Überschwemmung - Feuerwehr, Polizei und Gemeindemitarbeiter kontrollieren stetig neuralgische Punkte / Zum Schutz der Tiere gilt in der Rohrhofer Straße nun Tempo 30 / Ordnungsamt verhängt Bußgelder Wasserpegel steigt – Sommerdamm ist gerissen

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Catharina Zelt
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Der Sommerdamm ist gerissen. In der Mitte strömt das Wasser nun ungehindert durch. Ob der Damm repariert wird, bleibt abzuwarten. © Wolz

Brühl. „Dort hinten ist er gerissen“, sagt Jochen Ungerer, der seit Februar Amtsleiter des Ordnungsamtes ist und zeigt auf den Sommerdamm bei den Schwetzinger Wiesen, der dem Druck der Wassermassen nicht mehr Stand gehalten hat. Regelmäßig fährt er zusammen mit den Feuerwehrmännern und -frauen um Kommandant Marco Krupp die neuralgischen Punkte des steigenden Wasserpegels ab (wir berichteten mehrfach).

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Das Ergebnis dieser Kontrolle bestätigt, was Feuerwehrmann Lukas Wolz zuvor schon mit der Drohne gesehen hat: Der Sommerdamm ist gebrochen. Ungefähr in der Mitte des Walls klafft ein Riss, durch den nun das Wasser strömt. „Der Pegel des Rheins soll bis Freitag weiter steigen. Der Damm bietet nun keinen Schutz mehr und das Wasser fließt ungehindert auf die Wiesen“, sagt Feuerwehrkommandant Marco Krupp. Und dort könne das Wasser nicht versickern. Es werde Wochen dauern, bis das Wasser vollständig verschwunden sei. Das Druckwasser sammelt sich weiter auf den Wiesen und auch das Gelände der SG Brühl ist bereits gefährdet. Zwei Pumpen von der Feuerwehr sollen hier Abhilfe schaffen.

Hochwasser Brühl: Sommerdamm ist gerissen

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„Wir hoffen natürlich, dass der Damm repariert wird“, sagt Bürgermeister Dr. Ralf Göck, als er die Nachricht vom Riss hört. Das liege allerdings nicht in der Hand der Gemeinde, da der Damm und die dahinterliegenden Wiesen zur Stadt Schwetzingen gehörten. „Die verschiedenen Zuständigkeiten stellen immer wieder ein Hindernis dar“, merkt Jochen Ungerer an.

Aber auch uneinsichtige Hochwassertouristen bereiten ihm Sorgen. Viele Wildtiere flüchten vor den Wassermassen auf die trockenen Dämme und kommen den Wohngebieten immer näher. Gerade im Bereich der Rohrhofer Straße, der Umgehungsstraße zwischen Rohrhof und Brühl, ist daher für Autofahrer Vorsicht geboten.

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„Wir haben uns dazu entschieden, die Maximalgeschwindigkeit auf dieser Straße zum Schutz der Tiere von 50 auf 30 Stundenkilometer herunterzusetzen“, erklärt der Amtsleiter. Er appelliert an alle Erwachsenen, ein Vorbild zu sein und sich zum Schutz der Tiere, aber auch zum Eigenschutz an die Hochwasser-Absperrungen zu halten. „Der Pegel steigt. Deswegen kann es sein, dass einige Absperrungen in den kommenden Tagen noch weiter ans Wohngebiet rutschen“, sagt er.

Strafanzeige gegen Jogger

Auch Bürgermeister Dr. Ralf Göck bittet die Bevölkerung um Einsicht: „Betreten oder befahren Sie gesperrte Bereiche nicht.“ Wer sich nicht an das Betretverbot hält, kann zur Kasse gebeten werden. Seit Samstag ist das Ordnungsamt unterwegs und kontrolliert die neuralgischen Punkte. Die Beamten haben bereits Ordnungswidrigkeiten aufgenommen und entsprechende Bußgelder verhängt. Wie hoch das Bußgeld sei, hänge vom Einzelfall ab, in der Regel müsse man aber mit mindestens 30 Euro rechnen. „Ein Jogger war komplett uneinsichtig und hat uns sogar beleidigt. Hier haben wir die Polizei gerufen und Strafanzeige erstattet“, erzählt Ungerer.

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Zusätzlich zu den Mitarbeitern der Gemeinde ist die Polizei am Freitag und Samstag – wie bereits am vergangenen Wochenende – mit drei Streifenwagen in der Hufeisengemeinde unterwegs, um zu kontrollieren, ob Spaziergänger, Radfahrer und Jogger sich an die Absperrungen halten. „Wichtig ist auch, dass Hundebesitzer ihre Tiere anleinen“, fügt Ungerer hinzu. Er könne verstehen, dass es viele Menschen bei schönem Wetter in die Natur treibe. „Gerne können Spaziergänger nach Rheinau oder Hirschacker ausweichen“, nennt er eine Alternative zu den überschwemmten Gebieten.

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Das Gerätehaus der Feuerwehr ist weiterhin mit einer kleinen Mannschaft besetzt und steht mit Polizei und Gemeindemitarbeitern in Kontakt. „Die Kommunikation zwischen uns funktioniert sehr gut“, lobt Ungerer die Zusammenarbeit von allen Beteiligten. Der Rhein fließt aktuell dreimal schneller als normalerweise, der Höchstpegel soll am Freitag erreicht werden. Danach soll das Hochwasser langsam wieder zurückgehen.

Info: Weitere Bilder und ein Video gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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