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Tierschutz

Hockenheimer Biologe erinnert daran, dass Schwalben bedrohte Tiere sind

Wer die Nester der Zugvögel zerstört, muss mit einem Bußgeld rechnen. Das ist jetzt besonders relevant, da sie gerade ihr Sommerquartier in unseren Breiten einrichten.

Von 
Andreas Wühler
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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, weiß der Volksmund über den Zugvogel zu berichten, der zur Ordnung der Sperlingsvögel gehört. Doch je mehr der Tiere aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkehren, umso sicherer ist die Ankunft des Sommers hierzulande. Zwischen März und Ende Mai sind die meisten Schwalben im Sommerquartier hier bei uns angekommen und mit ihnen die warme Jahreszeit.

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Doch die Schwalbe zeigt nicht nur den Sommer an. Sie ist auch ein guter Wetteranzeiger, da sie sich von Fluginsekten ernährt. Diese wiederum reagieren auf das Wetter: Ist es warm und steigen die Luftmassen auf, fliegen sie höher, als sie es aus eigener Kraft könnten. Anhand der Flughöhe der Schwalben lässt sich so gut auf das Wetter schließen – fliegen sie wegen ihrer Beute niedrig, herrscht Tiefdruck, dann droht schlechtes Wetter.

Schwalbennester dürfen auf keinen Fall zerstört werden. © Heidenreich

Wegen ihrer Vorliebe für Insekten – diese zwingt sie übrigens im Winter, wenn es hierzulande kaum Futtertiere gibt, nach Afrika – sind Schwalben in der Landwirtschaft geschätzt. Kaum ein Bauernhaus kommt ohne Schwalbennest am Gemäuer aus – und ohne das quirlige Treiben der Jäger und ohne deren unentwegtes Gezwitscher.

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Brett sorgt für Abhilfe

Offensichtlich gefallen die schlanken Flugkünstler nicht allen Zeitgenossen, mutmaßt der Hockenheimer Biologe Uwe Heidenreich, dem immer wieder Klagen über zerstörte Schwalbennester zu Gehör kommen. Mitunter werden gar Nester zerstört, wenn die Tiere schon mit dem Brüten begonnen haben. Wobei sich der Unmut der Hausbesitzer wohl weniger gegen die Flugkünste der Schwalben als vielmehr gegen die mit den Nestern einhergehende Verschmutzung der Fassaden durch Kot oder Nistbaumaterial richtet.

Hier kann der Biologe nur warnend den Zeigefinger erheben – die Tiere stehen unter strengem Schutz. „Das Zerstören der Schwalbennester wie auch die Schädigung der Tiere selbst ist verboten und mit einem Bußgeld sanktioniert. Das Naturschutzgesetz stellt alle europäischen Vogelarten, wie Haussperling, Mauersegler, Hausrotschwanz, Schwalben und alle Greif- und Eulenvögel unter besonderen Schutz. Das gilt auch für die Nester nach der Brutperiode, da die Schwalben diese Nester in der nächsten Saison wieder nutzen können“, betont Heidenreich.

Wer dennoch in Sorge um seine Hauswand ist, dem rät Heidenreich zu einem einfachen Trick: Gut 70 Zentimeter unter dem Nest ein Brett anbringen und der mögliche Schaden ist abgewendet, fordert der Biologe zu einem entspannten Umgang mit der Schwalbe, deren Bestand aus vielen Gründen, erwähnt sei nur der dramatische Rückgang der Insekten, bedroht ist. Und wer kündet uns dann vom nahenden Sommer?

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