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Existenzen akut gefährdet

Benjamin Jungbluth kommentiert die Lage der Gastronomie durch Corona-Folgen

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Benjamin Jungbluth
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Region. Es sind die leisen Schicksale, die kaum öffentlich wahrgenommen werden und doch die Folgen der Corona-Pandemie und der politischen Entscheidungen deutlich werden lassen: Wenn Gastronomen, Unternehmer und Selbstständige nur noch durchhalten können, weil sie privates Geld zuschießen – und dadurch ihre Rente schon während ihres Berufslebens aufzehren. Wenn Servicemitarbeiter und Köche in Kurzarbeit gehen – und nicht nur am Monatsende weniger auf dem Konto haben, sondern später auch auf dem Rentenkonto. Letztlich werden auf diese Weise finanzielle Folgen aktueller politischer Entscheidungen um Jahrzehnte vertagt und auf einen kleinen Teil der Gesellschaft abgewälzt, während der Großteil der Bevölkerung gar nicht so genau mitbekommt, was da gerade im Einzelnen in manchen Branchen passiert.

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Gastwirte der Region sehen Zukunft ihrer Branche düster

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Von
Benjamin Jungbluth
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Die Gastronomie war zwar schon immer krisenanfällig, etwa bei verregneten Sommern. Doch wie schlimm es durch Corona um die Betriebe in Baden-Württemberg steht, hat eine bundesweite Umfrage des Branchenverbandes Dehoga ergeben: Die Betriebe aus dem Südwesten, die von 2Gplus ja schon seit über einem Monat betroffen sind, gaben überdurchschnittlich häufig an, Existenzsorgen zu haben: 61,9 Prozent sehen ihre Zukunft akut gefährdet. Bundesweit sind es „nur“ 55,7 Prozent.

Die groß angekündigten Notfallhilfen haben sich leider als sehr bürokratisch und komplex herausgestellt. In der Vorweihnachtszeit, pünktlich zur 2Gplus-Regelung im Südwesten, wurden sogar reihenweise Prüfungsbögen und Rückforderungen an die Antragsteller versendet: Die bisweilen nachgeschärften Vergabekriterien für die ersten Lockdowns müssten exakt eingehalten werden. Das alles neben dem alltäglichen Kampf ums betriebswirtschaftliche Überleben akkurat zu erfüllen, ist für viele Betroffene eine Zumutung. Kein Wunder, dass die Branche leidet und viele ans Aufhören denken.

Freier Autor Freier Journalist für die Region Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar. Zuvor Redakteur bei der Schwetzinger Zeitung, davor Volontariat beim Mannheimer Morgen. Neben dem Studium freie Mitarbeit und Praktika u.a. beim Mannheimer Morgen, der Süddeutschen Zeitung, dem SWR und der Heidelberger Studentenzeitung ruprecht.

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