Neuer Edeka - Eppelheimer Liste nimmt Stellung Nachteile überwiegen

Von 
zg
Lesedauer: 

Eppelheim. Die Bürgerschaft im Eppelheimer Süden ist froh, seit Jahren mit Edeka einen Supermarkt zu haben, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen ist. Auch die vielen Schüler des Schulzentrums können den jetzigen Supermarkt gut nutzen. Abzuwägen bleibt, ob ein größeres Sortiment oder komfortableres Einkaufen es rechtfertigen, dass für viele ohne Auto der Supermarkt nicht mehr oder nur noch schwer erreichbar ist und für das Einkaufen wieder auf das Auto umgestiegen werden muss – das teilt die Eppelheimer Liste in einer Stellungnahme mit.

AdUnit urban-intext1

Während der Norden Eppelheims über eine sehr gute Versorgung mit Supermärkten verfüge, seien im Zentrum nur wenige Einzelhändler und im Süden der Edeka-Supermarkt vorhanden. Neue Flächen im Süden, wie beispielsweise die Bebauung einer kleinen Teilfläche des Bahndammes, scheiterten in der Vergangenheit. „Wir favorisieren einen Standort, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen ist und gleichzeitig das Umfeld aufwertet und attraktiver macht. Zum Beispiel zentral das Gugler-Gelände gegenüber der Feuerwehr oder das Gelände der Rhein-Neckar-Halle. An der Gemarkungsgrenze die letzten Freiflächen zuzubetonieren stellt für uns keine Lösung dar, zumal es sich um kein Bauland, sondern um eine klimatisch wichtige Grünzone und um bestes Ackerland zwischen Eppelheim-Süd und PHV handelt“, heißt es in der Mitteilung.

Einzelhandelsterben als Folge

Die Fraktion habe nach Abwägung aller Vor- und Nachteile des geplanten neuen Edeka- Standortes an der südlichen Gemarkungsgrenze Eppelheims den Eindruck, dass die Nachteile für die Bürgerschaft überwiegen. Insbesondere würde an der südlichen Gemarkungsgrenze ein Einkaufsmagnet entstehen, der zusätzlichen Verkehr verursache und. Außerdem wäre ein weiteres Aussterben des Einzelhandels in der Innenstadt die Folge, wenn die Kaufkraft an den südlichen Rand der Stadt abwandere.

Die geschätzten Gewerbesteuereinnahmen für Eppelheim dürften in einem eher überschaubaren Rahmen und nach Informationen der Liste zwischen 20 000 und 50 000 Euro pro Jahr liegen, je nach dem, wie viele neue Märkte geplant seien – das bei einem jährlichen Gewerbesteueraufkommen Eppelheims von rund vier bis sechs Millionen Euro, rechnet die Eppelheimer Liste vor. Das Votum in der Fraktion der Eppelheimer Liste sei seit Oktober 2020 einstimmig gegen die Bebauung im Gewann Lochäcker, heißt es abschließend. zg