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Büchereibilanz - Eine Stadtbibliothek mit Wohlfühlcharakter ist das Ziel der geplanten Neuausrichtung

Corona bremst Ausleihzahlen bei Eppelheimer Bibliothek aus

Von 
Sabine Geschwill
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Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett und Michael Seip, Leiter der Kämmerei, blicken auf 2021 zurück und geben einen Ausblick in die Zukunft. © Geschwill

Eppelheim. Die Stadtbibliothek soll eine neue Ausrichtung erhalten: Ein Ort mit mehr Aufenthaltsqualität und Wohlfühlcharakter schwebt Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett vor. „Bei uns soll man sich wie zu Hause fühlen“, wünscht sie sich. Ihr Ziel: Die Bibliothek als Bildungsstätte und Treffpunkt für alle Generationen stärker zu bewerben und sie mit vorhandenen Mitteln nutzerfreundlicher und attraktiver zu gestalten.

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„Wir sind bestrebt, unseren Medienbestand zu aktualisieren, aber auch zu reduzieren, um Platz für neue Ideen zu schaffen“, verdeutlicht Klett beim Pressegespräch zum Jahresberichts und nennt als Stichwort die „Bestandsverjüngung“. „Nutzer sollen finden, was sie suchen.“ Veraltete Medien hielten nur unnötig den Medienbestand hoch und nähmen Regalmeter in Anspruch.

Der Blick auf das zurückliegende Jahr zeigt: Bei einem Gesamtmedienbestand von rund 34 000 physischer Medien betrug die Ausleihe 30 337 Medien. Das Team hat sich vom Coronavirus nicht ausbremsen lassen, sondern suchte einfallsreich nach Möglichkeiten, die Nutzer mit Lesestoff zu versorgen. Die Erreichbarkeit während des Lockdowns mit dem Medienbestell- und Abholservice und die Öffnungszeiten im Normalbetrieb ergaben 1327 Stunden Bibliotheksbetrieb. Die Öffnungszeiten wurden nutzerfreundlicher gestaltet und um eine Stunde aufgestockt. 22 Stunden in der Woche ist die Stadtbibliothek jetzt offen. Neu ist der lange Montag bis 19 Uhr. „Das war ein Wunsch unserer Kundinnen und Kunden“, berichtet Klett. Der Mittwoch war wieder ausleihstärkster Tag. Sehr erfreulich: „Etwa 70 Prozent der aktiven Leser sind Kinder und Jugendliche.“ Um dieses Nutzerklientel zu fördern, wurden für Eltern „Kinderwagen-Parkplätze“ eingerichtet, die Kinderleseecke mit neuen Sitzmöbeln aufgewertet und Spielangebote geschaffen.

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Corona bremste im Jahr 2021 die Nutzer- und Ausleihzahlen etwas aus: 229 Personen haben sich neu angemeldet. Die Gesamtzahl der Leseausweisbesitzer betrug 5100. Aber: „Aktive Leser, die vor Ort erscheinen, um Medien auszuleihen, sind es leider nur 800“, betont Klett. Darin nicht enthalten sind Nutzer der Online-Ausleihe, die ab diesem Jahr separat erfasst werden.

Es ist eine Herkulesaufgabe

Elisabeth Klett und Michael Seip als Leiter der Kämmerei und des Hauptamtes stehen angesichts der Zukunft – unabhängig ihres immer wieder diskutierten Standorts – vor einer Herkulesaufgabe: Das Medienangebot muss aktuell und attraktiv bleiben, die Ausstattung in Schuss gehalten und das jährliche Defizit dringend reduziert werden.

Gleichzeitig gilt es, neue Angebote mit Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen, die mehr aktive Nutzer in die Bildungseinrichtung locken. Seip: „Unser Ziel muss es sein, für die Bibliothek ein effizientes Nutzungskonzept zu entwickeln, um bei weniger Mitteleinsatz maximalen Nutzen für die Leserschaft zu erreichen. Es soll Spaß machen, in die Bibliothek zu kommen und das vorhandene Medienangebot zu nutzen“, betont Klett. Für Seip steht fest: „Eine Bibliothek macht einen Ort attraktiver.“ Als Leiter der Kämmerei sieht er noch einen Vorteil in einer solchen Einrichtung: „Je höher die Bildung einer Bevölkerung, desto besser für die Stadtfinanzen, denn gebildete Bürger haben in der Regel ein höheres Einkommen“, sagt Seip.

Geplant sind eine „Eppelheimer Buchwoche“, ein Comic-Tag, Kindertheater, Autorenlesungen, Ferienprogrammangebote, die Sommeraktion für Kinder und Jugendliche und der „Advent in der Stadtbibliothek“.

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Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.

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