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Brauchtum - ECC sichert sich die Rathausmacht und fordert Zusatzschilder an den Ortseingängen / Lustige Aufgaben müssen gemeistert werden

Eppelheimer Fasnachter sichern sich die Rathausmacht

Von 
Sabine Geschwill
Lesedauer: 
Die Narren jubeln: Auf dem Schulhof und dem Spielplatz hinterm Rathaus meistert ECC-Sitzungspräsident Jens Schneider mit seinen Elferräten verschiedene Aufgaben und freut sich nun mit den Garden über den Rathausschlüssel von Bürgermeisterin Patricia Rebmann (Mitte). © Sabine Geschwill

Eppelheim. Den Rathaussturm als traditionellen Start in die fünfte Jahreszeit wollten Stadt und Eppelheimer Carnevalclub (ECC) auch in Corona-Zeiten nicht ausfallen lassen und der Bevölkerung ein schönes Spektakel bieten. Um die Risiken zu minimieren und möglichst viel Platz für die Zuschauer zu haben, wurden alle Aktivitäten ins Freie auf den Spielplatz hinterm Rathaus und den Schulhof der Theodor-Heuss-Schule verlegt.

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An zwei Eingängen wurden am Wochenende nach dem 11.11 von den Stadtbediensteten die Kontakte erfasst. Einlass erhielt nur, wer geimpft, genesen oder getestet war. Ein Team des Eppelheimer Roten Kreuzes stand parat und bot vor Ort kostenlos Corona-Tests an. Statt im Rathaus hatte sich die Stadtchefin mit einer Kinderschar auf den Türmen und Häuschen der Kletterlandschaft auf dem Spielplatz verschanzt, um sich gegen die närrische Macht zu verteidigen. Leicht wollte sie dem ECC mit Sitzungspräsident Jens Schneider an der Spitze die Eroberung der „Eppelheimer Festung“ nicht machen.

Kinofilme erraten

Wer ins Rathaus einziehen wolle, müsse sich bewähren, meinte sie und hatte sich mit ihrem Team Aufgaben überlegt, die von den Narren gemeistert werden mussten. Die ECC-Aktiven Nadine Rühle und Thorsten Speil hatten „im Blindflug“ einen Slalomparcours auf einem Rollbrett zu meistern. Die Elferräte mussten die Titel von Kinofilmen erraten, die vom Sitzungspräsident vorgesungen wurden. Da Rebmann die Zuschauer durch Schneiders schräge Gesangseinlagen nicht verscheuchen wollte, erklärte sie die Aufgabe vorzeitig als bestanden. Weil man als Rathausregent vielseitig sein sollte und eine gute Ausdauer benötigt, wartete als nächstes Zirkeltraining auf den Sitzungspräsidenten. Zu den Klängen der Kinofilmreihe „Rocky“ musste Schneider mit Hanteln und Liegestützen seine Muskeln stählen, Seilspringen üben und ein Training mit Boxhandschuhen absolvieren.

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Nachdem alle Aufgaben bestanden waren, musste der Sitzungspräsident noch einen Weg finden, um zum Festungsturm zu gelangen, wo die Bürgermeisterin den Rathausschlüssel in Anlehnung an die „Herr der Ringe“-Filme wie einen Schatz verwahrte. Schneider erinnerte sich an das Märchen von Rapunzel, die in einem Turm gefangen ihr langes Haar herunterließ, damit es ihrem Liebsten als Kletterhilfe dient und bat die Bürgermeisterin, ihr Haar herunterzulassen. Da sich schulterlanges Blond zum Überwinden mehrerer Meter als ungeeignet erwies, bekam Schneider kurzerhand eine Perücke als „Türöffner zur Festung“ zugeworfen und konnte bald bei einem dreifachen „Eppele Helau“ den Schlüssel in die Höhe strecken.

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Glück verbreiten

„Ihr liewe Leid, mir stehn do all im Kalde, deshalb will isch eisch a net lang uffhalde“, schickte er seiner Rede vorweg. Die Pandemie sprach er an, die man „nur gemeinsam meistern und durchstehen kann“. Die Leute zum Lachen bringen und Glück verbreiten, sei das große Ansinnen des ECC. Der momentanen Lage sei man sich bewusst. Leute und Leben gefährden wolle man nicht. Drum gebe es den Rathaussturm in neuem Gewand: im Freien mit Maske und viel Abstand. Eine Fasnacht zu planen, hob er hervor, sei derzeit nicht gerade schön: „Was is erlaubt, was is tragbar? Womit hot ma Spaß unn is net verklagbar?“

Bei der Gelegenheit lenkte er den Blick auf den millionenteuren „The Länd-Schilderstreich“ der Landesregierung und rügte die Stadtverwaltung für ihre Untätigkeit: „Des Rathaus in Eppele hängt seiner Zeit hinter.“ Offenbar habe noch keiner vernommen oder berichtet bekommen, dass Eppelheim als bekanntlich „schönste Stadt im Land“ nun dringend handeln und unter Zuhilfenahme der Weltsprache Englisch umbenannt werden müsse in „The most beautiful City of the Länd“. „Drum bitt ich den Bauhof in de Stroße unn Gasse die Ortseingangsschilder nochträglich ozubasse.“

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Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.

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