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Spendenaktion - Ilona Schuhmacher und der Motorsport-Club ernten auf ihrem Aufruf eine gigantische Resonanz von hilfsbereiten Menschen aus der Region

Eppelheim hilft Flutopfern – ratzfatz sind die Lagerhallen voll

Von 
Sabine Geschwill
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Kartons, Säcke, Beutel: Nach etwa zwei Stunden ist Annahmestopp in der Halle. © Geschwill

Eppelheim. Die Flutkatastrophe hinterlässt in den betroffenen Gebieten Schäden von ungeahntem Ausmaß. Die Bilder in den Nachrichten und die damit verbundenen Schicksale gehen unter die Haut und lösen deutschlandweit eine Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft aus. Auch Eppelheim hilft.

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Die Solidarität in der Stadt ist groß. Sowohl Ilona Schuhmacher als auch der Motorsport-Club Eppelheim (MSC) riefen am Wochenende zur Sammlung von Sachspenden für die Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten auf. Die Welle der Hilfsbereitschaft war gigantisch. Das zeigte sich am Samstag- und Sonntagvormittag sowohl am Parkplatz an der Rhein-Neckar-Halle als auch auf dem MSC-Vereinsgelände. Mit dem großen Ansturm hatte wohl keiner gerechnet. Die Menschen kamen aus allen Himmelsrichtungen und Umlandgemeinden angefahren und reihten sich in die Abgabeschlange. Die Sachspenden wurden fast schon im Sekundentakt abgegeben und bis zum Abtransport in der Rhein-Neckar-Halle, beziehungsweise auf dem MSC-Vereinsgelände deponiert.

Nicola wollte am Samstag eigentlich nur Sachspenden an die Rhein-Neckar-Halle bringen. Dann sah die Anwohnerin, dass die Helfer bei der Annahme der Spenden nicht mehr nachkamen. Sie blieb und half mit. So wie ihr, erging es vielen. Auch Felicitas und Marcel aus Heidelberg sahen, dass Not am Mann war und packten mit an, wo sie nur konnten. „Ich finde es richtig toll, dass sich so viele Menschen solidarisch zeigen und den Betroffenen helfen“, betonten Cecile Windisch und ihre Mutter Ursula Reinhardt, die gerade neuwertige Bettwäsche, Kissen und Handtücher spendeten. Roland und Kerstin Lichtenberg brachten nicht nur Kuscheltiere, Haushaltswaren, Hygiene- und Drogerieartikel vorbei, sondern hatten auch an die Helfer gedacht und vorher noch Wasser, Müsliriegel und Kekse zur Stärkung eingekauft.

Ilona Schuhmacher fuhr zusammen mit ihrem Mann am Samstag gleich mit dem ersten Transporter los. Ihr Ziel war das von der Flut betroffene Kall. Von unterwegs teilte sie mit: „Die nehmen nur noch Wasser und Hygieneartikel. Deshalb fahren wir jetzt nach Zülpich – die benötigen alles.“

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Während sie auf der Autobahn die ersten Kilometer zurücklegte, wuchs indes in Eppelheim der Berg an Kleider- und Schuhspenden, die Tüten, Taschen und Kartons mit Spielsachen, Haushaltsgegenständen, Bettwäsche, Decken, Drogerie- und Hygieneartikeln, haltbaren Lebensmitteln und Tierfutter immer weiter. Das Sortieren der Sachspenden, das Umpacken aus Tüten und Taschen in stabile Kartons kostete die Helfer viel Zeit. „Am besten wäre es, wenn die Spenden gleich in Kartons kämen und diese entsprechend beschriftet wären“, meinte eine Helferin.

Karlheinz Perschewski koordiniert

Auch Bürgermeisterin Patricia Rebmann war vor Ort und unterstützte die Sammelaktion am Samstag. Die ursprünglich auf vier Stunden ausgelegte Aktion an der Rhein-Neckar-Halle musste aufgrund der Masse an Spenden nach zwei Stunden abgebrochen werden. Lediglich Lebensmittel, Hygieneartikel und Tierfutter wurden noch angenommen. Insgesamt sechs Transporter schickte Eppelheim mit Unterstützung des MSC und Transportunternehmen am Samstag in die von der Flut betroffenen Gebiete.

Der MSC, der selbst eine Menge an Sachspenden auf seinem Vereinsgelände gesammelt hatte, machte sich am Sonntag unter der federführenden Leitung von Vorstandsmitglied Karlheinz Perschewski mit einem beachtlichen Aufgebot von 30 Freiwilligen zuerst an die Beladung weiterer Transporter mit den in der Rhein-Neckar-Halle gesammelten Spenden, damit die Halle zu Wochenbeginn uneingeschränkt dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen kann. Zwei Lkw und fünf Transporter waren dank hervorragender Zusammenarbeit und Unterstützung des Heidelberger Transport- und Umzug-Unternehmens Pape schnell beladen. Sowohl das Transportunternehmen als auch der MSC stellten Fahrer zur Verfügung. Auch alles weitere hat Perschewski professionell organisiert. Er führte eine Liste mit allen Kontaktadressen, um im Falle einer Corona-Infektion die Kontakte zurückverfolgen zu können. Außerdem hatte er für die Fahrer Fahrtrouten und Kontaktadressen mit den Ansprechpartnern im jeweiligen Zielgebiet vorbereitet. Seine Schwiegertochter Jenny versorgte die Fahrer mit Getränken, Snacks und weiterer Nervennahrung.

Voraussichtlich am kommenden Wochenende sollen die Spenden, die der MSC gesammelt hat, in Transporter geladen und in die Krisengebiete geliefert werden. Wo genau sie gebraucht werden, wird von Karlheinz Perschewski noch abgeklärt.

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Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.

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