Blausee - Gemeinderat stimmt mehrheitlich für die Erweiterung im geplanten Umfang / Pachtverhältnisse werden gekündigt Camper könnten Betrieb mitfinanzieren

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Volker Widdrat
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Die Freizeitanlage Blausee könnte um einen Bereich von rund 4,1 Hektar erweitert werden, die SPD-Fraktion ist für eine kompaktere und kleinere Fläche neben den Parkplätzen.

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Altlussheim. Die SPD-Fraktion änderte die schraffierte Fläche auf dem Luftbild vom Blausee kurzerhand ab. Die CDU sprach sich für eine neue Einnahmequelle für den See aus und Axel Müller (FWV) kritisierte die Sozialdemokraten, selbst keinen Konzeptentwurf vorgelegt zu haben.

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Die flächenmäßige Erweiterung der Freizeitanlage und die eventuelle Einrichtung eines Campingplatzes sowie die vorgeschlagene Kündigung der Landpachtverträge wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung heftig diskutiert. Der Zweckverband hatte im September beschlossen, bei der Gemeinde Altlußheim als Grundstückseigentümerin die Bereitstellung der für die Erweiterung benötigten Grundstücksfläche von rund 4,1 Hektar sowie die Kündigung der damit verbundenen Pachtverhältnisse zu beantragen.

Die Zweckverbandsvorsitzenden wurden außerdem ermächtigt, nach der Einholung von Angeboten das Bebauungsplanverfahren zu beauftragen. Die Pachtverhältnisse können fristgerecht sechs Monate zu Martini eines jeden Jahres gekündigt werden. Falls das Pachtgelände zu eigenen oder für öffentliche Zwecke benötigt werde, könne jederzeit und fristlos gekündigt werden. Das betroffene Grundstück ist in Lose unterteilt, für die insgesamt zwölf Pachtverträge abgeschlossen worden sind, die sich wiederum auf fünf verschiedene Pächter verteilen.

"Wir lehnen aus Landschaftsschutzgründen die vorgesehene sehr große und sehr langgestreckte Fläche für eine Campingnutzung ab", versagte Lothar Nagel (SPD) die Zustimmung seiner Fraktion. Einer deutlich kleineren, kompakten Fläche, die an den Blausee-Parkplatz angrenzt, könne man dagegen zustimmen. Eigentlich könne auch die Gemeinde einen Campingplatz anlegen und nach ihren Vorstellungen verwirklichen. Kay Schweikert (CDU) sah zwar einen "Eingriff in die Landschaft", aber man rede ohnehin nicht von Dauercampern. Mit den Einnahmen aus dem Campingplatz könne man vielleicht den Erhalt des Sees mitfinanzieren.

Zweckverband bekommt Fläche

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Bürgermeister Hartmut Beck bat noch einmal darum, nur über eine Kündigung der Pachtverträge zu diskutieren. Der Zweckverband und die Privatisierung des Blausees seien nicht die Themen, die zur Abstimmung stünden. Falls ein Campingplatz kommen sollte, hätte man die kommunale Planungshoheit, in welcher Größenordnung die Einrichtung betrieben werden soll, so Beck.

Warum solche Dinge nicht im Verwaltungsausschuss vorher diskutiert würden, wollte FWV-Fraktionsvorsitzender Matthias Steffan noch wissen. Der Ausschuss sei nicht beschließend, außerdem sei nur der Gemeinderat der Budgetverwalter, lautete Becks Antwort.

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Acht Gemeinderäte stimmten dafür, dem Zweckverband Lußheim grundsätzlich die für das Vorhaben benötigte Grundstücksfläche zur Verfügung zu stellen. Die SPD-Fraktion votierte geschlossen dagegen.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.