Hartmann-Baumann-Schule - Container angeliefert und aufgebaut / 150 Einheiten kommen bis Juni / Anlagen kosten 3,6 Millionen Euro Die Klassenräume schweben ein

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Vanessa Schwierz
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Auf dem Innenhof des Schulkomplexes herrscht reges Treiben – es ist laut. Ein Lkw mit zwei grauen Containern auf der Ladefläche fährt in die Schubertstraße ein und bleibt vor dem Hof der Schule stehen. Dort liegen quadratische Platten am Boden – alle in den gleichen Abständen. Der große gelbe Schwerlastkran hat seine Position gefunden. Der Kranführer schwenkt den Arm über den Container auf der Ladefläche. Die Ketten werden von einem Monteur sicher an den Ecken befestigt. Dann setzt sich alles in Bewegung. Der Container hebt ab und schwenkt – an den Ketten hängend – über das Gelände hinweg auf seinen Platz im Innenhof. Die Monteure stehen bereit und nehmen ihn in Empfang. Die Handgriffe sitzen, jeder weiß, was er zu tun hat. Etwa 20 Minuten später folgt schon der zweite. Es läuft Schlag auf Schlag.

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„Heute kommen die ersten 16 Module an und werden gestellt“, sagt Projektleiter Reinhold Pühler von der zuständigen Firma Algeco bei der Vor-Ort-Begehung. Grund für die Anlieferung und den Aufbau der Schulcontainer ist die PCB-Belastung im Schulzentrum und dort vor allem bei der Hartmann-Baumann-Schule (wir berichteten). Nach Kontakten mit dem Gesundheitsamt wurden im vergangenen Jahr Sofortmaßnahmen wie das verstärkte Lüften aller Räume und die tägliche Feuchtreinigung der Böden ergriffen. Diese Maßnahmen reichten allerdings nicht, um den Grenzwert zu unterschreiten.

Bis Ende des Schuljahres ist es noch erlaubt, in den PCB-belasteten Räumen zu unterrichten, dann muss der Umzug in die Container erfolgen. Hinzu kommt, dass eine Sanierung der Riegelgebäude 1 und 2 unwirtschaftlich gewesen wäre – sie werden abgerissen.

Im Herbst wird eingezogen

Ab dem neuen Schuljahr dienen die Container dann als Ausweichräume. Bis Freitag, 5. Juni , sollen die Container für die Hartmann-Baumann-Schule stehen, für die Schule am Kraichbach bereits am Dienstag, 2. Juni. Von der Firma werden sie schlüsselfertig übergeben, das heißt, die Anschlüsse für Strom und Wasser sind gemacht, der Bodenbelag liegt und die Wände sind tapeziert. Für die Stadt geht es dann darum, den Internetanschluss zu legen und die Schulklingel zu installieren. Aufgaben, die intern erledigt werden.

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Während die zwölf Monteure die Container stellen, verschaffen sich Reinhold Pühler und Katrin Pfisterer von der Hochbauabteilung einen Überblick über die Arbeiten. Die Container, die von Tschechien nach Hockenheim kommen, sind im Durchschnitt etwa 18 Quadratmeter groß. 96 Stück werden im Innenhof für die HBS gestellt. Auf zwei Stockwerken werden die Mädchen und Jungen dann unterrichtet. Das Erdgeschoss wird ein „O“ sein, während für das erste Obergeschoss ein „U“ vorgesehen ist. „Es wird dann ein Atrium im Innenbereich entstehen“, erklärt Pfisterer.

Für die Schule am Kraichbach bedarf es weniger Container – diese kommen aber erst nächste Woche. 54 werden dann auf dem Platz an der Arndtstraße aufgebaut, der derzeit schon dafür vorbereitet wird. Insgesamt 150 Container werden also für die beiden Anlagen aufgestellt. Die Kosten liegen bei einer Gesamtsumme von ungefähr 3,6 Millionen Euro.

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Als der vierte Container nach etwas über einer Stunde gestellt wird, ist sozusagen ein Klassenzimmer fertig. „Etwa 66 Quadratmeter sind das, was dann einem üblichen Klassenzimmer entspricht“, sagt Pfisterer und zeigt auf die stehenden Module. Denn auch, wenn die Container im Schnitt 18 Quadratmeter haben, gibt es größere und kleinere. „Das hängt vor allem davon ab, für was sie genutzt werden. Die für Flure, Eingangsbereich und Treppen haben natürlich etwas andere Maße“, betont Pühler.

Es gibt neue Möbel

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Die Möbel für die Containerräume werden großteils neu bestellt, denn die Gegenstände, die in den Riegelgebäuden stehen, sind auch belastet. „Da können wir nicht die belasteten Möbel in die Containerräume umziehen. Das geht nicht“, betont Monika Drum von der Hochbauabteilung und ergänzt: „Es kommt auch noch dazu, dass die neuen Möbel in die Grundschule Plus mit umziehen.“ Denn während zwei Riegelgebäude abgerissen werden müssen, bleibt das dritte bestehen.

Die Schüler, die nun in die Container umziehen, bleiben dort nicht lange. Schon nächstes Jahr kommen sie in die Räume der Grundschule Plus. Die Anlage bleibt für maximal fünf Jahre bestehen, sagen die Verantwortlichen.

Es gebe bereits Ideen, diese Räumlichkeiten nach dem Auszug der Schüler weiter zu nutzen, zum Beispiel für die Volkshochschule. Diese Möglichkeiten werden, so Drum, noch geprüft. Und während sie davon erzählt, schwebt der nächste Container an seine Position.

Autor Redakteurin für Print und Online in Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim und Reilingen