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Kunst - „Mit Farbe und Struktur…“ – Gisela Späth stellt ihre Werke bis Anfang Oktober in der Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal aus

Das Außen und Innen wahrnehmen

Von 
zg
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Im Rathaus von Hohenstein-Ernstthal sind die Arbeiten zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. © späth

Hockenheim. Mit über 40 Bildern hatte Gisela Späth im Juli die erlebnisreiche Reise in die Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal angetreten. Es ist nicht die erste Reise und auch nicht ihre erste Ausstellung in Hohenstein-Ernstthal. Aber dieses Mal ist sie etwas Besonderes. „Endlich ausstellen können“, so Späth, „nach einem immer wieder verschobenen Eröffnungstermin.“

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Auch Oberbürgermeister Lars Kluge nannte diese Ausstellung, die bis 1. Oktober zu sehen ist, in seiner Eröffnungsrede in vielfacher Weise besonders. Corona hatte für längere Zeit die Kultur im Rathaus verhindert. „Dies ist die erste kulturelle Veranstaltung im Rathaus seit Monaten. Es ist die 75. Ausstellung im Rathaus überhaupt, und eine Ausstellung zum Jubiläum 30 Jahre Städtepartnerschaft Hockenheim-Hohenstein-Ernstthal, das eigentlich 2020 gefeiert werden sollte.“

Verteilt auf drei Stockwerke

Die Austellung

Die Ausstellung „Mit Farbe und Struktur“ ist noch bis 1. Oktober in der Oftersheimer Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal zu sehen.

Die Besichtigung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses Montag bis Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr, sowie donnerstags von 9 bis 18 Uhr möglich. zg

Im lichtdurchfluteten Treppenhaus und in zwei weiteren Räumen hängen Bilder verschiedener Werkgruppen zum Thema „Mit Farbe und Struktur…“ auf drei Stockwerken. Es beeindruckt nicht nur die Vielfalt ihrer Techniken wie Gouache-Malerei, Tuschezeichnung, Collage und Materialmix, sondern auch und insbesondere Ausdruck dessen, wie Gisela Späth ihr Außen und Innen wahrnimmt. „Farbe und Struktur sind ihr emotionaler Motor für ihre künstlerische Arbeit“, wird die Ausstellung beschrieben.

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Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung stand das Künstlergespräch. Siegfried Otto Hüttengrund, mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter Künstler aus Hohenstein-Ernstthal, interviewte Gisela Späth über ihren Werdegang, ihre Arbeiten und ihre Motivation.

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Späth studierte an der Pädagogischen Hochschule Bielefeld mit dem Schwerpunkt Kunsterziehung, davon ein Semester Philosophie und Psychologie an der Universität Freiburg. Nach der zweiten Staatsprüfung und einigen Jahren Lehrtätigkeit vertiefte sie ihre künstlerische Ausbildung durch ein Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Mannheim. Bekannt wurde Gisela Späth durch ihr Atelier mit Galerie seit 1977, in der sie jährlich eine Auswahl ihrer neuesten Arbeiten zeigt, ihre Kunstschule bis 1998 und als Gründungsmitglied und Vorsitzende des Kunstvereins Hockenheim bis zum vergangenen Jahr. So wie es die Familie möglich machte, war sie auf Messen, in Einzel- oder Gruppenausstellungen in Deutschland und dem europäischen Ausland, in Kunstvereinen, beim BBK oder der Gedok vertreten.

In der Rathausgalerie in Hohenstein-Ernstthal beeindrucken Bilder wie „Raum für Farbe“, „Gelb zur Freude“, „Grün, Hoffnung auf Zukunft“ und verdeutlichen die emotionale Bindung der Künstlerin zur Farbe und ihrer energetischen Wirkung.

Zusammenspiel mit der Musik

In einer anderen Werkgruppe spürt Gisela Späth den Parallelitäten von Kunst und Musik nach. Notenbilder als Collage eingearbeitet, Tuschezeichnungen mit notenähnlichen Strukturen zeigen beispielhaft ihre Art des kreativen Arbeitens, indem sie eine Anfangsidee in verschiedenste Richtungen weiterentwickelt. Beispiele sind „Musik spielt dazwischen“, „Mozart über alles“ oder „Goldener Klang“. Die neueste Arbeit dazu ist eine Impression zur Komposition von Haydn, „Komm, holder Lenz“.

Ein wichtiges Thema für Gisela Späth ist ihre persönliche Verbindung zur Natur. „Netzwerk Frühling“ zeigt das differenzierte Grün im Frühling und auch das Wachstum durch eine vielfältige Vernetzung. In der Werkgruppe „Erde“ verbinden sich Farben mit dem Material verschiedener Erden und lassen dabei feine Strukturen entstehen. Sie erzählen von ihrem Geheimnis, der Kraft, ihrer Verbindung zum Menschen und führen den Betrachter zur inneren Struktur des Gegenstandes, zur Essenz. Die abstrakte, spielerische Arbeitsweise lässt dem Betrachter viel Spielraum für Auslegung und Assoziationen, auch bei den kleinen Arbeiten wie „Schicksalsfäden“, „Erinnerung an Glücksmomente“.

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Gesprächsrunde mit Besuchern

Auf die Frage von Siegfried Otto-Hüttengrund, welche künstlerischen Pläne sie für die Zukunft habe, war ihre Antwort: „Kunst ist ein wunderbares Medium. Während der Corona-Zeit entstand die Serie ,Ermutigungen im Jahresverlauf’. Arbeiten wie ,Achtsamkeit üben’, ,Zeit vergessen“ oder ,Freude erleben’ sind Beispiele dafür. Also auf jeden Fall weiterarbeiten, weiterarbeiten an der Verbindung von Farbe und Struktur, neugierig bleiben. Bei der Arbeit mit Farbe spüre ich emotionale Energie, bei der Struktur ist es die Faszination und Reflexion über Linie, Netzwerk, auch das Spielerische als kreativer Prozess. Mal schauen, was auf mich zukommt.“ Bei den Besuchern der Ausstellung kam diese Art der Vorstellung durch das Künstlergespräch gut an.

Am Ende las Späth einen Text von Christiane Hedtke, einer Gedok-Kollegin aus der Sparte Literatur, mit dem Titel „Kein Ruhestand: Die Abenteuertreppe mit lockenden Stufen hinaufsteigen – andauerndes Fürmöglichhalten denken – unersättlich wachsein wollen wie die Kinder – auf der obersten Stufe angekommen immer noch nach oben schauen.“

Mit eingängigen bekannten Jazzstücken bereicherte das Duo Ines und David Ludwig auf dem Saxofon, der Klarinette und dem Kontrabass die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung. Späth selbst bedankte sich „für den überaus freundlichen Empfang seitens der Stadt Hohenstein-Ernstthal und Emma Hohenstein, die engagierte und professionelle Vorbereitung der Ausstellung und Zusammenarbeit mit Silke Hirsch vom Kulturamt, die erstmalige Einrichtung von Hauptamtsleiter Uwe Gleißberg für eine Videoaufzeichnung während der Eröffnung und die zahlreichen menschlichen Kontakte, auch mit Erich Homilius und Dirk Trinks, dem Ehepaar Höhnemann, den Kontaktpersonen vom Freundeskreis Hohenstein-Erntthal und den interessierten Besuchern für ihre Fragen“. zg

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