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Angler besser nicht stören

Franz Anton Bankuti weiß, wie wichtig die Rheinseite sein kann

Von 
Franz Anton Bankuti
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Ferienzeit ist Hobbyzeit und wer es nicht als Hobby ansieht, einen für ihn geeigneten inzi-denzaffinen Urlaubsort zu suchen und entsprechende Details der Rückkehrmöglichkeiten zu eruieren, der kann sich jetzt vielleicht voll in sein „eigentliches“ Hobby vertiefen. Zugegeben, manche fragen: Hobby – was bringt das? Andere verspüren Freude und Erfüllung, Ablenkung und Erholung. Und sonst? Ein Hobby kann auch nahrhaft sein, nämlich das Angeln.

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Viele angelnde Mitmenschen sind ja überzeugt, dass ein Reiz des Angelns darin liegen kann, meistens keine Fische zu fangen. Und dieses Glück kann nur dadurch übertroffen werden, dass man ab und zu doch einen Fisch fängt. Und das macht das Angeln ja so spannend. Es ist kaum planbar, eine Tätigkeit mit vielen Unbekannten. Das mag beim Einkauf anfangen: Soll man etwas fürs Abendessen besorgen oder darf man damit rechnen, dass es nach dem Angelausflug Fisch gibt? Alternative Überlegung wäre. Wo ist das nächste Fischgeschäft? Ältere Hockenheimer werden sich noch an das Fischhaus Fitterling und die nachfolgenden Geschäfte erinnern. Der Duft der gebackenen Fische prägte freitags den Bereich der Oberen Hauptstraße.

Zurück zum Angeln. Manche zitieren gerne den Spruch, dessen Ursprung und Herkunft allerdings nicht bekannt ist, der sich so schön grundsätzlich anhört: „Angeln ist ein großartiger Anschauungsunterricht für die Gleichheit der Menschen – vor den Fischen sind alle Menschen gleich.“ Aber eine gewisse Gleichheit kann auch relativ sein, zumindest für den Fisch. Man könnte sich fragen, ob es einem Fisch egal sein kann, auf welcher Seite eines Flusses er schwimmt? Eben nicht, die richtige Seite kann für den Fisch überlebenswichtig sein. Nehmen wir einfach mal den Rhein, der ja kilometerlang die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz darstellt. Und da wird es ernst für den Fisch. Nachts ist er auf den baden-württembergischen Seite sicher, hier herrscht ein Nachtangelverbot. In Rheinland-Pfalz nicht. Zumindest derzeit noch, ein Gerichtsurteil in diesen Tagen könnte aber eventuell für neue Bewertungen sorgen. Jedenfalls lernen wir zunächst einmal dazu: Nicht nur „der frühe Vogel fängt den Wurm“, sondern der späte Angler fängt den Karpfen oder den Hecht oder den Aal. Diese Fische werden nämlich erst nach Sonnenuntergang aktiv.

Angeln ist ein Hobby, das in allen Generationen Zuspruch findet, es gibt Gelegenheitsangler und Wettfischer, deshalb sind auch die Schätzungen ungenau, die Zahl der bundesdeutschen Angler dürfte zwischen drei und sechs Millionen liegen. Die Zahl der Frauen an der Angel nimmt stetig zu, es heißt also nicht mehr nur „Petri Heil“, sondern immer öfter auch „Petra Heil“....

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Und nicht vergessen werden darf die lange Geschichte des Angelns, schon in der Bibel lesen wir ja vielfach davon. Manche erinnern sich vielleicht auch an die Anekdote von dem Angler am See Genezareth, der geschimpft haben soll: „Junger Mann, mir ist egal, wer Dein Vater ist, aber während ich hier angle, läufst Du nicht auf dem Wasser auf und ab . . .“

Freier Autor

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