Gemeinderatskandidaten nominiert: Christdemokraten setzen auf jüngere Leute und Persönlichkeiten aus dem Vereinsleben CDU will stärkste Fraktion im Rat bleiben

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Ralph Adameit

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Die Hockenheimer Christdemokraten stehen vor einem gewaltigen Umbruch: Gleich vier von sieben Gemeinderäten hören in diesem Jahr auf. Die CDU nutzt diese Zäsur und hat auf ihrer Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl etliche junge Leute - teilweise auf vorderen Rängen - platziert.

Als er erfahren habe, dass die Ratsmitglieder Herbert Kühnle, Ute Fath-Reiche, Karl-Heinz Träutlein und Michael Sauter nicht mehr kandidieren würden, "war das ein Tiefpunkt", gab Stadtverbandsvorsitzender Markus Fuchs unumwunden zu. Doch dem kurzen Schock sei "eine Phase vieler positiver Gespräche" gefolgt. "Wir haben viele junge motivierte Leute auf der Liste", so Fuchs bei der Versammlung in der Gaststätte "Zur Pfalz", bevor sich alle Bewerber kurz selbst vorstellten.

Der CDU-Vorsitzende Markus Fuchs steht auf Platz eins vor seinem Ratskollegen Ernst Bohrmann. Auf Platz drei folgt mit Bärbel Hesping die erste von insgesamt sechs Frauen. Die selbstständige Unternehmerin ist in der CDU seit vielen Jahren in verschiedenen Gremien aktiv und in der Rennstadt kein unbekanntes Gesicht. Fritz Roesch (Platz vier) ist der dritte Gemeinderat, der sich zur Wiederwahl stellt. Er gab seinen Mitstreitern in Form eines humorvollen Gedichtes Tipps für den Wahlkampf: "Wo getrennt wird der Kandidaten Spreu: Geht auf die Wähler zu und bleibt euch treu!"

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Mit Stefan Brandenburger und Christoph Kühnle auf den Plätzen fünf und acht zeigt die CDU, dass sie es mit der Verjüngung ernst meint. Beide kommen aus den Reihen der Jungen Union, die mit insgesamt fünf Kandidaten (neben den beiden noch Marcus Scholz, Marc Bühler und Mathias Baumann) stark wie nie vertreten ist. "Wir wollten ein Zeichen setzen und sowohl die weiblichen als auch die jugendlichen Wähler ansprechen", so Fuchs gegenüber unserer Zeitung. Sieben Kandidaten sind erst 30 Jahre oder jünger, der Altersschnitt beträgt 42 Jahre.

Drei Frauen in oberer Hälfte

Neben Hesping stehen mit der selbstständigen Kauffrau Irmgard Imhoff (Platz sieben) und Jutta Riedel (Platz zehn) zwei weitere Frauen auf der oberen Hälfte der Liste. Berechtigte Hoffnungen auf den Einzug ins Stadtparlament darf sich der ehemalige Stadtverbandsvorsitzende und Tankstellen-Inhaber Otto Maier auf Platz sechs machen. Der Vorsitzende des Fanfarenzugs, Rainer Sass (Platz neun), komplettiert die ersten zehn.

Stadtbekannte Gesichter

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Zwar etwas weiter hinten platziert, aber dafür stadtbekannt sind Wolfgang Zieger (Platz 14) vom gleichnamigen Zweirad-Geschäft und Jochen Oehler (Platz 18), Inhaber der "Brauerei zum Stadtpark". Mit "Mr. DJK-Volleyball" Siegfried Kahl (Platz 16), dem stellvertretenden Vorsitzenden des Keglervereins 1963, Joachim Heckmann (22), den aktiven Feuerwehrlern Steffen Christ (12) und Christian Krämer (15) sowie Christel Manschott (13), Sabine Riedel (17) und Hilde Staender (20) finden sich auf der Liste zudem viele ehrenamtlich engagierte Personen.

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Fuchs warnte davor, die Platzierung auf der Kandidatenliste überzubewerten. Personen, die weiter vorne stehen, hätten sicherlich bessere Chancen, es sei jedoch nicht wahlentscheidend. Schließlich musste die CDU selbst einmal diese Erfahrung machen, als Ernst Bohrmann auf Platz eins stehend nicht genug Stimmen bekam. 16 der 22 CDU-Bewerber standen noch nie auf einer Gemeinderatswahlliste.

"Das sind größtenteils junge, unverbrauchte Gesichter und alles Leute, die mit beiden Beinen im Berufs- und Vereinsleben stehen", so Fuchs.

Ziel für die Wahl am 7. Juni sei es, stärkste Fraktion im Hockenheimer Gemeinderat zu bleiben, auf jeden Fall die sieben Sitze zu halten und gegebenenfalls noch auszubauen.