Tag der Streuobstwiese

Insektenhotels sind keine Feriendomizile

Von 
Corinna Perner
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Ein Meer aus Farben empfängt Besuchende der Streuobstwiese im Frühjahr. © Perner

Hockenheim. Die Urlaubsaussichten sind aktuell mager und so finden viele Menschen Erholung in der Natur: Ob per Fahrrad, zu Fuß oder im Boot, entdecken lässt sich hier immer etwas. Oft finden sich kleine Oasen im Alltag schon wenige Meter vom eigenen Zuhause entfernt und bleiben doch unentdeckt. Um dem Abhilfe zu schaffen und neben Wissensvermittlung auch etwas Unterhaltung zu bieten, lud die Agendagruppe „Tag der Natur“ zum Quiz auf die Streuobstwiese ein.

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Und tatsächlich ist der Ort ideal für eine kleine Auszeit im Grünen: Wenn es auch das Wetter nur mäßig gut mit den Rätselnden meint, bleibt es doch zumeist trocken. Zwitschernde Vögel sorgen ebenso für ein meditatives Ambiente wie das viele Grün auf und um das weitläufige Areal zwischen Bolzplatz und Aldi. Ein wahres Blütenmeer aus gelbblühender Zypressen-Wolfsmilch und Hahnenfuß – landläufig auch als Butterblume bezeichnet – sowie lilablühendem Reiherschnabel tun ihr Übriges und ergänzen damit die letzten in weißer und rosa Blüte stehenden Obstbäume optisch ebenso wie den Flieder am Rande der Wiese.

Gleich auf den Weg gemacht

Ganz kurzfristig haben Eva Eichhorn und Raphaela Gottselig vom Quiz anlässlich des Tages der Streuobstwiese erfahren und sich gleich am Morgen auf den Weg gemacht. Neben der Unterhaltung, die manch eine Frage bietet, freuen sich die beiden 25-Jährigen, „ein bisschen rauszukommen“. Für die Zukunft hoffen die jungen Frauen, dass Aktionen wie diese noch bekannter werden, und schlagen dafür Plakate, Flyer und einen Mailnewsletter als Angebot der Stadt vor, in den sich alle Interessierten eintragen lassen können.

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Auch wenn es die momentane Situation nicht leicht macht, ein Angebot auf die Beine zu stellen – das Quiz anlässlich des ersten europaweiten Tages der Streuobstwiese bietet an diesem Freitag die perfekten Rahmenbedingungen für eine ansteckungsfreie Teilnahme: Die permanente Frischluftzufuhr ist im Freien sowieso gegeben und Abstände lassen sich auf der langgezogenen Fläche problemlos einhalten. Wer dann noch Papier und Stift oder ein Handy zum Notieren der Lösungsbuchstaben mitgebracht hat, ist perfekt ausgerüstet.

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Das gilt auch für Monika Christ und ihre achtjährige Tochter Lisa. Sie vereinen den Spaß mit dem guten Zweck und haben neben einem Klemmbrett für das Rätsel auch einen Eimer und Handschuhe sowie die vom Rathaus ausgeliehenen Müllsammelzangen dabei. So können sie sich am Ende der Tour über die Streuobstwiese nicht nur über den Lösungssatz, sondern auch gleich noch über zwei Eimer weniger Müll in der Natur freuen.

Die Fragenauswahl der optisch ansprechend gestalteten Stationen an den Obstbäumen reicht von leicht über humorvoll bis hin zu gar nicht so ohne, sodass für jeden etwas dabei ist und das eine oder andere Detail dem Allgemeinwissen hinzugefügt werden kann. Denn dass die abgebildeten tierischen Hinterlassenschaften wohl eher nicht von einem Elefanten stammen und Insekten das Insektenhotel nicht als Urlaubsdomizil oder zum Frühstücken aufsuchen, ist wohl leichter festzustellen als die Zahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten zu schätzen, die auf einer Streuobstwiese leben oder zu zählen, wie viele Bäume sich in etwa auf der Hockenheimer Streuobstwiese finden lassen.

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Dank vorgegebener Antwortmöglichkeiten und zunehmend sichtbarer werdendem Lösungssatz lassen sich die Fragen spätestens am Ende alle beantworten. Und wer Interesse hat, kann zu einzelnen Themen per QR-Code und Handy weitere Informationen nachlesen.

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Anke und Volker Wahl sind nach einem Hinweis extra aus Reilingen gekommen. „Das ist eine super Idee und Aktion“, freut sich Anke Wahl über das Angebot. „Heute müssen mehr Menschen von der Wichtigkeit der Natur mitbekommen“, so die Reilingerin, deren Bruder mit Kraichgaukorn zusammenarbeitet, das auf den Einsatz von Düngemitteln verzichtet, und auf seinem Hof Bienen hält. Sich selbst bezeichnet Anke Wahl als „sehr naturverbunden“ und das Thema Streuobstwiese spiele für ihre Familie eine besondere Rolle. Auch ihr Mann hofft, dass im Laufe des Tages noch viele Besucherinnen und Besucher kommen werden: „Es ist ein tolles Quiz, das mit einem wichtigen Thema verbunden ist und sicher auch viele Familien anspricht“ – die eigenen Kinder hat das Ehepaar zu diesem Zeitpunkt bereits informiert, dass es sich lohnt, vorbeizuschauen.

Als „gute Mischung“ bezeichnen Anke und Volker Wahl die 15 Fragen und finden: „Die Schilder könnte man eigentlich hängen lassen.“ Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie die Streuobstwiese als „gut genutzten Platz, der Erholung bietet“, wahrnehmen, den daher noch mehr Menschen kennenlernen sollten.

In der letzten Frage schließlich gilt es, das richtige Obst im zitierten Gedicht zu finden, das dem Autor Georg Wilhelm Otto von Ries zufolge „nicht dick, doch jung und schön“ und „Nerven wie ein Strick“ macht und in einer täglichen Stückzahl zwischen fünf und zehn verzehrt werden soll – zur Auswahl stehen Melone, Zitrone und Apfel. Wie viele Besucherinnen und Besucher richtig getippt haben, erfährt Agendabeauftragte Elke Schollenberger in den kommenden Tagen, wenn hoffentlich viele richtige Lösungssätze bei ihr eintrudeln. Denn dank der ausgedehnten, ganztägigen Durchführung, die abgesehen von Auf- und Abbau keine Helfenden vor Ort erforderte, wird die Resonanz auf die Premiere erst im Nachhinein feststellbar sein. Für drei der Teilnehmenden gibt es als Lohn fürs Kopfzerbrechen nach Auslosung sogar einen Preis, es lohnt sich also, den Lösungssatz noch bis zum Freitag, 7. Mai, unter Angabe der eigenen Kontaktdaten in den Rathausbriefkasten einzuwerfen oder per Mail an e.schollenberger@hockenheim.dezu senden.

Freie Autorin Freie Mitarbeiterin für Hockenheim und Umgebung rund um die Themen Kultur, Religion sowie Land und Leute.