Rathaus - Benedikt Seelbach ist neuer Umweltbeauftragter Sein Augenmerk gilt Mensch und Natur

Von 
Sabine Geschwill
Lesedauer: 

Eppelheim. Nachdem Peter Schmitt Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde, bedurfte es eines neuen Umwelt- und Naturschutzbeauftragten im Rathaus. Die Stelle wurde mit Benedikt Seelbach neu besetzt.

Benedikt Seelbach ist der neue Umwelt- und Naturschutzbeauftragte. © Geschwill
AdUnit urban-intext1

Im Gespräch mit dem 33-Jährigen, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin im Mannheimer Stadtteil Lindenhof wohnt, merkt man schnell, dass er die Themen Umwelt- und Naturschutz seit Jahren selbst beispielgebend lebt. Er verzichtet auf ein Auto und fährt stattdessen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Ansonsten tätigt Benedikt Seelbach seine Erledigungen mit dem Rad oder zu Fuß. Wenn er tatsächlich mal ein Auto braucht, nutzt er Car-Sharing.

Um Verpackungsmüll zu reduzieren, verwendet er schon seit Studienzeiten wiederbefüllbare Trinkflaschen und Vorratsdosen für sein Frühstück, geht mit dem Brotbeutel zum Bäcker, mit Stofftaschen zum Einkaufen und verzichtet, soweit es möglich ist, auf Einwegware und Plastikverpackungen. Er ist Mitglied bei der „Solidarischen Landwirtschaft“ und unterstützt finanziell einen Landwirt, der die Mitglieder im Gegenzug das ganze Jahr über mit regionalen, biologisch angebauten Produkten wie Gemüse und Obst versorgt.

Zu Hause hat Benedikt Seelbach eine „Wurmkiste“ in seiner Küche stehen, bei der völlig geruchsfrei Kompostwürmer die pflanzlichen Essensabfälle zersetzen und für gute Komposterde sorgen. Beim neuen Umwelt- und Naturschutzbeauftragten kommen hauptsächlich vegane und vegetarische Gerichte auf den Tisch. Wenn er Fleisch isst, dann stammt das vom Biometzger seines Vertrauens. Seelbach kann von der artgerechten Aufzucht des Tieres bis hin zu dessen stressfreier Schlachtung alles nachverfolgen. „Jeder Mensch kann etwas für die Umwelt tun“, ist Seelbach überzeugt. Er findet: „Jeder sollte im Kleinen seine Lebensweise überdenken.“ Gerne möchte er mehr Menschen für Tier-, Natur- und Umweltschutz begeistern.

AdUnit urban-intext2

Benedikt Seelbach kommt gebürtig aus Limburg an der Lahn. Nach Abitur und Bundeswehrzeit studierte er Umwelt- und Ressourcenmanagement in Gießen. Nachdem er sein Bachelor- und Masterstudium erfolgreich absolviert hat, trat er vor rund einem halben Jahr im Eppelheimer Rathaus die Stelle des Umwelt- und Naturschutzbeauftragten an. Er kümmert sich nicht nur um das Grünflächenmanagement der Stadt, sondern hat auch ganzheitlich Mensch, Tier und Natur im Blick mit Naturschutzförderung, Umweltbildung und Umweltberatung.

Seine Arbeit ist vielfältig, sein Aufgabengebiet groß. Bei den Grünflächen der Stadt, zu denen auch der Friedhof gehört, gilt sein Augenmerk deren Pflege. Ebenso muss er Bäume und Anpflanzungen auf Schäden oder Schädlingsbefall überprüfen. Künftig möchte er insektenfreundliche Neuanpflanzungen fördern und die Biotopvernetzung im Feldgebiet voranbringen. Die Bereiche Umweltbildung und Naturschutzförderung möchte Benedikt Seelbach, sobald es coronabedingt wieder möglich ist, durch Informationsveranstaltungen beleben. Themen, über die er gerne referieren würde, sind beispielsweise „Müllvermeidung“, „Richtiges Mülltrennen“, „Insektenfreundlicher Garten“, „Wurmkiste für den Biomüll“ und „Umweltbewusste Ernährung“.

„Schmuddelecken“ melden

AdUnit urban-intext3

Bereits sehr aktiv ist er schon in Sachen Umweltbildung auf Facebook, um möglichst alle Generationen zu erreichen, und auf der Homepage der Stadt mit einer „Umwelt & Natur“-Seite. Sie ist unter www.eppelheim.de unter der Ämterrubrik „Bauverwaltung“ zu finden. Wer Fragen zur Garten- oder Balkonbepflanzung hat, Tipps für den Bau für Insektenhotels benötigt, den richtigen Zeitpunkt für Hecken- und Baumschnitt wissen will oder Infos zu Umweltförderprogrammen benötigt, ist bei Benedikt Seelbach genauso an der richtigen Adresse, wie Bürger, die sich im Feld- oder Stadtgebiet über illegale Müllentsorgung und Hundekot ärgern und ihm solche „Schmuddelecken“ oder „Tretminen-Wege“ melden.

AdUnit urban-intext4

Seelbach möchte diesen Problemen mit Aufklärungsarbeit begegnen, um aufzuzeigen, dass wilder Müll und Hundehäufchen negative Folgen für Flora und Fauna haben. An solchen Stellen könne durch eine optische Aufwertung oder Neubepflanzung viel bewirkt werden, erklärt er. Wenn Schmuddelecken herausgeputzt werden, sei die Hemmung deutlich größer, beispielsweise dort Müll illegal zu entsorgen. Der neue Umweltbeauftragte ist auch für die jährliche Putzwoche „Eppelheim putzt sich raus“ zuständig und Schnittstelle für die „KLiBA“, die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg, die im Auftrag der Stadt Bürger und Gewerbetreibende kostenfrei zu den Themen Energie, Energieeinsparungen, Energieeffizienz und Klimaschutz berät.

Freie Autorenschaft Ich bin seit 1995 als freie Journalistin und Fotografin für die Schwetzinger Zeitung im Einsatz und betreue dabei hauptsächlich den Lokalbereich Eppelheim.