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Nachruf

Eppelheim trauert um Ehrenbürgerin

Der 24. Dezember begann in Eppelheim mit einer traurigen Nachricht: Ehrenbürgerin Inge A. Burck war in der Nacht im gesegneten Alter von 96 Jahren verstorben.

Von 
Sabine Geschwill
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Eppelheim. Der 24. Dezember begann in Eppelheim mit einer traurigen Nachricht: Ehrenbürgerin Inge A. Burck war in der Nacht im gesegneten Alter von 96 Jahren verstorben. Seit April 2021 wurde sie aufgrund fortschreitender Demenz im Caritas-Altenzentrum in Plankstadt betreut und gepflegt. Dort ist sie gegen 1.30 Uhr in der noch jungen Nacht des Heiligabends friedlich eingeschlafen. Mit ihr verliert die Stadt eine Frau, die voller Tatendrang, vielfältig engagiert, hoch angesehen und beispielgebend für ein Miteinander der Generationen und gelebte Gemeinschaft war.

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Vor über 70 Jahren kam die 1925 in München geborene Volksschullehrerin nach Eppelheim. Das „Dorf“, in dem sie ursprünglich „keine drei Monate“ bleiben wollte, wurde zu ihrer Heimat. Recht schnell hat sie die Eppelheimer lieb gewonnen und auch umgekehrt haben die Eppelheimer die patente Frau mit dem bayerischen Dialekt bald geschätzt.

Eppelheim trauert um Ehrenbürgerin Inge A. Burck. Sie ist in der Nacht zum 24. Dezem-ber verstorben. Dieses Bild entstand an ihrem 95. Geburtstag. © Geschwill

Beruflich war Burck nach ihrem Studium von 1962 bis 1969 Lehrerin an der amerikanischen High School in Heidelberg, ehe sie für die „Amerikanische Oberschulamtsdirektion Europa“ als Referentin und Koordinatorin arbeitete.

Im Dienst der amerikanischen Streitkräfte lag ihr das interkulturelle Verständnis zwischen Deutschen und Amerikanern am Herzen. Vielen Schülergenerationen hat sie Sprache und Landeskultur nähergebracht und zu weltoffenen Bürgern erzogen. Bis ins hohe Alter war sie bei den Amerikanern als „Pädagogische Beraterin“ tätig und leitete viele Seminare in Oberwesel.

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Erste weibliche Vertreterin

Nicht minder umfangreich war das ehrenamtliche Engagement: 1969 zog Inge Burck für die CDU als erste weibliche Vertreterin in den Eppel-heimer Gemeinderat ein und gehörte dem Ratsgremium bis 1980 an. Ihre Meinung wurde von allen Fraktionen hochgeschätzt. 1962 trat sie der DJK Eppelheim bei und war Mitgründerin der Gymnastikabteilung für Frauen und Mädchen.

Von 1991 bis 1998 war sie im Vorstandsteam der DJK. Unter ihrer Regie wurde unter anderem die Erweiterung und Renovierung des DJK-Clubhauses realisiert. Von 1972 bis 2000 war sie Vizepräsidentin des Bundesverbandes der DJK, Vorsitzende des Bildungsausschusses und Mitglied im Arbeitskreis „Kirche und Sport“ der katholischen Kirche Deutschland.

Beim Eppelheimer Carneval Clubs leitete sie viele Jahre als Trainerin das ECC-Ballett. Burcks Einsatz galt auch der älteren Generation. Von 2000 bis 2016 war sie Vorsitzende des Bürgerkontaktbüros und viele Jahre aktives Mitglied im „Tanzkreis Spätlese“. Sie war in rund einem Dutzend Eppelheimer Vereinen Mitglied sowie Präsidentin der Altgemeinderäte und mimte beim Eppelheimer Weihnachtsdorf viele Jahre auf der Bühne für die Stadt den Nikolaus, der die Kinder beschenkte.

Für ihr Engagement in Beruf und Ehrenamt hat die Verstorbene viele Auszeichnungen erhalten. Eine besondere war die „Outstanding Civil Service Medal“, die ihr von amerikanischer Seite als erste Europäerin für außergewöhnliche Verdienste um die Zusammenführung und Verständigung deutscher und amerikanischer Jugendlicher überreicht wurde. Zum Ehrenmitglied ernannt wurde Burck, die am liebsten im Schwarzwald Urlaub machte und das Weihnachtsfest über alles liebte, unter anderem von der DJK Eppelheim, dem Sängerbund Germania und dem CDU-Stadtverband.

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Bundesverdienstkreuz verliehen

Im Jahr 2000 wurde ihr die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die Wertschätzung der Stadt zeigte sich auch in den Empfängen zum 80., 85. und 90. Geburtstag, die für die Ehrenbürgerin in der Rudolf-Wild-Halle ausgerichtet wurden. 2016 erhielt sie mit dem Bundesverdienstkreuz die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

Die Stadt trauert zusammen mit Sohn, Enkel, Urenkel, deren Familien sowie den vielen Weggefährten und Freunden um Inge Burck. Ihre letzte Ruhe wird die Ehrenbürgerin auf dem Eppelheimer Friedhof finden. Ihr Ehrengrab wird keinen Grabstein, sondern nach bayerischer Tradition ein Kreuz erhalten. Das hat sie sich stets gewünscht.

Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.

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