Zeitgemäß ist einfach anders

Katja Bauroth sieht keinen Sinn in einem Silvesterfeuerwerk

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Katja Bauroth
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Mit der wilden Böllerei auf den Straßen und Plätzen rund um Silvester kann ich einfach nichts anfangen. Schon seit Kindertagen empfinde ich es als laut, stinkend und gefährlich: Denn nicht nur unter jenen, die Feuerwerkskörper zünden, gibt es Verletzte, sondern auch Unbeteiligte werden in Mitleidenschaft gezogen, manchmal sogar mutwillig, wenn ich an so manchen Knaller denke, der schon auf mich geworfen wurde. „Brot statt Böller“ war allein mit Blick aufs Geld, das da buchstäblich in die Luft geschossen wird, dazu schon immer mein Credo.

Gerade in den vergangenen Jahren, als es pandemiebedingt kein Feuerwerk gab, habe ich Silvester als schön ruhig und sauber empfunden. Denn leider kehrt nicht jeder vor der Tür, vor der er mit der Silvesterknallerei Papier- und Plastikreste hinterlassen hat. In Zeiten, in denen wir Dieselautos an den Rand drängen, um die Umwelt sauberer zu halten, sollten Spaßgeschosse, die stinkende Rauchschwaden und Müll hinterlassen, längst hinterfragt werden, gerade im Privaten. Warum nicht machen wie die Stadt Heitersheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald? Durch Spenden finanziert sie zum zweiten Mal ein Profifeuerwerk an Silvester für ihre Bürger. Noch besser wäre eine Lichter-Drohnenshow. Kein Lärm, kein Gestank, aber mit Sicherheit ein Wow-Effekt, so, wie es mittlerweile schon Erlebnisparks wie Disneyland Paris machen. Das empfände ich als zeitgemäß. Und daran hätte auch ich meine Freude.

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