Jahresbericht - Rund 1100 Leser nutzten das Medienangebot der Stadtbibliothek / Stark nachgefragt waren Unterhaltungsliteratur und Bestseller Erfreulich sind fast 150 Neuanmeldungen

Von 
Sabine Geschwill
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Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett (r.) und Hauptamtsleiterin Susanne Balzer stellen in den Räumen der Stadtbibliothek den Jahresbericht vor und machen auf die vielen Medien aufmerksam, die für alle Altersgruppen zur Ausleihe bereitstehen. © Geschwill

Eppelheim. Ein neuer Internetauftritt und der Ausbau digitaler Angebote konnten im vergangenen Jahr verwirklicht werden. Der angestrebten Steigerung der Attraktivität und Nutzung der Stadtbibliothek durch neue Angebotsformate und Veranstaltungen kam die Pandemie in die Quere. „Mit dem flächendeckenden Auftauchen des Coronavirus und seinen Auswirkungen ab Mitte März kam vorerst auch die Bibliotheksnutzung zum Stillstand“, machten Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett und Hauptamtsleiterin Susanne Balzer beim Pressegespräch zum Jahresbericht in der Stadtbibliothek deutlich.

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Es wurden Medienleihfristen verlängert, Mahnungen ausgesetzt und geplante Veranstaltungen verlegt. Ende April vergangenen Jahres erfolgte dann die Wiedereröffnung der Bibliothek unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Leser und Bibliotheksteam haben sich laut Klett schnell an die neue Ordnung mit Anmeldepforte, Abstand halten, regelmäßigen Desinfektionsrundgängen und Schichtarbeit in Teams gewöhnt. „Wir waren immer zur Stelle, immer erreichbar und haben keine Mitarbeiter nach Hause schicken müssen“, betonte die Bibliotheksleiterin.

1106 Stunden geöffnet

Die Einrichtung war für die Besucher im Corona-Jahr regulär 1106 Stunden geöffnet. Hinzu kamen fast 300 Stunden Erreichbarkeit in den Lockdowns. Auf Platz eins der beliebtesten Ausleihtage landete der Mittwoch mit seiner durchgehenden Öffnungszeit von 10 bis 18 Uhr gefolgt vom Montag. Die Lockdown-Schließungen wurden als Chance genutzt, um interne Arbeiten zu erledigen und Online-Fortbildungen zu tätigen. Fast 140 Stunden hat das Personal in die Weiterbildung investiert. Die Fortbildungsmaßnahmen sollen 2021 fortgeführt werden, um das Bibliothekspersonal zukunftsfit zu machen, so Susanne Balzer.

Aufgrund der Corona-Auswirkungen konnte die Stadtbibliothek nur 69 Veranstaltungen (im Jahr 2019 waren es noch 165) durchführen, die von 1450 Personen besucht wurden. Dazu gehörten Einführungen in die Bibliotheksnutzung sowie wenige Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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Die Gesamtbesucherzahl im vergangenen Jahr belief sich auf 12 003 Personen. Hierzu zählen alle Besuche, sowohl die bibliothekseigenen Veranstaltungen als auch Veranstaltungen fremder Anbieter wie beispielsweise Vereine oder die Volkshochschule, die Kurse in den Räumen der Bibliothek anbietet. „Die trotz Corona relativ hohe Gesamtbesucherzahl verdeutlicht sehr gut, dass die Stadtbibliothek in Eppelheim nicht nur als literarischer Ort bedeutend ist, sondern auch als Kultur- und Freizeitzentrum und als Veranstaltungsort eine wichtige Funktion in der Stadt erfüllt“, stellte Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett fest. Als Leseausweisbesitzer waren im Jahr 2020 exakt 4909 Personen registriert. Es gab erfreuliche 149 Neuanmeldungen.

Allerdings nutzten das große Medien- und Ausleihangebot nur 1076 aktive Leser. Davon sind 310 Nutzer der Altersgruppe bis zwölf Jahren zuzuordnen (2019 waren dies noch 420) und 157 Personen gehören der Generation ab 60 Jahren an (2019 waren dies nur 150 Nutzer).

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Die Gesamtausleihzahlen waren mit 28 827 bei einem Medienbestand von 31 582 Medien im Vergleich zu den Vorjahren auf einem Rekordtief. „Trotz Corona konnte jedoch fast einmal komplett der Bestand umgesetzt werden“, informierte Elisabeth Klett. Wenn der Nachwuchs die Bibliothek aufsuchte, wurden am häufigsten die Comic-Romane „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney entliehen sowie CDs mit Spielen und Geschichten, mobile Hörsticks und die beliebten Tonie-Hörfiguren.

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Kreatives Gestalten und Magazine

Bei den älteren Nutzern waren Unterhaltungsliteratur, Spiegel-Bestseller, Bücher zum kreativen Gestalten und Magazine wie „Psychologie Heute“ und „Landlust“ überdurchschnittlich gefragt. Zudem stieg während den Lockdowns auf dem Portal „Metropolbib.de“ die Ausleihe von E-Medien sprunghaft an, wusste Klett zu berichten.

Anfang 2021 machte es ein neues Hygienekonzept möglich, dass die Stadtbibliothek ein „Call & Collect“-Angebot anbieten kann, das mit kontaktloser Bücherrückgabe und Mitnahme der vorbestellten Bücher sehr gut angenommen wird. Als es die Inzidenzwerte zuließen, konnte der Ausleihservice „Meet & Collect“ angeboten werden.

Für dieses Jahr werden die Aufwertung der Stadtbibliothek, die Verbesserung der Social-Media- und Internetpräsenz, Corona-konforme Veranstaltungen und ein Kooperationsvertrag zur Leseförderung mit der Friedrich-Ebert-Gemeinschaftsschule ins Auge gefasst. „Wir wollen unsere Bibliothek so herrichten und Angebote bereithalten, dass unsere Gäste und Nutzer gerne zu uns kommen“, betont Elisabeth Klett.

Freie Autorin Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.