Finanzen - Gemeinde weist Bilanzsumme von 75 Millionen Euro aus Wie viel sind die Gehwege und Straßen wert?

Von 
Ralf Strauch
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Brühl. Ein wenig verwundert mag sich mancher die Augen gerieben haben, als er die Verlautbarung aus dem Rathaus gesehen hat, dass nun die auf Januar 2015 terminierte und bereits im April 2016 vom Gemeinderat festgestellte Eröffnungsbilanz der Gemeinde zur öffentlichen Einsicht ausgelegt wird. „Es ist eigentlich ganz einfach“, meint Bürgermeister Dr. Ralf Göck auf Nachfrage unserer Zeitung, „wir wollten erst die Abnahme durch die Gemeindeprüfanstalt abwarten, bis wir die Zahlen öffentlich machen“.

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Und das Kämmereiamt war mit seiner Bilanz so schnell, dass die amtlichen Prüfer des Landes wegen der Umstellung auf die Doppik in Baden-Württemberg mit ihrer Arbeit nicht nachgekommen seien, erklärt Göck. Erst vor kurzem sei der Brühler Eröffnungsbilanz deshalb der amtliche Segen erteilt worden.

Unverkäufliches Eigentum

Die Eröffnungsbilanz war notwendig geworden, weil in der Doppik andere Bewertungsansätze des Vermögens der Gemeinde genutzt werden, als in der bis dahin bei der kommunalen Buchführung genutzten Kameralistik. Als Beispiel führt der Bürgermeister die öffentlichen Verkehrsflächen an. Die wurden im alten System schlicht nicht in die Bilanz der Gemeinde einbezogen, weil man sie ja auch nicht wirklich verkaufen kann. Deshalb musste vom Gemeinderat zunächst festgelegt werden, welchen Wert jeder Quadratmeter Grünstreifen, gepflasterter Gehweg und asphaltierte Straße hat. Das wurden dann mit den entsprechenden Flächenzahlen multipliziert und heraus kam der Wert der öffentlichen Verkehrsflächen.

Zusammen mit den anderen Werten der Gemeinde, also Immobilien vom Wohnhaus über Kindergärten bis hin zum Rathaus, Finanzmitteln und immateriellen Vermögensgegenständen errechnet so auf den Cent genau eine Bilanzsumme von 75 386 998,87 Euro als Aktiva, dem entsprechend der gleiche Betrag als Passiva gegenübersteht.

Keine Fehler gemacht

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„Und nun wurde der Aufstellung unserer Werte die Richtigkeit bestätigt“, bringt Bürgermeister Dr. Ralf Göck seine Freude zum Ausdruck. Denn wären Fehler bei den Annahmen aufgetreten, hätte man die Jahresrechnungen der vergangenen Jahre rückwirkend überarbeiten müssen.

Nun liegt das Zahlenwerk bis Dienstag, 28. April, zur öffentlichen Einsichtnahme im Rathaus aus. Allerdings müssen Bürger und sogenannte Abgabepflichtige wegen der Corona-Beschränkungen vorher einen Termin vereinbaren.

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