HCG - Die Vorsitzende Sabine Kern hat schon einmal eine ausgefallene Kampagne erlebt / Prinzessin Eva I. regiert ein weiteres Jahr / Teilnahme am virtuellen Umzug Hockenheimer Carnevals-Gesellschaft plant für die Zukunft

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Sabine Zeuner
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Dass der tränenreiche Abschied von der Kampagne 2019/2020 für eine so lange Zeit sein würde, ahnte am Aschermittwoch noch niemand. © HCG (2)/Zeuner

Hockenheim. „Auf Eis liegen“ hat heutzutage – bei dem Frost und Schnee – für die 1. Große Hockenheimer Carnevals-Gesellschaft 1954 mit Blick auf die heiße Phase der Fasnacht, die eigentlich gerade wäre, eine doppelte Bedeutung. „Alle Aktionen sind reglos erstarrt“, meint dazu auch Sabine Kern, die Vorsitzende der HCG. Dennoch gibt es Bewegung, Kontakte zu den Aktiven und sogar virtuelle Vorstands- und Elferratssitzungen.

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Ein paar Wermutstropfen schwingen mit, wenn man mit einer Fasnachterin ausgerechnet in der Zeit direkt nach der geplanten, aber ausgefallenen Prunksitzung, rund um die Weiberfasnacht und dem Hockenheimer Narren-Umzug an diesem Samstag spricht. Aber Sabine Kern und die HCG haben Pläne. „Ich bin die Erste in der HCG-Geschichte, die zwei Ausfalljahre miterlebt – den Golfkrieg vor 30 Jahren und die Pandemie jetzt“, stellt sie fest, bevor sie selbst erstaunt ist über die zahlreichen Aktionen im vergangenen Jahr.

Plötzlich war Schluss mit lustig

Klar fällt die Rückblende auf das Jahr 2020 mit „Ahoi“ und Party satt nicht leicht. Kern meint: „Im Januar sprach noch keiner vom Virus, im Februar ein wenig, aber wir konnten noch alle unsere Veranstaltungen durchziehen und an den Umzügen teilnehmen.“ Die Augen strahlen in Erinnerung an die umjubelte Prunksitzung, die vielen tollen Tage bei den Umzügen in der Region und nicht zuletzt beim Blick auf die Bilder von der Beerdigung der Narretei. „Und dann war von jetzt auf gleich Schluss mit lustig“, erklärt die Reilingerin, dass man schon früh entschieden habe, die Kampagne 2020/2021 ausfallen zu lassen. Vor allem, weil die Jahreshauptversammlung mit Wahlen im April 2020 nicht stattfinden konnte, bei der zwei Vorstandsmitglieder nicht mehr kandidieren wollten: „Die machen jetzt weiter, bis wieder Wahlen möglich sind“, sagt sie.

Das Gleiche trifft auf Prinzessin Eva I. zu, deren Regentschaft mit der Kampagneneröffnung im November 2020 geendet hätte. So hatte sie die Ehre und das Vergnügen, mit viel Abstand das Schmücken der Weihnachtsbäume – ein Open-Air-Angebot des Marketingvereins – zu begleiten. Eva Schmid trägt Zepter und Krone, ebenfalls als Premiere bei der HCG, das zweite Jahr in Folge – noch bis 5. November 2021, dem Tag, an dem die Eröffnungsgala der Kampagne 2021/2022 hoffentlich gefeiert werden kann.

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Umsichtig hatte man 2020 auf die Kreation und die Produktion von Orden verzichtet und damit, wie man jetzt weiß, eine Menge Geld gespart. Ein glänzendes Emblem gibt es dennoch: „Der Kurpfälzer Narrenring hat einen großen Pin (Bild) anfertigen lassen, der die Logos aller darin vereinten Fasnachtsgruppierungen zeigt“, schildert Kern, dass den alle Aktiven bekommen. Kontaktlos. Per Post. Für die Narrensaison 2021/2022 wird schon geplant, „aber nichts mit Corona auf dem Orden“, das stehe fest, so Sabine Kern, dass man Ideen sammle.

Was finanziell auch fehlt, sind die Einnahmen aus den Parkplatzdiensten der HCGler bei Events am Hockenheimring. „Wir schaffen das“, ist die Vorsitzende sicher, die auf die Unterstützung ihrer Mitaktiven sowie der passiven Mitglieder bauen kann und sich sehr über helfende Spenden gefreut hat.

Wechsel gibt es immer

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Eine derartige Gemeinschaft beeindruckt und beruhigt, obgleich bewusst ist, dass so mancher Verein nach der extrem langen Zwangspause mit abdriftenden Mitgliedern rechnen muss. Wie sieht es damit bei den rot berockten Hockenheimer Narren aus? „Es gibt immer mal wieder einen Wechsel“, sagt Kern, gerade bei den Gardemädels, weil sich die Interessen verändern, schulische oder Ausbildungsanforderungen wechseln.

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Die Gründe sind zahlreich. Allerdings halte sich auch das in der jetzt ausgefallenen Kampagne in den üblichen Grenzen. „Und wir haben immer Nachwuchs“, sieht die Zukunft auch wieder rosiger für die HCG-Chefin aus, die darauf hofft, in absehbarer Zeit wieder Schnuppertrainingtermine anbieten zu können.

Dass viele Wege gefunden haben, den Kontakt zu halten, sich gemeinsam zu motivieren und zu trainieren, das zeigen die Bilder, die Sabine Kern zugeschickt bekommt. Die Aktivengarde dehnt und streckt sich synchron vorm Computer, vernetzt in einer Konferenzschaltung – oder steht mal schnell Kopf vor lauter Bewegungsdrang. „Die haben im Sommer des letzten Jahres eine Challenge ausgerufen und an verschiedenen Orten daran teilgenommen“, erklärt Kern die witzige Sache, weiß aber auch, dass die Auftritte vor großem Publikum sowie das Antreten bei Wettbewerben die ursächlich treibende Kraft und das Ziel des intensiven Trainings sind. Das gab es eben nicht.

Voller Vorfreude auf die kommende Saison – mit den avisierten, bevorstehenden Impfungen – auch schon auf die Feten, Sitzungen, Umzüge und alles, was das Narrenherz höherschlagen lässt, finden sich die HCGler wieder drin im Organisierungsreigen. Dazu zählt auch der Beitrag zum virtuellen Hockenheimer Fasnachtsumzug an diesem Samstag ab 14.11 Uhr.

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