Handelsinitiative - Fair produzierte und vertriebene Produkte weiter auf dem Vormarsch / Vier weitere Partner erhöhen Gesamtzahl der Unterstützer auf 44 Fairtrade in Hockenheim: Sie wollen ihren Beitrag zu gerechterer Welt leisten

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zg
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Neue Fairtrade-Partner: Micha Böbel (v. l.), Vanessa Schäfer und Sven Fillinger. © Norbert Lenhardt

Hockenheim. Die Fairtrade-Town- Hockenheim-Initiative hat seit Anfang des Jahres vier neue Mitstreiter gewonnen. Die Firma Aubex, die Kirchliche Sozialstation Hockenheim, der Food Blog „Die Schürzen-trägerin“ und das Pflegeportal Süd aus Hockenheim sind neu dabei. Erst Ende 2020 waren sechs neue Unternehmen und Einrichtungen zur Initiative gestoßen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Damit zeigten jetzt schon rund 44 Unterstützer Flagge für fair produzierte und gehandelte Produkte in Hockenheim.

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Die Anforderungen zum Mitmachen sind gering: Lediglich zwei fair gehandelte Produkte müssen entweder im Warensortiment angeboten oder in der Firma beziehungsweise Einrichtung benutzt werden. „Wir freuen uns sehr darüber, dass das Interesse an unserer Fairtrade Town nach wie vor ungebrochen ist. Das Anliegen trifft auf immer mehr Interesse in den Schulen und Kindertageseinrichtungen, dem Einzelhandel, der Gastronomie und in den Vereinen sowie Glaubensgemeinschaften“, sagt Elke Schollenberger, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe und Agenda-Beauftragte der Stadt Hockenheim. „Interessenten können bei uns gerne ein Fairtrade-Paket mit Infomaterial und Produktproben anfordern. Das ist über die E-Mail-Adresse fairtrade@hockenheim.de möglich“, erklärt Schollenberger.

Mit kleinen Dingen viel bewirken

„Wir machen mit, weil es oft die kleinen Dinge sind, die viel bewirken. Für uns sind es beispielsweise leckere Kekse, deren Zutaten für einen anderen Menschen aber wirklich einen Unterschied machen“, erläutert Sven Fillinger, Geschäftsführer der Aubex GmbH, seine Motivation für die Fairtrade-Town-Initiative. „Diesen Gedanken finden wir klasse und unterstützen dieses Projekt daher sehr gerne“, ergänzt er.

„Gerechte und faire Arbeitsbedingungen haben bei uns in der kirchlichen Sozialstation in Hockenheim einen hohen Stellenwert. Sie zu wahren, ist uns ein großes Anliegen“, erklärt Micha Böbel von der Kirchlichen Sozialstation Hockenheim. In vielen armen Ländern werde der Arbeitsschutz mit Füßen getreten, der Lohn reiche nicht zum Leben, der Schutz der Kinder bleibe auf der Strecke.

Sozialverträgliches Gegenmodell

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„Der faire Handel bietet in unseren Augen ein sozialverträgliches Gegenmodell: Die Kinderarbeit ist untersagt, der Lohn der Partner garantiert nicht allein ein Auskommen der Familien, auch den Schulbesuch der Kinder, eine medizinische Versorgung der Familien der Kooperativen ist gewährleistet“, berichtet Micha Böbel. Er meint: „Das hat uns überzeugt, den fairen Handel – soweit es in unseren Möglichkeiten liegt – zu unterstützen als unseren Beitrag, durch unseren Einkauf die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.“

Genuss geht durch den Magen

Als Food-Bloggerin macht sich Vanessa Schäfer alias Schürzenträgerin seit 2016 in der Veganszene im deutschsprachigen Raum einen Namen. Auf ihrem Blog www.schuerzentraegerin.de serviert die Hockenheimerin nicht nur wöchentlich neue Rezepte für den Alltag. Die zertifizierte vegane Ernährungsberaterin tischt dort auch Inspirationen und Informationen rund um Veganismus und Nachhaltigkeit auf – ohne zu belehren oder zu bekehren, sondern mit viel Genuss, Küchenspaß und fundiertem Wissen.

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„Ich bin dabei, weil vegane Ernährung nicht nur mit Tierwohl und Umweltschutz einhergeht, sondern auch mit ethisch-sozialer Verantwortung. Bei einer gesunden und nachhaltigen Ernährung sollte auch der Punkt der Fairness beachtet werden – und zwar nicht nur dem Tier, sondern auch dem Menschen gegenüber“, sagt Vanessa Schäfer.

Besonderes Weihnachtsgeschenk

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Eine ähnliche Sicht auf fair gehandelte Produkte motiviert auch Sonja Vetterolf vom Pflegeportal Süd aus Hockenheim. Sie meint: „Wir beteiligen uns gerne an dem Projekt, weil es eine gute Sache ist. Das eingenommene Geld wird für gute Projekte ausgegeben. Die Produkte sind hochwertig, davon profitieren wir als Verbraucher und die Produzenten werden fair bezahlt.“

Zu Weihnachten erhielten alle Mitarbeiter des Pflegeportals Süd ausschließlich die Fairtrade-Produkte als Geschenke. „Die Resonanz war überwältigend! Alle waren von der Qualität und darüber, dass unser Unternehmen Fairtrade unterstützt, begeistert“, blickt Sonja Vetterolf auf die gelungene Ak- tion zurück. 

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