Zierfischfreunde Amazonas - Verein feiert rundes Jubiläum / In 14 Ausstellungen verschiedene Unterwasserwelten gezeigt / Neue Mitglieder sind willkommen Die Aquaristik begeistert sie seit 60 Jahren

Von 
Gastbeitrag von Norbert Dörner
Lesedauer: 
Dieser Schlank-Cicihlide aus dem Tanganikasee fühlt sich bei den Zierfischfreunden Amazonas sichtlich wohl. © dörner

Sieben Aquarianer aus Hockenheim und Umgebung trafen sich am 19. Februar 1961 und gründeten im damaligen Gasthaus „Löwen“ den in der Region bekannten Verein Zierfischfreunde Amazonas. Drei Gründerväter, Ehrenvorsitzender Ludwig Hambsch sowie die Ehrenmitglieder Willi Hermann und Rolf Reinemuth sind noch heute Mitglieder des rührigen Vereins.

AdUnit urban-intext1

Bald wuchs der Verein und es entwickelte sich ein reges Vereinsleben, das neben der Aquaristik auch familiäre Aktivitäten beinhaltete. Gemeinsame Feiern, Ausflüge und Vorträge bekannter Aquaristikexperten bereicherten die Zusammenkünfte. Als Ausrichter von überregionalen Verbandstagen und allseits bewunderten Ausstellungen, machte sich der Verein in der Szene einen Namen. Auch dem Natur- und Artenschutz widmeten sich die Mitglieder im Tümpelgelände im Mörsch, wo die Tümpel ausgruben und sich bald rege Flora und Fauna entwickelte.

Viele Jahre kamen Kinder während des Kinderferienprogramms um einheimische Frösche, europäische Sumpfschildkröten, Insekten und eine reichhaltige Vogelwelt zu sehen. Inzwischen wurde das Gelände an ein Vereinsmitglied verpachtet, das neben Projekten des Natur- und Artenschutzes dort auch Bienen züchtet. Wurden die ersten Ausstellungen noch mit mühsam von zu Hause herbeigeschleppten Aquarien durchgeführt, so konnte später auf vom Verein angeschaffte Aquarien und Inventar zurückgegriffen werden.

Insgesamt führten die Aquarienbegeisterten in verschiedenen Lokalitäten in Hockenheim und Umgebung 14 Ausstellungen durch, wobei die als Tropfsteinhöhle gestalte Ausstellung in der alten Volksschule in Neulußheim und die Thailandschau in der „Rose“ in Hockenheim als herausragende Vorzeigeaktivitäten gesehen wurden.

Schau in der Blumenhalle

AdUnit urban-intext2

Bei der Thailandausstellung beteiligte sich auch die damalige Jugendgruppe mit höchst ansehnlichen Aquarien. Der Aufwand, den diese Ausstellungen erforderten, war immens. So auch die in der Blumenhalle (heute Tennishalle) während der Landesgartenschau aufgebaute Aquarienschau. Sie war damals die erste Vereinsausstellung, die nicht nur wenige Wochen, sondern die Betreiber mehrere Monate beanspruchte.

Dank der Stadt Hockenheim konnten die Mitglieder dann im ehemaligen Pavillon im Gartenschaupark eine Dauerausstellung einrichten. Leider wurde diese nach drei Jahren durch eine ungeklärte Brandstiftung ein Raub der Flammen, wobei sämtliches lebendes und totes Inventar verloren ging. Im November 1999 wurde dann in der von der Stadt Hockenheim dem Verein zur Verfügung gestellten neu gebauten Ausstellungshalle die seither dort befindliche Ausstellung eröffnet. Dies erforderte neben viel Geld auch viele Arbeitsstunden, um in der leeren Halle ansprechende aquaristische Lebensräume zu realisieren. Der Verein hofft nun, dass er nach Ende des Lockdowns ab Ostern der Öffentlichkeit wieder Zugang zur Ausstellung gewähren kann. Der Turnus – an den ersten und dritten Sonntagen der jeweiligen Monate ist die Ausstellung geöffnet – wird beibehalten. Was wünscht sich der Verein gegenwärtig und für die Zukunft? Neue Mitglieder! Denn die tragenden Säulen des Vereins sind in einem Alter, wo die Kräfte schwinden und Krankheiten die Aktivitäten beeinträchtigen. Wer ein lebenslang fesselndes Hobby als Gemeinschaftserlebnis betreiben will, ist willkommen.

AdUnit urban-intext3

Was spricht dafür, ein Hobby im Verein mit Gleichgesinnten zu teilen? Nicht nur das Gruppenerlebnis, die sozialen Kontakte und der Austausch von Fachwissen, sondern die vielen Synergieeffekte. So findet man stets eine helfende Hand oder ein offenes Ohr bei Problemstellungen. Man unternimmt gemeinsam etwas, hilft und tauscht sich aus oder verwirklicht ein Gemeinschaftsprojekt, welches ein Einzelner niemals schaffen könnte. Wer gern ein Aquarium hätte, dies aber zu Hause nicht kann oder möchte, der ist im Verein gut aufgehoben.