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Gemeinderat - Kämmerer Hubert Büssecker stellt Jahresabschluss des Wasserversorgungsbetriebs vor / Leitungsnetz soll sukzessive erneuert werden

„Ergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen“

Von 
Volker Widdrat
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Eppelheim. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Kämmerer Hubert Büssecker den Jahresabschluss des Wasserversorgungsbetriebes Eppelheim für das Wirtschaftsjahr 2019 vor. Die Abrechnung hatte sich nicht zuletzt wegen Corona bis jetzt hinausgezogen. Die Bilanzsumme kommt auf 5,2 Millionen Euro. Das Jahresergebnis weist einen Verlust von 153 000 Euro auf.

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Für neue Hausanschlüsse waren 15 000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt, das Geld wurde fast verbraucht. Für die Erneuerung oder Erweiterung des Rohrnetzes waren 2019 keine Mittel vorgesehen. Die Wasserverbrauchsgebühr betrug im Wirtschaftsjahr 2019 nach wie vor 2,13 Euro pro Kubikmeter. Die Jahresverbrauchsmenge lag bei 762 000 Kubikmeter. Erzielt wurden Erlöse von rund 1,6 Millionen Euro, im Vergleich zum Ansatz ein Plus von 70 250 Euro.

Das Wasserwerk ist außer Betrieb. Die Stadt Eppelheim verzichtet auf das Wasser-recht. © Widdrat

Für die Unterhaltung des Betriebsgebäudes wurden nur die notwendigsten Wartungen und Reparaturen durchgeführt. Der Aufwand lag bei rund 3900 Euro. Im Bereich der Unterhaltung der Versorgungsleitungen wurden wegen vieler Rohrbrüche und Schieberreparaturen statt der geplanten 150 000 Euro knapp 300 00 Euro notwendig. Der Schuldenstand weist zum Jahresende 2019 einen Betrag von 2,5 Millionen Euro aus. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 170,35 Euro je Einwohner.

Viele Rohrbrüche

Der mit der Stadtwerke Heidelberg AG abgeschlossene Betriebsführungsvertrag wurde um ein Jahr verlängert. Da die Betriebsführung nach wie vor ziemlich reibungslos und zufriedenstellend läuft, hatte die Verwaltung die Verlängerung des Vertrages um ein weiteres Jahr befürwortet. Das Entgelt beträgt rund 143 000 Euro. Die Hauptaufgabe wird es künftig sein, das Leitungsnetz, wo notwendig, zu erneuern und es in einem guten Zustand zu erhalten. 2019 war es wegen einer Reihe von Rohrbrüchen, zumeist der alten, noch vorhandenen Gussleitungen, zu einem Wasserverlust von 13 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs gekommen.

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Da in den letzten Jahren nur in geringem Umfang Baumaßnahmen am Leitungsnetz vorgenommen wurden, gelte es, in den kommenden Jahren wieder verstärkt zu investieren, stellte Büssecker heraus. Das würde dann in den kommenden Jahren leider auch wieder zur Aufnahme von Darlehen führen. Der derzeitige Wasserpreis von 2,13 Euro pro Kubikmeter sollte aus jetziger Sicht aber stabil gehalten werden können. Renate Schmidt (SPD) signalisierte die Zustimmung ihrer Fraktion. Für Christa Balling-Gündling (Grüne) ist es „nicht einfach, in den nächsten Jahren die Schulden abzubauen“. Die alten Leitungen müssten dringend erneuert werden. Trotz der prekären Haushaltslage müsste in die Sanierung des Rohrnetzes investiert werden. Vielleicht wäre ein entsprechender Investitionsplan für die nächsten fünf Jahre sinnvoll: „Wasser wird ein immer kostbareres Gut. Das zeigt auch die Tatsache, dass wir vor Ort kein ausreichend sauberes Trinkwasser auf unserer Gemarkung mehr fördern konnten.“

„Das Ergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen“, meinte Trudbert Orth (CDU/FDP). „Da wir unsere Wasserversorgung neu geregelt und unser Wasserwerk geschlossen haben und unsere gesamte Wasserversorgung über die Stadtwerke Heidelberg durchführen, sollten wir mit eventuellen Neufestlegungen von Wasserpreisen noch etwas warten“, führte er aus. Trotz des Verlustes entspreche die Verschuldung einem hinnehmbaren Wert.

Der Gemeinderat habe damals die richtige Entscheidung getroffen, die Wasserversorgung an die Stadtwerke zu übergeben. „Nach Jahren mit Gewinn nun ein Verlust“, sagte Bernd Binsch (Eppelheimer Liste) und sah einen Investitionsbedarf für das Trinkwassernetz. Die Entscheidungen über den Jahresabschluss und die Vertragsverlängerung fielen einstimmig.

Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

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