AdUnit Billboard
Pauluskirche

Chor aus Tiflis betont in Eppelheim die integrative Rolle der Musik

Der Besuch des Chors aus der Versöhnungskirche Tiflis kam auf Betreiben des Kirchengemeinderats Martin Gramm zustande. Nicht nur die Musik sollte der Völkerverständigung dienen.

Von 
Julia Zent
Lesedauer: 
Der zwölfköpfige Chor hat in der Pauluskirche unter Leitung von Natalia Chaganawa (vorne) liturgische Gesänge georgischer und russischer Komponisten mit im Gepäck. Die Beziehungen Eppelheims nach Georgien werden seit 30 Jahren gepflegt. © Zent

Eppelheim. Musik ist eines der simpelsten Mittel, um Völker und Kulturen zusammenzubringen. Der Besuch des Chores der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche aus Georgiens Hauptstadt Tiflis in der Pauluskirche hat dies bewiesen. Die Reise der georgischen Gruppe ist auf Betreiben des Eppelheimer Kirchengemeinderats Martin Gramm sowie des designierten Bischofs der evangelisch-lutherischen Kirche in Georgien und dem Südkaukasus, Rolf Bareis, entstanden.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Bareis ist seit Mai designierter Bischof in der deutschen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Tiflis und wollte mit der Reise nach Eppelheim die bereits seit über 30 Jahren bestehenden Beziehungen der Stadt nach Georgien weiter pflegen. „Damit schließt sich für mich auch in gewisser Weise ein Kreis“, so Bareis, der von 1987 bis 1991 während seines Theologiestudiums sogar selbst in Eppelheim gewohnt und bei der Ausbildung des Posaunenchors mitgewirkt hatte. Heute zählen zu seinen Aufgabengebieten unter anderem Gemeinden in Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

Bareis’ Eintrag ins Goldene Buch

Um die Völkerverständigung auch abseits der Musik voranzutreiben, gab es vor dem Konzert im Gemeindehaus ein Zusammentreffen der georgischen Gäste mit Eppelheimer Bürgern. Auch Bürgermeisterin Patricia Rebmann war bei den lockeren Gesprächen am georgisch-deutschen Buffet dabei, bevor sich Rolf Bareis in das Goldene Buch der Stadt Eppelheim eingetragen durfte.

Mehr zum Thema

Konzert und Treffen

Chor aus Tiflis knüpft bestehende Bande weiter

Veröffentlicht
Von
zg
Mehr erfahren
Konzert

Gotteslob aus vollen Kehlen

Veröffentlicht
Von
Uwe Rauschelbach
Mehr erfahren
Jubiläum

Katholischer Kirchenchor „St. Cäcilia“ aus Plankstadt feiert 125 Jahre

Veröffentlicht
Von
Maria Herlo
Mehr erfahren

Am Abend begann der Chor aus Tiflis schließlich mit seinem Konzertprogramm, das neben liturgischen Gesängen sowie Volksliedern aus Georgien und Russland auch Geigenstücke enthielt. Eindrucksvoll entfaltete sich der Klang der Stimmen des zwölfköpfigen Chores in der Pauluskirche unter der Leitung von Natalia Chaganawa.

Zwischen den einzelnen Liedern gab der designierte Bischof Rolf Bareis interessante Informationen zu der Kultur, der Sprache und dem Alltag in Georgien. So werde bei den Gottesdiensten meist in den drei Sprachen Deutsch, Georgisch und Russisch gesungen. Neben den Gottesdiensten sei außerdem die Diakonie einer der Arbeitsschwerpunkte der evangelisch-lutherischen Kirche in Georgien und dem Südkaukasus, wie Bareis berichtete.

Die ökumenische Zusammenarbeit gestalte sich hingegen eher schwierig. Bareis referierte darüber, dass die georgisch-orthodoxe Kirche tendenziell nationalistisch geprägt und ihr Einfluss auf die Politik groß sei. Dies führe zu einer eher ablehnenden Haltung gegenüber der deutschen evangelisch-lutherischen Kirche.

Rolf Bareis bedauerte dieses Verhältnis: „Das ist wirklich schade, aber wir arbeiten daran – auch zusammen mit anderen religiösen Gruppierungen“, bekräftigte er.

Die Ausführungen von Rolf Bareis gaben an diesem Abend interessante Einblicke in den georgischen Alltag und stellten zusammen mit dem A-cappella-Gesang des Kirchenchors der Versöhnungskirche Tiflis einen wertvollen Beitrag zu mehr Völkerverständigung dar.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1