Kinderschutzbund - 20 Jahre Recht auf gewaltfreies Aufwachsen „Gerade jetzt in der Krise wachsam sein“

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zg
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Gerade während der aktuellen Corona-Pandamie ist das Kinderrecht auf gewaltfreie Erziehung gefährdet. Das teilt der Hockenheimer Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB) zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April in einer Pressemitteilung mit. Neben dem generellen Bedarf nach konsequenten Maßnahmen zur Verhütung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche besteht nach Ansicht des Ortsverbandsvorsitzenden Thomas Birkenmaier aktuell das Risiko einer Gewaltzunahme.

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„Unsere Gesellschaft muss gerade jetzt in dieser besonderen Situation wachsam sein und darf das Risiko der verdeckten Gewalt gegen Kinder nicht aus den Augen verlieren“, erzählt Birkenmaier. Nicht zuletzt durch die Reduzierung von Kindergarten- und Schulbetrieb sei die soziale Aufmerksamkeit geringer geworden.

Die Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie werden vom Kinderschutzbund samt seiner Landes- und Ortsverbände ausdrücklich unterstützt. Dennoch zeigen sich Kinderschützer in ganz Deutschland befremdet darüber, dass über die Aufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga oder die Eröffnung von Möbelhäusern engagiert diskutiert wird, während die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen.

Nicht nur an Leistung orientieren

„Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein: Wir isolieren sie von ihren Spielkameraden. Wir begrenzen sie in ihrem verbrieften Recht auf Bildung. Und wir enthalten ihnen außerdem ausreichend körperliche Bewegung vor. Auch das sind Formen der Gewalt. Es braucht eine Debatte darüber, wie wir Betreuungseinrichtungen und Schulen schrittweise wieder öffnen können. Und diese Debatte muss die Bedürfnisse der Kinder im Blick haben – nicht nur die der Leistungsgesellschaft“, meint DKSB-Präsident Heinz Hilgers.

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„Der Tag der gewaltfreien Erziehung wird in Deutschland seit 2004 begangen. Seit dem Jahr 2000 gilt in Deutschland das Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung. Nach jahrelanger Lobbyarbeit hat vor allem der Kinderschutzbund entscheidend dazu beigetragen, dieses Recht zu verwirklichen“, ergänzt der Hockenheimer DKSB-Vorsitzende Birkenmaier.

Der 30. April als Tag der gewaltfreien Erziehung solle laut den Vertretern des Kinderschutzbundes daran erinnern, dass die gesamte Gesellschaft die Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern trägt. Zudem solle er Eltern dazu ermutigen, ihr Ideal einer gewaltfreien Erziehung Wirklichkeit werden zu lassen.

Familienpaten helfen

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Auch der Hockenheimer Ortsverband möchte – besonders in der Corona-Krise – zum Kinderschutz beitragen und hält dafür verschiedene Angebote parat. So stehen die Familienpaten ihren Familien seit einigen Wochen in ihrer beratenden Funktion noch stärker als sonst telefonisch zur Verfügung. Eine Kollegin hat sich beispielsweise per digitaler Videokonferenz zu einer Familie geschaltet und dort das fünfjährige Mädchen unter anderem mit einem Kasperletheater unterhalten.

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„Generell gilt: Der Kinderschutzbund ist gerade jetzt für Familien da, die Hilfe benötigen“, betont die stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Barbara Itschner. „Bei Fragen zur Erziehung oder zur Kindesentwicklung sowie bei Schwierigkeiten und Problemen zwischen Eltern und Kind oder anderen persönlichen Konflikten stehen unsere erfahrenen und bestens ausgebildeten Mitglieder Christel Schmelz, Heide Graze, Inga Springer und Peter Sulzbacher als Ansprechpartner der Elternberatung und -begleitung zur Verfügung“, versichert Itschner.

Auch freue sich der Ortsverband in Hockenheim über Spenden und neue Mitgliedschaften. Geldspenden können an das Spendenkonto des Kinderschutzbundes, Sparkasse Heidelberg, IBAN DE02 6725 0020 0006 2133 08, oder Volksbank Kurpfalz-Rheinpfalz, IBAN DE58 5479 9000 0002 2091 01, überwiesen werden. zg

Info: Weitere Informationen gibt’s unter www.kinderschutzbund- hockenheim.de