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Ausdauersportgemeinschaft

Alpentour wird zur Hitzeschlacht für ASG-Radcracks

17 Rennradler von Streckenführung über 878 Kilometer mit Cevennenetappe begeistert und von fast 40 Grad nicht zu bremsen

Von 
Christian Ryll
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Rasante Abfahrten und schweißtreibende Steigungen wechseln sich bei der Cevennen-Alpen-Tour immer wieder ab. Die Teilnehmer haben über 16 000 Höhenmeter in den sieben Tagen im Süden Frankreichs überwunden. © Sprotte/ASG Tria

Hockenheim. In größtenteils unbekannte Gegenden Frankreichs führte die Cevennen-Alpen-Tour der Ausdauersportgemeinschaft über 878 Kilometer und 16 060 Höhenmeter die 14 ASG-Radcracks sowie die drei Gastfahrer. Nach drei Jahren der Planung und der mehrfachen Corona-bedingten Verschiebung hatten die Streckenplaner Thomas Claus und Heinz Schwegler schöne, abseits gelegene Straßen und Berge ausgesucht, die den 17 Teilnehmern immer wieder ein Staunen ins Gesicht zauberten.

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Besonders die drei weiblichen Tourneulinge der ASG Manuela Göbel, Ulla Heilmann-Vogt und Heidi Zahn hatten im Vorfeld der siebentägigen Tortur riesigen Respekt. Für die Organisation der Hotels und die Verpflegung sorgten in bewährter Manier Stephanie und Horst Krayer vom Bike& Fun Radshop in Schwetzingen. Bevor es so weit war, mussten die Teilnehmer eine 1052 Kilometer lange Busfahrt zum Startpunkt ins südfranzösische Carcassonne über sich ergehen lassen, bei der die Sektkorken für die Geburtstagskinder Heidi Zahn und Achim Sprotte knallten.

Nach der Ankunft in Carcassonne wurde als Erstes die historische Altstadt besichtigt. Die erste Etappe führte am nächsten Tag über 152 Kilometer und 2270 Höhenmeter nach Albi. Schon wenige Kilometer nach dem Start wartete der erste Anstieg. Der Col de Salettes wurde schnell im Wiegetritt erklommen. Erschöpft, aber glücklich kamen alle in Albi an, in der sich auch ein Stadtbummel lohnte. Die zweite Etappe führte entlang des Tarn nach Millau. Geplant waren 120 Kilometer und 1860 Höhenmeter, doch eine Brückensperrung machte unterwegs zusätzlich 25 Kilometer und 250 Höhenmeter erforderlich. Kurz vorm Ziel unterquerten die Radler das Viadukt von Millau, das als Wunderwerk moderner Ingenieurskunst gilt.

Von wegen „aktiver Ruhetag“

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„Faszination Cevennen“ lautete das Motto am dritten Tag. Dieses nicht ganz so bekannte Gebirge vor den Alpen beeindruckte durch wilde Schluchten, steile Felsen und kreisende Geier über den Fahrern. 140 Kilometer und 2360 Höhenmeter waren bei fast 40 Grad ein hartes Stück Arbeit. Das Ziel in Ales lockte mit einer belebten Strandbar, die fast alle am Abend besuchten.

Der „aktive Ruhetag“ bei der vierten Etappe mit 112 Kilometer und 1040 Höhenmeter war doch nicht so einfach, wie alle dachten. Die Cevennen verabschiedeten sich mit sanften Ausläufern. Bei Orange wurde dann die Rhone überquert und in der römisch geprägten Innenstadt ein kurzer Stopp eingelegt. Die letzten Kilometer wurden von Hitze und starkem Wind erschwert, bevor kurz vor dem Ziel ein 18-prozentiger Anstieg den Kilometerschnitt noch einmal senkte. Doch der Abend in Vaison la Romaine entschädigte für die stundenlangen Strapazen.

Bei der fünften Etappe gab es zwei Varianten: eine mit dem legendären Mont Ventoux und eine ohne den gefürchteten „Riesen der Provence“, wie der Berg auch genannt wird. Am Abend gab es heftige Diskussionen, welche Strecke schöner gewesen war. Helmut Zimmermann, mit 67 Jahren Senior der Truppe, der den berühmt-berüchtigten Ventoux schon mehrfach erklommen hatte, entschied sich für die 95 Kilometer lange und 1520 Höhenmeter aufweisende zweite Variante und staunte, als auf der 18 Kilometer langen Auffahrt zum Col de Perty nur drei Autos unterwegs waren. Auch Tour-Neuling Ulla Heilmann-Vogt schwärmte von ihrer ersten Auffahrt auf den 1909 Meter hoch gelegenen Pass, bei dem schon mancher Radprofi der „Tour de France“ einige Minuten verloren hatte.

Bei der Königsetappe mit 139 Kilometern und 3050 Höhenmetern, die am sechsten Tag zu bewältigen war, hatten die Teilnehmer eine unbeschreibliche Aussicht vom Col du Noyer hinunter ins Tal. Die schnelle Abfahrt vom Col du Parquetout und der lange, aber nicht so schwere Anstieg zum Col d’Ornon ins Ziel nach Allemond lief dann ganz von alleine.

Keinen Berg in Alpen verpasst

Die Vorfreude auf die letzte Etappe war groß, versprach sie doch mit den Lacets de Montvernier das Highlight der Tour. Doch gleich nach dem Frühstück musste erst die 25 Kilometer lange Auffahrt zum Col du Glandon in Angriff genommen werden. Die meisten Teilnehmer fuhren auch die 2,5 Kilometer lange Strecke bis zum Col du Croix de Fer. Nach der Abfahrt ging es direkt weiter mit dem Col de Chaussy. Zu diesem Anstieg gehörten auch die fünf Kilometer lange Lacets, (zu Deutsch: „Schnürsenkel“), die mit unzähligen Kehren die Radler begeisterten, sodass die 85 Kilometer und 2650 Höhenmeter bald geschafft waren und das Ziel in St. Marie de Cuines erreicht wurde.

Beim letzten Abendessen bedankte sich Thomas Claus für das Durchhalten aller Teilnehmer sowie bei Stephanie und Horst Krayer für die tolle Betreuung. Horst Krayer dankte allen für die Disziplin an sieben herrlichen Tagen. „Jetzt gibt es in den Alpen wirklich keinen Berg mehr, den wir nicht mindestens einmal hinauf gefahren sind“, merkte Achim Sprotte mit einem Schmunzeln an.

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