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Mobilität - Beim Autohaus Ruder haben 95 Prozent aller verkauften Autos einen Verbrennermotor / Kunden befürchten Probleme mit der Ladeinfrastruktur

Elektroautos in Hockenheimer Autohaus immer noch Nischenthema

Von 
Stefan Kern
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Simon Bartel und Silke Ruder zeigen eines ihre Elektromodelle. In der Verkaufsbilanz spielen sie aber noch eine untergeordnete Rolle. © Lenhardt

Hockenheim. In den Medien und auch im öffentlichen Diskurs sind sie allgegenwärtig. Von den Autoherstellern über die Politik bis zu den Bürgern gelten Elektroautos als Zukunft der Mobilität, die nun umgehend angegangen werden müsste. Doch bei genauerem Hinsehen scheint da noch viel Luft nach oben zu sein. Im Gespräch mit der Schwetzinger Zeitung ließ Simon Bartel vom Autohaus Ruder jedenfalls keinen Zweifel daran, dass Elektroautos, wenn auch mit leicht steigender Tendenz, immer noch ein Nischenthema seien.

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Bei dem Nissan-Händler in der Rennstadt sprechen die Verkaufszahlen jedenfalls eine deutliche Sprache. 95 Prozent aller verkauften Autos haben einen Verbrennermotor. Und nur fünf Prozent seien Stromer oder Hybridfahrzeuge.

Es sind Daten, die sich mit den Zahlen des statistischen Bundesamtes decken. Am 1. Juli waren laut des Amtes in Deutschland 439 000 reine Elektroautos zugelassen. Dazu kommen dann noch rund 426 000 Hybridfahrzeuge, so dass sich der Bestand langsam der Marke von einer Million nähert. Damit gerät das Ziel von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen etwas verspätet doch noch in Reichweite. Eine Erfolgsmeldung sieht trotzdem anders aus. Denn bei Lichte betrachtet ist der Elektroanteil am deutschen Autobestand nach wie vor marginal. Zum 1. Januar 2021 verzeichneten die Statistiker in Deutschland mit seinen 83,1 Millionen Einwohnern 48,25 Millionen zugelassene Pkw..

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Der höchste Wert aller Zeiten, wie das Amt lapidar anmerkt. Der Anteil der Elektroautos liegt damit bei rund 1,2 Prozent. Und wenn man nur die reinen Stromer betrachtet, liegt die Quote deutlich unter einem Prozent. Etwas Besserung verheißen die Zulassungszahlen. Hier liegt der Anteil für Elektroautos bei 6,7 Prozent und Hybrid 6,9 Prozent. Einer Prognose aus dem Wirtschaftsministerium nach, könnte der Elektrobestand bis 2025 auf elf Prozent und bis 2030 auf etwas über 24 Prozent steigen.

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Von einem Durchbruch der Stromer zu sprechen, erfordere daher nach wie vor viel Zuversicht. Dabei, so Bartel, hätten sich die Argumentationslinien gegen Elektroautos kaum verändert. Die Fahrzeuge seien teurer, die Ladeinfrastruktur doch eher löchrig, der Reichweite werde oft nicht vertraut und auch das erhöhte Brandrisiko tauche immer wieder auf. Natürlich versuchen wir hier gegenzusteuern und Sorgen zu nehmen.

Doch die Sache mit der Ladeinfrastruktur sei beispielsweise nicht vollständig von der Hand zu weisen. Für den, der zur Miete wohnt, keine Garage habe und damit auf die öffentlichen Ladepunkte angewiesen sei, sei es nicht immer ganz leicht, sein Auto problemlos zu laden. Hybridfahrzeuge, mit ihrem Mix aus Elektro und Verbrenner, seien bei den Kunden denn auch deutlich besser angesehen als reine Stromer. Nicht gerade förderlich wirke sich übrigens auch der Umstand aus, dass der ökologische Vorteil eines Elektroautos beim derzeitigen doch eher kohlelastigen Strom-Mix und Batterienproduktion eher bescheiden aussieht. Die Argumentation sei da nicht immer ganz einfach.

Staatliche Förderung lockt

Positiv wirke sich natürlich die staatliche Förderung aus. Erstmals zugelassene Elektroautos würden mit bis zu 9000 Euro gefördert und Hybridelektrofahrzeuge mit bis zu 5600 Euro. Ein Problem hat Bartels mit der Begrifflichkeit „erstmals zugelassen“. Denn das habe den Gebrauchtfahrzeuge-Markt kollabieren lassen. Faktisch gebe es diesen für Elektroautos nicht. Der Verbrenner ist hier unschlagbar im Vorteil.

Die Mobilitätswende ist im Gang, aber sie verläuft bis dato doch eher gemächlich. Für das Erreichen der Pariser-Klimaziele könnte es zu langsam sein.

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Freier Autor Stefan Kern ist ein freier Mitarbeiter der Schwetzinger Zeitung.

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