Juchli-Haus - Für Menschen mit Demenz ist es sehr wichtig, möglichst früh geimpft zu werden Distanz halten ist schwierig

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zg
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Freuen sich auf entspanntere Zeiten: Maria-Magdalena Ehrhardt (v. l.), Christine Storck, Olga Knaub und Matthias Andreas. © Kraus

Angenehm und fröhlicher ging es beim Impfen selten zu. Ein mobiles Impfteam des Gesundheitsamtes beim Rhein-Neckar-Kreis war jetzt zu Gast in den beiden Wohngemeinschaften des Juchli-Hauses. Mit einem Lächeln im Gesicht und großer Zufriedenheit im Herzen gehen Christine Storck und Olga Knaub, die beiden Leiterinnen der Demenz- Wohngemeinschaften an diesem Tag nach getaner Arbeit nach Hause.

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Denn es war ein guter Tag für sie: Ihre Schürzlinge sind gegen Corona geimpft worden. „Es waren sogar noch Impfdosen übrig“, berichtet Olga Knaub: „Sie haben für fast alle Mitarbeiterinnen gereicht. Es hat alles super geklappt, der Arzt war sehr nett. Er wusste, eine fröhliche Stimmung unter den älteren Herrschaften zu verbreiten. Erst informierte er alle über die Impfung, dann spritzte er schmerzlos und sanft. Es war einfach nur gut.“

„Wir sind sehr erleichtert“, fügt Christine Storck hinzu. „Noch wird die FFP2-Maske für uns Pflicht bleiben, ebenso die Tests zweimal in der Woche. Und der Besuch von Angehörigen muss weiterhin auf zwei Personen beschränkt bleiben. Aber wir haben lange nicht mehr diese Angst, das Coronavirus zu unseren Mietern in die Wohngemeinschaft zu tragen oder müssen umgekehrt fürchten, dass sie das Virus mitbringen, wenn sie außer Haus waren. Denn wir sind eine offene Einrichtung, Kontakte der Mieter nach draußen gehören zum Konzept. Jetzt wird der Umgang miteinander wieder etwas normaler werden können. Darüber freuen wir uns sehr.“

Angst vor der Schutzkleidung

„In drei Wochen wird die zweite Impfung für einen noch besseren Schutz sorgen“, ergänzt Olga Knaub: „Und dann rückt die Normalität noch einmal ein Stück näher. Danach brauchen wir uns nicht mehr vor körperlichen Kontakten zu fürchten, denn die brauchen unsere an Demenz erkrankten Mieter dringend. AHA-Regeln sind bei uns nur schwer einzuhalten. Manche Bewohnerin hat vor unserer Schutzkleidung sogar richtig Angst bekommen. Einmal wollte unsere Katze nicht mehr aus dem Schrank kommen Das war alles sehr schwer für uns. Aber jetzt ist ja ein Ende in Sicht“, erzählt sie von den Problemen der letzten Monate.

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Auch Pflegedienstleiter Micha Böbel strahlt, denn es war ein mühsamer Weg bis zur Impfung. „Dass die Heime zuerst geimpft werden, war von Anfang an von Regierungsseite aus beschlossene Sache. Doch die Wohngemeinschaften blieben außen vor. Es bedurfte mancher Telefonate mit Gesundheitsamt und Diakonischem Werk, um auf den Mangel hinzuweisen. Die Wohlfahrtsverbände haben auf die Dringlichkeit gepocht, bis den Wohngemeinschaften dieselbe Priorität wie den Heimen zugemessen wurde. Und jetzt war es endlich so weit. Die Impfung ist in so angenehmer Weise geschehen, dass alle begeistert waren. Den Mitarbeitern ist mancher Stein vom Herzen geplumpst. Das hat sie fröhlich und zufrieden gestimmt.“

Es hat bisher übrigens auch niemand irgendwelche Nachwirkungen gezeigt, bis auf einige wenige Schmerzen an der Einstichstelle. Dann wird auch die zweite Impfung kein Problem mehr werden., sind sich die Mitarbeiterinnen sicher und freuen sich schon drauf. zg

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