenga gar nicht mehr möglich gewesen wäre. Normalerweise reist die Brühlerin im Zwei-Jahres-Rhythmus nach Afrika, nun seien bereits fast vier Jahre ins Land gegangen. 2018 also konnte Dvorak die Projekte anschauen, die vom deutschen Förderkreis als Hilfe zur Selbsthilfe umgesetzt werden konnten. Dazu zählen Brunnen, Schulen, ein Jugendzentrum, eine Bibliothek, ein Ausbildungsprojekt für Schneiderinnen, ein Projekt für unterernährte Kinder und vieles mehr. Ihre eigenen beeindruckenden Bilder, wie auch die Ausstellung von Fotografien von Lothar Ertl im Erdgeschoss der Villa, der 2017 in Dourtenga gewesen ist, rundeten den Eindruck der immensen Hilfe ab.

An den Verkaufsständen rund um die Villa gibt es Textiles und Dekoratives – Waren, die sämtlich in Afrika hergestellt wurden. © Norbert Lenhardt

Viele Geschäfte und Bürger Brühls hatten nützliche Dinge für die Tombola gestiftet, die mit Eintrittskarten für das aktuelle Kulturprogramm bereichert wurden. Ein ansprechendes Bühnenprogramm ist Pflicht bei Festen rund um die Villa. Besonders rhythmisch zeigten sich die Kinder des Sonnenscheinhorts, die speziell aus Kronkorken, Kordel und Stäben Rasseln gebastelt hatten und mit „Schön, dass ihr da seid“ singend und tanzend begrüßten. Stimmschön unterhielten „Made4Music“ mit a cappella-Gesang, etwa dem Wellerman-Song, den viele Gäste mitsangen. Höhepunkt war jedoch die Trommelgruppe „Gambia One Family Band.“ Mitreißend legten sich Fallon Mboge, Madi Sarr, Jennifer Hofmann, Moussa Mbaje, Lamin Dieme und Anani Attih ins Zeug, nutzen jeden Zentimeter Platz auf der kleinen Bühne aus, beförderten damit die leider zahlenmäßig wenigen Besucher am Samstag mit ihrer Stimmung ein stückweit in eine willkommene Auszeit vom Alltag.

Freie Autorin freie Mitarbeiterin

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