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Sozialstation - Fritz Karle und Bernhard Fuchs übergeben Klassenkasse des Jahrgangs 1929/30

Am Schluss als Duo getroffen

Von 
zg
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Bernhard Fuchs (l., 92 Jahre) und Fritz Karle (91) überraschen Esther Kraus mit dem Inhalt ihrer Jahrgangskasse. © Kirchliche Sozialstation

Es war Fritz Karle und Bernhard Fuchs eine Herzensangelegenheit, den Restbestand ihrer Klassenkasse in Höhe von 400 Euro zu spenden. Erst dachten sie an die Kindergärten, doch dann brachte Fritz Karle die kirchliche Sozialstation ins Spiel. Der Grund – seit einer Thrombose im Bein wird er von den dortigen Pflegern bestens betreut.

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Weit gingen bei der Spendenübergabe die Erinnerungen der beiden zurück. Bernhard Fuchs, 92 Jahre, erinnerte sich daran, wie sein Vater 1933 abgeholt und ins Gefängnis gebracht wurde, weil er in einer Partei war, die den Nazis nicht genehm war. Gott sei Dank war er nach acht Tagen wieder zuhause, die Anklage hatte sich als haltlos erwiesen. Fritz Karle erinnerte sich an die Reichspogromnacht 1938. Als Mannheimer erlebte er wie im F2-Quadrat Möbel aus dem zweiten Stock auf die Straße geworfen und angebrannt wurden.

Bernhard Fuchs wurde – kaum 14 Jahre alt – nach Frankreich, bei Lunéville und nach Belfort, zum Schanzen geschickt. Unbeschadet durfte er wieder nach Hause zurück.

Fritz Karle hat noch im Frühjahr 1945 seinen Einberufungsbescheid zur Wehrmacht bekommen. „Ich bin nicht hingegangen“, erzählt er, „ich hätte den Krieg um keinen Tag verkürzt.“ Als Bernhard Fuchs seine Einberufung bekam, antwortete sein Vater vehement: „Da gehst du nicht hin!“ Und so folgte auch er der Aufforderung nicht.

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Abschluss mit Spende

Beide haben ihre Berufe erlernt, geheiratet und sind ihren Lebensweg gegangen. Mit ihren Mitschülern haben sie sich regelmäßig getroffen. Fritz Karle, der von Mannheim nach Hockenheim gezogen war, wurde von seinem Zahnarzt Walter Nerz zu den Jahrgangstreffen eingeladen und schloss sich diesem Kreis sehr gerne an.

20 Mitschüler seien noch am Leben. Aber die meisten nicht mehr mobil oder in weiter Ferne. „Bisher waren wir noch zu dritt oder viert. Jetzt sind nur noch wir beide übrig geblieben“, so Bernhard Fuchs. „Es ist also höchste Zeit, unsere Jahrgangskasse aufzulösen.“ Mit diesen Worten übergab Fritz Karle die verbliebenen 400 Euro an die Vorsitzende der kirchlichen Sozialstation Esther Kraus, die sich herzlich bei den beiden bedankte und ihnen alles Gute wünschte. zg

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