Ahmadiyya-Jugend - Digitale Gesprächsrunde „Islam & Coffee“ befasst sich mit dem Thema Alltagsrassismus Die Menschen zum Umdenken bewegen

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Eppelheim. Weltweit erstarken sowohl rechtspopulistische als auch extremistische Gedanken. Deutschland bildet da keine Ausnahme. Hass und Fremdenfeindlichkeit hat in vielen Bereichen der Gesellschaft Einzug gehalten. Statt einem Miteinander und Dialogbereitschaft gibt es immer mehr Anfeindungen und Ausgrenzungen von Menschen anderer Herkunft, Religion und Hautfarbe und leider auch Gewalt. Rassistisch geprägte Attentate wie im vergangenen Jahr in Hanau zeigen eine erschreckende Entwicklung.

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Mit „Islam & Coffee“ hat die Ahmadiyya-Jugend nun eine digitale und interaktive Plattform für einen regen und konstruktiven Austausch zu aktuellen Themen geschaffen. Die Teilnehmer erörtern in lockerer und respektvoller Atmosphäre an ihren Endgeräten zu Hause bei einer Tasse Kaffee oder Tee nach einem kurzen Impulsvortrag ein aktuelles Thema, tauschen sich aus, erzählen von ihren Erfahrungen und gewinnen dadurch neue Erkenntnisse. Die Ahmadiyya-Jugend nutzte ihr digitales Gesprächsformat, um mit gut zwei Dutzend Interessierten das Thema „Alltagsrassismus – Gift für die Gesellschaft“ zu erörtern und Möglichkeiten für ein friedliches und harmonisches Miteinander aufzuzeigen, zu dem sich Ahmadi-Muslime aufgrund ihrer Glaubensgrundsätze verpflichtet fühlen.

Als Imam der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinden gab Naweel Shad den Teilnehmern der Online-Veranstaltung „Islam & Coffee“ Handlungsempfehlungen, wie man gegen Rassismus im Alltag vorgehen kann. © Geschwill

Die Ahmadiyya-Jugend aus Eppelheim sah es nun an der Zeit zu handeln, um dem Fremdenhass entgegenzuwirken. Sie möchte einen Diskurs anregen und zugleich ein Bewusstsein darüber schaffen, wie Zusammenhalt in der Gesellschaft gefördert und erzielt werden kann. Denn der Islam verurteilt den Rassismus und plädiert für Vielfältigkeit.

Gastredner für Impulsvortrag

Moderiert wurde die Online-Veranstaltung von Intsar Ahmad, der das neue Gesprächsformat, die Aktivitäten der Ahmadiyya-Jugend und den neuen Imam der Muslim-Gemeinde vorstellte. Den Impulsvortrag zum Thema Alltagsrassismus übernahm als Gastredner Naweel Shad. Er ist seit März als Imam und Theologe für die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinden Eppelheim, Schwetzingen, Heidelberg und Sinsheim zuständig. Die steigende Zahl rassistischer Übergriffe, das Schwarz-Weiß-Denken in der Gesellschaft und die immer breiter werdende Kluft zwischen verschiedenen Völkern und Religionen weltweit sind für ihn nicht weiter hinnehmbar.

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„Herkunft, Glaube und Aussehen eines Menschen spielen für Gott, unseren Allah, keine Rolle“, erklärte er. Allah schaue nicht auf den Körper oder auf das Aussehen, sondern in die Herzen der Menschen. Shad zitierte den heiligen Propheten, um dies zu verdeutlichen: „Ein Weißer ist nicht besser als ein Schwarzer, noch ist ein Schwarzer besser als ein Weißer.“ Allah benachteilige kein Volk. Für alle Völker sei die Erde der Boden und allen dienen Sonne, Mond und Sterne als Lichtquelle.

Im Koran könne man lesen, was wirklich zählt: „Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Rechtschaffenste ist.“ Wo man Menschen, egal welcher Herkunft und Religion, mit Liebe, Güte und Respekt begegnet, habe Rassismus keine Chance, erklärt der Imam, der für ein friedliches und harmonisches Miteinander warb. „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zum Umdenken zu bewegen.“ Die Veränderung, die man sich wünsche, beginne zuerst bei einem selbst. sge

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