Tischtennisclub - Premiere in der 90-jährigen Vereinshistorie / Wilfried Kesselring und Wolfgang Hartmann zu Ehrenmitgliedern ernannt / Beitrag erstmals seit Einführung des Euros erhöht Hermann Siegel wird für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt

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Einzigartig: TTC-Präsident Michael Vetter (l.) ehrt zum ersten Mal in der Vereinsge-schichte mit Hermann Siegel ein Mitglied für 70-jährige Vereinstreue – für das Bild wurden die Masken kurz abgenommen. © TTC

Eine Beitragserhöhung eines Sportvereins inmitten einer Pandemie? Man könnte meinen, dass heftige Proteste seitens der Mitglieder die logische Folge wären. Nicht so beim Tischtennisclub 1932, bei dem erstmals seit der Umstellung auf den Euro, also seit knapp 20 Jahren, die Mitgliedsbeiträge angehoben wurden. „Es war fast eher das Gegenteil der Fall, einigen Mitgliedern ging die Erhöhung sogar nicht weit genug – das passt zu diesem verrückten Jahr“, sagt TTC-Vorsitzender Michael Vetter im Gespräch mit unserer Zeitung mit einem Schmunzeln.

Der Vorstand

Vorsitzender ist Michael Vetter und Geschäftsführer Thomas Geier.

Marc Bühler ist der Kassenwart, der Sportwart ist Ulli Steinle.

Roland Wolff fungiert als Jugendleiter, Christian Keller als Vergnügungswart.

Beisitzer ist Rolf Zahn. rad/zg

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in allen Teilen der Gesellschaft sicht- und spürbar – besonders in der Vereinswelt, die ja fast gänzlich auf sozialen Kontakten beruht. Und so blickt der langjährige Präsident des Tischtennisclubs auf ein Jahr 2020 zurück, in dem das Vereinsleben im TTC monatelang brachlag beziehungsweise immer noch brachliegt, wobei derzeit kein Ende in Sicht ist.

Die Geehrten

70 Jahre: Hermann Siegel

50 Jahre: Wolfgang Hartmann

Neue Ehrenmitglieder: Wilfried Kesselring und Wolfgang Hartmann rad/zg

Apropos Kontakte: Da Tischtennis keine Kontaktsportart ist, konnte zumindest zeitweise der Trainings- und Spielbetrieb in den Gymnasiumturnhallen aufrechterhalten werden. „Das war aber auch in den Zeiten der Lockerungen mit einigem Aufwand verbunden. Wir mussten Hygienekonzepte erstellen und haben diese mit der Stadtverwaltung abgestimmt“, erklärt Sportwart Ulli Steinle. Ob die derzeit unterbrochene Saison noch einmal gestartet wird, steht in den Sternen. Anfang Januar hat der Badische Tischtennisverband die Aussetzung der Verbandsspiele bis Ende Februar bekannt gegeben. Verbandsspiele und Trainingsabende fanden zuletzt Ende Oktober statt.

1958 wird er Kreismeister

Die Pandemie hat auch dafür gesorgt, dass TTC-Präsident Michael Vetter von einer „historischen Jahreshauptversammlung in der Geschichte des Tischtennisclubs 1932“ spricht. Zum ersten Mal in der knapp 90-jährigen Vereinshistorie fand Corona-bedingt die Mitgliederversammlung in der Gymnasiumturnhalle statt, wo der TTC trainiert und seine Heimspiele austrägt.

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Dort hatte Vetter eine besondere – und ebenfalls historische – Ehrung vorgenommen: Das langjährige Mitglied Hermann Siegel wurde als erster TTCler für sage und schreibe 70-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. „Ganz herzlichen Dank für diese überragende Vereinstreue, das ist in unserer Vereinsgeschichte wirklich einzigartig“, sagt der TTC-Vorsitzende in Bezug auf Hermann Siegel und verdeutlicht die zeitliche Dimension: Als dieser 1958 Kreismeister wurde, waren die meisten der heutigen aktiven Hockenheimer Tischtennisspieler noch gar nicht geboren.

Zudem wurden mit Wilfried Kesselring und Wolfgang Hartmann „zwei langjährige Stützen des Vereinslebens“ zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt. Der frühere Spitzenspieler Jürgen Presser wurde für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

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Erfreuliche Zahlen kann Geschäftsführer Thomas Geier verkünden. Unter den 172 Mitgliedern befinden sich 49 Kinder und Jugendliche, sodass das Durchschnittsalter innerhalb des TTC 32 Jahre beträgt. Kassenwart Marc Bühler musste dagegen bekannt geben, dass das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Verlust abgeschlossen wurde, was angesichts der Rücklagen zwar zu verschmerzen sei. Doch er stellte in Aussicht, dass man in naher Zukunft die Einnahmenseite unbedingt verbessern müsse.

Keine Einnahmen durch den Ring

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Denn durch den Rückgang an Motorsport-Großveranstaltungen auf dem Hockenheimring (Formel 1 und DTM) „kommt es zu großen Einnahmeverlusten, was durch Corona natürlich jetzt noch verschärft wurde“, erklärt Bühler. Der TTC war viele Jahre lang rund um das Motodrom bei Rennveranstaltungen im Auftrag der Ring-GmbH für die Abfallbeseitigung zuständig. „Unsere früheren Einnahmen wird es in naher Zukunft in dieser Größenordnung sicher nicht mehr geben“, stellte der Kassenwart klar.

Der traditionsreiche Sportverein sah sich also gezwungen, die Einnahmeseite zu verbessern. Und so kam es zu eingangs erwähnter Erhöhung der Mitgliedsbeiträge bei der Generalversammlung, die unter den Mitgliedern fleißig diskutiert wurde. Einige Spieler plädierten dafür, den Betrag für die Aktiven prozentual stärker als für Jugendliche zu erhöhen. Daher wurde innerhalb des TTC über verschiedene Modelle intensiv – aber immer sportlich fair – diskutiert. „Wir liegen selbst mit der Erhöhung immer noch unter den Beträgen der meisten anderen Tischtennisvereine oder -abteilungen in der Region“, erklärt Jugendleiter Roland Wolff, der sich als Vorsitzender des Tischtennis-Bezirks im Vorfeld diesbezüglich bei anderen Vereinen in der Umgebung umgehört hatte.

Letztlich fiel in der JHV mehrheitlich folgender Beschluss: Ab diesem Jahr zahlen aktive Erwachsene 90 Euro Jahresbeitrag (davor 65 Euro), Jugendliche 54 Euro (36 Euro), für passive Mitglieder bleibt der bisherige Betrag von 25 Euro bestehen. „Die große Zustimmung zur Beitragserhöhung und das Verständnis dafür haben mich gefreut. Er ist einmal mehr ein Beweis für den überragenden Zusammenhalt innerhalb des Tischtennisclubs“, sagt Vorsitzender Michael Vetter. Er selbst wurde wie alle Vorstandsmitglieder einstimmig in seinem Amt bestätigt. Und falls es noch eines Beweises für die Kontinuität beim TTC bedürfen sollte: Die langjährige sportliche Nummer eins des Vereins steht nun schon seit 21 Jahren an der Spitze des Tischtennisclubs. rad/zg